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PolitikGlobal

News kompakt: US-Streitkräfte greifen Ziele in Iran an

26. Mai 2026

Das US-Militär spricht nach den jüngsten Attacken von einem Akt der "Selbstverteidigung" zum Schutz vor Bedrohungen. Die Ebola-Epidemie in der DR Kongo wird sich laut WHO noch verschlimmern. Der DW-Nachrichtenüberblick.

Arabisches Meer | Blick auf die "USS Abraham Lincoln"
Der amerikanische Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" im Arabischen Meer (Symbolbild, Archiv) Bild: U.S. Navy/Planet Pix/ZUMA/picture alliance

Ungeachtet der geltenden Waffenruhe hat das US-Militär in der Nacht zum Dienstag Ziele im Süden des Irans angegriffen. Das US-Zentralkommando teilte mit, die Attacken hätten sich gegen Boote, die in der Straße von Hormus Minen verlegen wollten, sowie gegen Raketenabschussrampen gerichtet. Es sprach von einer "defensiven Maßnahme". Iranische Medien berichteten, es habe nach einem US-Angriff im Bereich der Insel Larak mehrere Tote gegeben.

US-Präsident Trump verfährt mit Iran nach dem Motto "Zuckerbrot und Peitsche" Bild: Andrew Leyden/ZUMA/IMAGO

Parallel ‌dazu gingen ⁠die ⁠Verhandlungen im Golfemirat Katar über ein Ende des Iran-Kriegs weiter. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Gespräche verliefen gut. Er drohte zugleich mit ​weiteren Angriffen der USA, sollten sie scheitern. US-Außenminister Marco ​Rubio sagte ‌am Dienstagmorgen, die Abstimmung über die genauen Formulierungen eines ersten Abkommens könne noch einige Tage dauern. 

Hisbollah-Miliz feuert wieder auf den Norden Israels

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat nach eigenen Angaben abermals mehrere Ziele in Israel unter Beschuss genommen. Im Norden des Nachbarlandes seien drei Armee-Kasernen und ein Militärstützpunkt angegriffen worden, erklärte die Miliz, die von vielen Staaten als Terrororganisation gelistet wird. Die von Iran unterstützte Hisbollah begründete ihre Attacken mit Verstößen gegen die Waffenruhe durch Israel.

Rauch über einem Dorf im Südlibanon nach israelischem Luftangriff (23.05.2026) Bild: Kawnat Haju/AFP

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte am Montag verstärkte Angriffe gegen die Hisbollah im Libanon angekündigt. "Ich habe eine noch größere Beschleunigung unserer Operationen befohlen", sagte er in einer Videobotschaft. Ziel sei es, die Hisbollah zu "zerschlagen". Eigentlich gilt zwischen beiden Seiten seit Mitte April eine Waffenruhe.

Ebola-Epidemie in Afrika wird sich laut WHO noch verschlimmern

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo bisher nicht unter Kontrolle. Es werde erst noch schlimmer werden, bevor es besser werde, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die Zahl der mutmaßlichen Todesfälle liege inzwischen ‌bei ⁠220. Zudem gebe es mehr als 900 Verdachtsfälle. Man tue alles, um Ausrüstung in die betroffene Region zu bringen und die Eindämmungsmaßnahmen voranzubringen. Dazu gehört etwa, Kontaktpersonen von möglicherweise Infizierten zu isolieren.

Desinfektionsmaßnahmen in der Demokratischen Republik Kongo Bild: Xinhua/IMAGO

Auch andere an den Kongo angrenzende Staaten seien stark gefährdet und müssten sofort handeln, ⁠warnte Tedros. Er kündigte an, an diesem Dienstag gemeinsam mit WHO-Nothilfedirektor Chikwe Ihekweazu ‌in die DR Kongo zu ​reisen. Zuvor hatte das Nachbarland Uganda am Montag zwei weitere Ebola-Fälle gemeldet. Damit stieg die Zahl der bestätigten Infektionen dort auf sieben.

EU lässt sich vom Kreml nicht einschüchtern

​Die Europäische Union hat Aufforderungen Russlands zurückgewiesen, ihr diplomatisches Personal aus der ukrainischen Hauptstadt abzuziehen. Die EU-Vertretung werde in Kyjiw bleiben, ‌betonte die ⁠Leiterin ⁠des dortigen Büros. Russland wolle mit seinen Warnungen lediglich Panik verbreiten und die Ukraine isolieren.

Das DW-Büro in Kyjiw nach einem russischen Angriff auf die Hauptstadt in der Nacht zum Sonntag Bild: Evhenii Cherlinko/DW

Die Führung in Moskau ​hatte am Montag Ausländer sowie Diplomaten aufgefordert, Kyjiw angesichts bevorstehender Angriffe schnell ​zu verlassen. Die Schläge würden sich gegen militärische und politische Entscheidungszentren richten, hieß es aus dem Außenministerium. In der Nacht zum Sonntag waren bei russischen Angriffen auf Kyjiw auch das Büro der Deutschen Welle und das ARD-Studio massiv beschädigt worden. Von den dort Arbeitenden wurde jedoch niemand verletzt. 

Papst Leo XIV. weist auf Gefahren durch KI hin

Im Beisein zahlreicher Zuschauer im Vatikan hat Papst Leo XIV. am Pfingstmontag sein erstes Lehrschreiben vorgestellt. Die Enzyklika "Magnifica humanitas" (Großartige Menschheit) widmet sich dem Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) und fordert strenge Richtlinien. In seinem gut 100 Seiten langen Lehrschreiben hält sich Leo XIV. mit Kritik nicht zurück, ohne aber die Technologie als solche zu "verteufeln".

Papst Leo bei der Präsentation seiner Enzyklika Bild: Yara Nardi/REUTERS

Der Papst warnt vor einer Entmenschlichung durch verfehlte Nutzung digitaler Technologien und fordert eine breitere gesellschaftliche Kontrolle von KI. Künstliche Intelligenz könne nicht als moralisch neutral betrachtet werden. Sie berühre bereits viele Bereiche des Lebens und beeinflusse Entscheidungen über das menschliche Zusammenleben. "Sie verändert auch dramatisch die Art und Weise, wie Krieg geführt wird", sagte das Oberhaupt der Katholiken mit Blick auf zunehmend autonome Waffensysteme, "die praktisch jenseits jeglicher menschlicher Kontrolle liegen".

Jede dritte Dienststelle der Bundespolizei ist marode

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schlägt Alarm. Man könne klar sagen, dass so gut wie jede dritte Dienststelle erhebliche Mängel habe oder marode sei, sagte der für die Bundespolizei zuständige GdP-Chef, Andreas Roßkopf, der Zeitung "Rheinische Post". Der Zustand vieler Gebäude und Wachen sei nicht mehr hinnehmbar.

In Deutschland werde über moderne Sicherheitsarchitektur gesprochen, gleichzeitig müssten Polizeibeschäftigte mit Eimern unter tropfenden Decken stehen oder in völlig überalterten Gebäuden Dienst verrichten. Neue Kolleginnen und Kollegen würden eingestellt, aber es fehlten Büros, Unterkünfte oder Parkflächen, so der GdP-Chef weiter. Das sorge für Frust und belaste die Beschäftigten zusätzlich, erklärte Roßkopf. 

se/jj/ack (dpa, afp, rtr, kna, epd, ap) 

Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.

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