1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

IOC: ab 2028 Geschlechtstest für Sportlerinnen verpflichtend

Thomas Klein dpa, SID
26. März 2026

Nach heftigen Gender-Debatten im Sport beschließt das IOC für die Olympischen Spiele neue Richtlinien: Athletinnen müssen vor den Wettbewerben ihr Geschlecht testen lassen. Verschärft werden die Regeln für Transfrauen.

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry steht hinter einem Pult und hält eine Rede. Das Pult zeigt die Olympischen Ringe.
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry ändert die Regeln für Sportlerinnen Bild: Yves Herman/REUTERS

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) führt zur Klärung der Startberechtigung in Frauenwettbewerben genetische Geschlechtstests ein. Alle Sportlerinnen sollen sich nach dem Willen des IOC künftig Geschlechtertests unterziehen, um an internationalen Frauen-Wettbewerben teilnehmen zu dürfen.

Wie der Verband mitteilte, gilt die neue Regelung ab den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles und umfasst sowohl Einzel- als auch Teamsportarten. "Die Teilnahmeberechtigung an allen Wettbewerben der Frauenkategorien bei Olympischen Spielen oder anderen IOC-Veranstaltungen ist ab sofort auf biologische Frauen beschränkt, die auf der Grundlage eines einmaligen SRY-Gen-Screenings bestimmt werden", teilte das IOC mit. Geschlechtstest bei Olympia hatte es zuletzt 1996 in Atlanta gegeben.

Das SRY-Gen sitzt auf dem Y-Chromosom und setzt im Regelfall eine männliche Geschlechtsentwicklung in Gang. Der Nachweis des Gens führt künftig - von wenigen Ausnahmen wie der Diagnose einer gestörten Geschlechtsentwicklung abgesehen - zum Ausschluss von Frauenwettbewerben. Die Untersuchung kann per Speichelprobe, Wangenschleimhautabstrich oder Blutuntersuchung erfolgen.

Aufregung bei Olympia in Paris 2024

Das IOC nimmt unter der neuen IOC-Präsidentin Kirsty Coventry somit eine Kurskorrektur vor. Ziel sei es, "Fairness, Sicherheit und Integrität in der Frauenkategorie zu schützen", hieß es in der Mitteilung.

Auslöser für die verschärfte Politik der olympischen Dachorganisation war der Wirbel um Wettbewerbe im Frauen-Boxen bei den Olympischen Sommerspielen in Paris 2024. Im Zentrum der Geschlechterdebatte standen die Olympiasiegerinnen Imane Khelif und Lin Yu-ting. Beide waren zuvor vom Weltverband IBA von der WM ausgeschlossen worden, da sie auf der Basis eines nicht näher erklärten Geschlechtertests angeblich die Teilnahme-Kriterien nicht erfüllt hatten.

Test nur einmal notwendig

Bei Olympia durften beide dann aber starten. Der damalige IOC-Präsident Thomas Bach sagte unter Verweis auf die damals geltenden Regeln: "Es bestand nie ein Zweifel daran, dass sie Frauen sind."

Imane Khelif tritt bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris bei den Frauen-Wettbewerben im Boxen anBild: Fabio Bozzani/Anadolu/picture alliance

Khelif betonte zuletzt auch: "Ich bin keine Transsexuelle, ich bin ein Mädchen." Transmenschen oder Transgender sind Personen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Sie kündigte bereits vor der Neuregelung des IOC an, sich vor Olympia 2028 in Los Angeles einem Geschlechtertest zu unterziehen.

Laut der neuen IOC-Richtlinie müssen sich Athletinnen nur einmal den Test vornehmen lassen, sofern es keine Zweifel am Ergebnis gibt. Danach seien sie dauerhaft für Wettbewerbe zugelassen, hieß es.

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen
Den nächsten Abschnitt Top-Thema überspringen

Top-Thema

Den nächsten Abschnitt Weitere Themen überspringen