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IOC verbietet Helm eines ukrainischen Skeleton-Piloten

Stefan Nestler mit dpa, sid, afp
10. Februar 2026

Wladislaw Heraskewytsch darf seinen Helm mit den Bildern im Krieg getöteter ukrainischer Sportler nicht im Wettkampf tragen, sondern nur eine schwarze Armbinde. Der Athlet will trotz IOC-Verbot mit dem Helm starten.

Der Ukraine Wladislaw Heraskewytsch im Training mit dem Helm, den das IOC jetzt beanstandete
Beim Training trug der Ukrainer Wladislaw Heraskewytsch noch den Helm, den das IOC jetzt beanstandeteBild: Franck Fife/AFP/Getty Images

Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch darf bei den Olympischen Winterspielen nicht mehr seinen Helm mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen tragen. Der Kopfschutz widerspreche den Regeln der Olympischen Charta, sagte ein Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Heraskewytsch dürfe jedoch ausnahmsweise im Wettbewerb ein schwarzes Armband tragen und in Interviews danach seine Meinung frei äußern.

Vorausgegangen sei ein Treffen mit dem Trainer des Athleten und der ukrainischen Delegation. Heraskewytsch hatte den Helm im Training auf der Olympia-Bahn in Cortina d'Ampezzo getragen und später einen offiziellen Antrag beim IOC gestellt, um eine Erlaubnis für den Kopfschutz zu erhalten.

IOC untersagt politische Botschaften

Der Helm sei "eine Hommage an Athleten und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie", sagte der 27-Jährige. Auf dem Helm sind die Bilder von rund einem halben Dutzend Athletinnen und Athleten zu sehen, die während des seit fast vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs in der Ukraine getötet worden sind. 

Das IOC verwies jedoch auf sein Regelwerk, das politische Botschaften verbietet. Es müsse allen Sportlerinnen und Sportlern möglich sein, sich in einem sicheren Umfeld auf ihre Leistung zu konzentrieren, unbeeinflusst von den zahlreichen Konflikten auf der Welt, erklärte die olympische Dachorganisation. 

"Entscheidung, die mir einfach das Herz bricht"

Heraskewytsch habe den Helm bei ersten Trainingsfahrten tragen können und seine Trauer auch über seine Kanäle in sozialen Netzwerken geäußert. Dass er nun zumindest ein schwarzes Armband tragen dürfe, sei "ein guter Kompromiss", sagte der IOC-Sprecher. 

Der ukrainische Skeleton-Pilot sieht das offenbar anders. "Ich werde den Helm tragen", sagte Heraskewytsch nach der IOC-Entscheidung und verbreitete eine neue Botschaft samt Video auf Instagram. Er werde in dieser Sache bis zum Ende kämpfen, so der Sportler.

Nach seinen Angaben hatte ihm ein IOC-Vertreter bereits vor seiner offiziellen Anfrage die weitere Nutzung des Helms verboten. "Eine Entscheidung, die mir einfach das Herz bricht", ließ Heraskewytsch wissen. 

Er verwies darauf, dass der deutsche Gewichtheber Matthias Steiner nach seinem Olympiasieg 2008 in Peking auf dem Siegerpodest ein Foto seiner bei einem Verkehrsunfall getöteten Frau gezeigt hatte. Dies sei ein Präzedenzfall. Der IOC-Sprecher entgegnete, das Regelwerk habe sich inzwischen weiter entwickelt. Die beiden Fälle seien daher schwerlich vergleichbar, selbst wenn Steiner nicht bestraft worden sei.

Selenskyj verteidigt Aktion des Skeleton-Piloten

Rückendeckung erhielt Heraskewytsch vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. "Ich danke dem Fahnenträger unserer Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen, Wladislaw Heraskewytsch, dafür, dass er die Welt an den Preis unseres Kampfes erinnert hat", schrieb Selenskyj im Onlinedienst X.

"Diese Wahrheit kann nicht unbequem oder unangemessen sein oder als 'politische Demonstration bei einer Sportveranstaltung' bezeichnet werden. Sie ist eine Erinnerung für die ganze Welt daran, was das moderne Russland ist."

Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), äußerte Verständnis für die Aktion Heraskewytschs, riet dem Skeleton-Piloten jedoch, sich nicht über das IOC-Verbot hinwegzusetzen. "Wenn man nach Regeln kämpft und spielt, dann muss man sich auch an die Regeln im Ergebnis halten", sagte der DOSB-Chef in Cortina. "Deshalb würde ich ihm empfehlen, diese Regel nicht zu brechen."

Der Artikel wurde nach dem neuen Instagram Post Heraskewytschs und der Äußerung Weikerts am 11. Februar aktualisiert.

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