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PolitikGlobal

News kompakt: Iran beginnt Trauerfeiern für Ali Chamenei

4. Juli 2026

Im Iran beginnen Trauerfeierlichkeiten für den getöteten Langzeitführer Ali Chamenei. Es werden Millionen Menschen erwartet. Der AfD-Parteitag in Erfurt wird von massiven Protesten begleitet. Der DW-Nachrichtenüberblick.

Die Särge von Ali Chamenei und Familienangehörigen sind in Teheran aufgebahrt
Die Särge von Ali Chamenei und Familienangehörigen sind in Teheran aufgebahrtBild: Atta Kenare/AFP

Im Iran haben an diesem Samstag die offiziellen Trauerfeierlichkeiten für den langjährigen obersten Führer Ali Chamenei begonnen. Der Ajatollah war Ende Februar bei Luftangriffen der USA und Israels in Teheran getötet worden. Ali Chamenei hatte fast 37 Jahre lang an der Spitze des klerikalen Systems der Islamischen Republik gestanden.

Bereits am Freitag wurde der Sarg mit seinem Leichnam in die Mosalla von Teheran gebracht, einen weitläufigen Moscheekomplex in der iranischen Hauptstadt. Insgesamt erstrecken sich die Trauerfeiern über sechs Tage. Dabei wollen Millionen Menschen Abschied von Chamenei nehmen. Die Beisetzung ist für kommenden Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad geplant.

Massive Proteste gegen AfD-Parteitag erwartet

Wegen erwarteter massiver Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt hat die Polizei die Autobahn A71 teilweise in beide Richtungen gesperrt. Laut Stadtverwaltung erfolgte die Maßnahme aus Sicherheitsgründen. Die in Teilen rechtsextreme AfD kommt an diesem Samstag zu einem zweitägigen Parteitag in den Erfurter Messehallen zusammen.

Bereits am Freitag war die Polizei mit einem Großaufgebot in ErfurtBild: Martin Schutt/dpa/picture alliance

Begleitet wird das Treffen von mehr als 30 angemeldeten Versammlungen. Die Behörden rechnen mit rund 50.000 Gegendemonstranten. Das antifaschistische Bündnis "Widersetzen" will den Parteitag durch Blockaden verhindern. Nach eigenen Angaben waren am Morgen mehr als 200 Busse mit Protestteilnehmern auf dem Weg nach Erfurt.

NATO-Staaten einig über weitere Ukraine-Unterstützung

Die von Russland angegriffene Ukraine soll beim NATO-Gipfel in Ankara kommende Woche ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen bekommen. Darauf verständigten sich Vertreter der 32 Bündnisstaaten in Brüssel, wie aus Diplomatenkreisen verlautete. Demnach ist vorgesehen, dass die Ukraine in diesem und im nächsten Jahr jeweils 70 Milliarden Euro erhält.

Am Freitag trafen sich NATO-Generalsekretär Mark Rutte (l.) und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in KyjiwBild: POU/ROPI/picture alliance

Die Summe von insgesamt 140 Milliarden Euro soll jene 60 Milliarden enthalten, die der Führung in Kyjiw bereits von der Europäischen Union als Darlehen zugesagt wurden. Unter dem Strich blieben damit noch 80 Milliarden Euro, die die NATO-Staaten aus ihren nationalen Haushalten stemmen müssten. Deutschland wird davon voraussichtlich einen größeren Anteil übernehmen, weil die USA unter Präsident Donald Trump die Finanzierung von Ukraine-Hilfen weitgehend gestoppt haben.

Asylanträge in Deutschland gehen zurück

Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich gesunken. Von Januar bis Juni wurden 51.147 Anträge gestellt - 27 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf ein vertrauliches Dokument der EU-Kommission.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit nur noch auf Platz vier hinter Frankreich, Italien und Spanien. In der EU sowie in Norwegen und der Schweiz gingen die Asylanträge demnach um 19,3 Prozent auf 321.627 zurück. Die meisten Antragsteller in Deutschland kamen aus Afghanistan, der Türkei und Syrien.

Merz und Trump telefonieren zu 250 Jahren Unabhängigkeit der USA

Bundeskanzler Friedrich Merz hat US-Präsident Donald Trump zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten gratuliert. In einem Telefonat am Freitag habe Merz "die besondere Verbundenheit zwischen Deutschen und Amerikanern" hervorgehoben, erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius.

Bundeskanzler Friedrich Merz (l.) bei einem Besuch bei US-Präsident Donald Trump (r.) im Weißen Haus im MärzBild: Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Die USA feiern an diesem Samstag den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien. Landesweit sind Paraden, Volksfeste und Feuerwerke geplant. Nach Angaben von Kornelius sprachen Merz und Trump auch über den bevorstehenden NATO-Gipfel in Ankara. Beide hätten vereinbart, ihr Gespräch dort fortzusetzen. Der Gipfel in der türkischen Hauptstadt beginnt am Dienstag.

Papst Leo XIV. setzt Zeichen der Solidarität auf Lampedusa

Papst Leo XIV. besucht an diesem Samstag die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa, um an das Schicksal von Migrantinnen und Migranten zu erinnern. Obwohl das Oberhaupt von rund 1,4 Milliarden Katholiken nur knapp dreieinhalb Stunden auf der Insel bleibt, gilt seine Visite als Zeichen der Solidarität mit Menschen, die auf der Flucht über das Mittelmeer ihr Leben riskieren oder verloren haben.

Lampedusa ist seit Jahren ein Brennpunkt der Migration von Afrika nach Europa. Jährlich wagen Zehntausende die gefährliche Überfahrt in oft überfüllten und kaum seetauglichen Booten. Vor diesem Hintergrund will der Papst mit seinem Besuch bewusst ein Zeichen des Gedenkens und der Solidarität setzen.

pgr/wa/gri (dpa, afp, rtr, kna, Welt am Sonntag)

Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.

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