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KonflikteNahost

Nach US-Hubschrauber-Abschuss: USA und Iran attackieren sich

10. Juni 2026

Präsident Donald Trump macht Iran für den Abschuss eines Apache-Helikopters verantwortlich. Das US-Militär reagiert mit drei Angriffswellen. Die Islamische Republik antwortet und hat eine Botschaft für die Golfstaaten.

Satellitenaufnahme mit dem Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von Oman (27.12.2011)
Satellitenaufnahme mit dem Persischen Golf (l.), der Straße von Hormus und dem Golf von Oman (r.) Bild: NASA/dpa/picture alliance

Die US-Streitkräfte haben über mehrere Stunden hinweg Ziele in Iran angegriffen. Präsident Donald Trump sprach in einem Interview des US-Senders ABC News von einer "sehr starken, sehr kraftvollen" Antwort auf den Abschuss eines "unserer hochmodernen Apache-Hubschrauber".

Unbemanntes Drohnenboot rettet US-Helikopter-Besatzung

Der Hubschrauber war nach US-Angaben in der Nacht zum Dienstag während eines Patrouillenflugs über der Straße von Hormus von einer iranischen Angriffsdrohne abgeschossen worden. Die beiden Besatzungsmitglieder wurden laut dem für die Region zuständigen Regionalkommando CENTCOM erstmals mithilfe eines unbemannten Drohnenboots nahe der Küste des Omans gerettet. Sie seien in einem stabilen Zustand.

Solch ein Apache-Kampfhubschrauber wurde nach US-Angaben von Iran abgeschossen (Archivbild vom April 2026) Bild: US Central Command/AFP

CENTCOM bezeichnete die neuen US-Angriffe in der Nacht zum Mittwoch als "angemessene Reaktion auf die ungerechtfertigte iranische Aggression". Das US-Kommando sprach zudem von "Selbstverteidigung".

US-Kampfflugzeuge setzten dem Militär zufolge bei den jüngsten Attacken Präzisionsmunition ein. Ziele seien "iranische Luftabwehrsysteme, Bodenkontrollstationen sowie Überwachungsradaranlagen nahe der Straße von Hormus" gewesen. Nach US-Angaben gab es drei Angriffswellen. Stunden später verkündete CENTCOM dann das Ende der Militäroperation.

Explosionen in der Stadt Sirik und auf Qeschm

Irans Staatsmedien meldeten Explosionen in der Stadt Sirik an der Straße von Hormus und auf der Insel Qeschm. Auch aus der Umgebung der Großstadt Bandar Abbas gab es Berichte über Einschläge. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden in einem Bezirk von Sirik zwei Wassertanks getroffen. Die dortige Trinkwasserversorgung sei unterbrochen. Mehr als 20.000 Menschen seien davon betroffen, berichtete die Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf einen Behördenvertreter. 

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi kündigte unmittelbar danach Gegenschläge an. Im Onlinedienst X schrieb er im Hinblick auf die USA weiter: "Verlassen Sie unsere Region, wenn Sie in Sicherheit sein wollen. Die Geschichte des Persischen Golfs kennt viele Kapitel über das tragische Schicksal von Eindringlingen."

Iranische Raketen auf dem Weg zu US-Einrichtungen in der Golfregion Bild: WANA/REUTERS

Kurz darauf griffen die Revolutionsgarden - die Elitestreitmacht der Islamischen Republik - Ziele in der Golfmonarchie Bahrain mit Drohnen an. Dort befindet sich das Hauptquartier der US-Marine für den Nahen Osten. Zudem sei ein US-Stützpunkt in Jordanien angegriffen worden, hieß es.

Der arabische Sender Al Jazeera meldete am frühen Morgen unter Berufung auf das jordanische Militär, fünf iranische Raketen seien abgefangen worden. Zudem berichtete Kuwait über "feindliche Luftangriffe". Die Luftabwehr sei im Einsatz, teilte die Armee des Golfemirats mit.

Die Führung in Teheran nimmt die Golfstaaten in die Pflicht

Irans Außenministerium bekräftigte, man sehe die benachbarten Golfstaaten in der "rechtlichen und moralischen Verantwortung", Angriffe der USA und Israels auf die Islamische Republik zu verhindern. Die Nachbarländer in der Region müssten dafür sorgen, dass die US-Armee und Israel "ihr Territorium oder ihre Einrichtungen" nicht nutzten, um "feindselige Handlungen gegen Iran zu planen, zu organisieren, auszuführen oder zu unterstützen".

Die aktuelle Entwicklung zeigt eine weitere Zunahme der Spannungen zwischen den USA und Iran. Offiziell gilt seit dem 8. April eine Waffenruhe. In den vergangenen Tagen wurde sie zunehmend brüchiger.

US-Präsident Trump sah kürzlich - wieder mal - eine Einigung mit Iran in greifbarer Nähe Bild: Kyle Mazza/NurPhoto/picture alliance

Trump droht Iran abermals 

Der US-Präsident wandte sich erneut direkt an die Führung in Teheran. "Sie haben zu lange gebraucht, um einen für sie großartigen Deal auszuhandeln, jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen!", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social mit Blick auf die sich seit Wochen hinziehenden Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zwischen den beiden Ländern. 

Erst am Montag hatte Trump noch davon gesprochen, dass man sich auf der Zielgraden für ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs befinde. Er signalisierte einen Abschluss der Verhandlungen in den nächsten "zwei oder drei Tagen".

se/AR/as (afp, ap, dpa, rtr)

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