Bericht: Iran bestätigt mögliches Treffen mit den USA
2. Februar 2026
Regierungsvertreter der USA und des Irans wollen einem iranischen Bericht zufolge neue Verhandlungen aufnehmen. In den kommenden Tagen sei ein Treffen, voraussichtlich zwischen Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff, geplant, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Sie steht den mächtigen Revolutionsgarden im Iran nahe. Eine Bestätigung aus den USA stand zunächst aus.
Der genaue Ort und Zeitpunkt des Treffens sind noch nicht bekannt. Nach Medieninformationen könnte es in der Türkei stattfinden.
Teherans rote Linie
Die Sorgen vor einem neuen Krieg waren zuletzt wieder gewachsen. US-Präsident Donald Trump hat der Staatsführung in Teheran mehrfach mit Militärschlägen gedroht, auch wegen des brutalen Vorgehens staatlicher Repressionskräfte gegen Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten. Dabei sollen Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Menschen getötet worden sein. Das US-Militär hat seine Präsenz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, etwa mit dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und dessen Begleitschiffen.
Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über das umstrittene iranische Atomprogramm verhandelt, die Gespräche waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass die Führung in Teheran ihre Urananreicherung vollständig einstellt. Der Iran ist zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet die Maximalforderung jedoch als rote Linie.
Teheran wollte bisher nur über das Atomprogramm verhandeln
Nur einen Tag vor Beginn der geplanten sechsten Verhandlungsrunde im Juni 2025 griff Israel den Iran an. Die Streitkräfte der Islamischen Republik reagierten mit Raketenbeschuss. Knapp eine Woche später schloss sich das US-Militär dem Krieg an und bombardierte zentrale Atomanlagen. Trump sagte damals, die iranischen Nukleareinrichtungen seien komplett vernichtet worden.
Weitere Streitpunkte zwischen beiden Ländern sind das iranische Raketenprogramm, die Unterstützung militanter Gruppen in Nahost sowie der Verbleib von 400 Kilogramm hochangereichertem Uran. Teheran hatte zuletzt betont, zunächst nur über das Atomprogramm verhandeln zu wollen.
Trumps Deal sehen viele Iraner kritisch
Die iranische Regierung erhofft sich von Verhandlungen eine Aufhebung der harten internationalen Sanktionen und wirtschaftlichen Aufschwung. Ausgelöst wurden die jüngsten Demonstrationen Ende Dezember durch die schwere Wirtschaftskrise, ehe sich die Proteste zu einem politischen Aufstand ausweiteten.
Trump hatte den Demonstranten auf dem Höhepunkt der Proteste seine Unterstützung zugesagt. Mitte Januar sprach sich der Republikaner für einen Machtwechsel in der Islamischen Republik aus. Dass er nun einen Deal mit der Staatsführung erwägt, sehen viele Iranerinnen und Iraner kritisch.
pg/gri (dpa, afp)
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