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Gibt es Hoffnung für Orang Utans?

Klaus Esterluss
18. August 2017

Zum International Orangutan Day am 19.08.17 warnen Umweltschützer noch immer vor der massiven Bedrohung der Menschenaffen durch Abholzung.

Indonesien Orang-Utans Bedrohung durch Waldrodung
Bild: Getty Images/U. Ifansasti

Sie sind die bekanntesten und eindrücklichsten Opfer von Palmöl-Industrie und Abholzung in Asien: Orang Utans, die Menschenaffen mit dem rötlichen Fell und dem freundlichen Gesicht,  rücken immer dann ins Licht der Öffentlichkeit, wenn es um Landwirtschaft in Monokulturen geht, für die der Regenwald im großen Stil vernichtet wird.

Innerhalb von nur 30 Jahren, meldet der WWF anlässlich des International Orangutan Day am 19.08.17, hat sich der Lebensraum der behenden Kletterer in den tropischen Regenwäldern nahezu halbiert. Das spiegelt sich auch in der Zahl der Tiere wider, die noch auf den südostasiatischen Inseln Sumatra und Borneo in freier Wildbahn leben.

Auf der Roten Liste des IUCN werden beide Arten als "vom Aussterben bedroht" eingestuft. Der WWFspricht davon, dass noch knapp 54.000 Exemplare des Borneo-Orang Utans in den Wäldern leben, auf Sumatra sollen es noch 6.600 Tiere sein. Viermal weniger als noch vor etwa 100 Jahren. (http://wwf.panda.org/what_we_do/endangered_species/great_apes/orangutans/)

Palmöl, Holz, Papier

Es ist vor allem der steigende Bedarf nach Palmöl, der für den Verlust des Lebensraums verantwortlich ist. Die Nachfrage hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt, weil das Öl Eigenschaften hat, die für viele Industriezweige praktisch sind. Es macht nicht nur Schokoladencreme streichfähig und versorgt Kosmetik mit dem gewünschten Fettgehalt. Die Ölpalme liefert auch sehr schnell große Ernten und sorgt damit für ein Einkommen für die Landwirte in den Hauptanbauländern.

Um also die Nachfrage zu decken, die vor allem aus Indonesien, China, Indien und der Europäische Union kommt, fallen in Indonesien und Malaysia die Bäume. Dabei entstehen Monokulturen, die nicht nur das Gesicht des Landes verändern. Sie haben auch Einfluß auf das Überleben vieler Arten in den Regenwäldern, die nicht mehr genug Nahrung finden oder denen der Schutz fehlt. Die Orang Utans sind nur ein Beispiel.

Was Menschen tun können

Aus Sicht von Umweltschützern können vor allem Konsumenten etwas zum Schutz der sogenannten Waldmenschen beitragen. Wenn sie etwa zertifiziertes Palmöl nachfragen, oder am besten gleich darauf verzichten, könne schon viel erreicht werden. Genauso hilft es, weniger Auto zu fahren und weniger Fleisch zu essen. Denn am Ende wächst der Druck auf den Wald von Sumatra und Borneo, weil Palmöl im Biodiesel und im Tierfutter verwendet wird. 

Auch die Arbeit von Umweltschützern vor Ort kann Unterstützung gebrauchen. So rückt in Bukit Tigapuluh, ein Gebiet in Sumatra, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt Orang Utans in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Die Organisation leitet hier eine Schule, in der aus Gefangenschaft befreite Menschenaffen lernen, wie ihr Leben in der Wildnis funktioniert. Nur so können sie dafür sorgen, dass die Zahl ihrer Art im Wald nicht weiter sinkt. 

 

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Orang Utans sind vor allem durch Waldrodung bedrohtBild: Getty Images/U. Ifansasti
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