Tote bei Explosionen im Iran
31. Januar 2026
Brutal vom Regime niedergeschlagene Proteste im Land, Angriffsdrohungen durch den US-Präsidenten - vor diesem Hintergrund kommen Meldungen aus dem Iran, dass es im Süden des Landes Explosionen gegeben hat. Dabei sind an diesem Samstag mehrere Menschen ums Leben gekommen. In der Hafenstadt Bandar Abbas starb nach Behördenangaben mindestens eine Person, 14 weitere wurden verletzt.
Die Explosion ist nach Angaben der Feuerwehr von einem Gasleck verursacht worden. Es habe sich Gas in dem bei dem Unglück beschädigten Gebäude angesammelt, das dann explodiert sei, sagte der Chef der örtlichen Feuerwehr dem Staatsfernsehen.
Die Nachrichtenagentur Tasnim, die den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) nahesteht, dementierte Gerüchte, wonach es sich um einen Anschlagsversuch auf den Kommandeur der IRGC-Marine, Aliresa Tangsiri, gehandelt habe. Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA veröffentlichte ein Foto einer teilweise zerstörten Häuserfront eines mehrgeschossigen Wohnhauses.
Gasexplosion in Ahwas
Zudem wurden der Zeitung "Tehran Times" zufolge bei einer Explosion in der Stadt Ahwas nahe der irakischen Grenze vier Menschen getötet. Das iranische Online-Portal "Nur News" berichtete zudem unter Berufung auf den Feuerwehrchef der Stadt im Südwesten des Landes, dass sich auch dort eine Gasexplosion ereignet habe. Ursache sei ein Leck in einer Leitung gewesen, meldet die Teheraner Zeitung "Hamshahri" ebenfalls unter Berufung auf den Feuerwehrchef.
Augenzeugen berichten auch von einer Explosion und aufsteigendem Rauch nahe der Hauptstadt Teheran. Einem Behördenvertreter zufolge war jedoch lediglich Schilf an einem Fluss in Brand geraten, wie iranische Medien melden.
Dementi aus Israel
Israel wies jede Verantwortung zurück. Zwei Regierungsvertreter sagten der Nachrichtenagentur Reuters, ihr Land sei nicht in die Explosionen verwickelt.
Bandar Abbas ist der wichtigste Containerhafen des Landes. Er liegt an der Straße von Hormus, einer strategisch wichtigen Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman, die etwa ein Fünftel der weltweiten Öltransporte auf See passieren.
Der Hafen war im vergangenen April Schauplatz einer schweren Explosion, bei der zahlreiche Menschen getötet und über 1000 verletzt wurden. Ein Untersuchungsausschuss machte damals Mängel bei den Sicherheitsvorkehrungen für das Unglück verantwortlich.
Gegenseitige Drohungen
In Kürze beginnt ein dreitägiges Marinemanöver der iranischen Revolutionsgarden im Persischen Golf, an dem auch China und Russland teilnehmen sollen. Hintergrund sind militärische Spannungen. US-Präsident Donald Trump hatte eine Flotte samt Flugzeugträger in die Region verlegt. Eine "Armada" sei auf dem Weg in Richtung Iran, hatte Trump am Donnerstag verkündet.
Insidern zufolge prüft Trump zudem gezielte Angriffe auf den iranischen Sicherheitsapparat. Der Republikaner hatte der Führung in Teheran wiederholt gedroht, in dem Land einzugreifen, nachdem Sicherheitskräfte brutal gegen Proteste vorgegangen waren.
Der iranische Präsident Massud Peseschkian warf den USA, Israel und Europa an diesem Samstag vor, die wirtschaftlichen Probleme des Landes auszunutzen, um Unruhen zu schüren. Armeechef Amir Hatami warnte zudem die Vereinigten Staaten vor einem "Fehler", mit dem sie ihre eigene Sicherheit gefährden" würden. Nach Trumps Angriffsdrohungen hat der Iran seine Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt.
AR/wa (rtr, dpa, afp)
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