1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
PolitikIran

Bericht: Iran bestätigt mögliches Treffen mit den USA

2. Februar 2026

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hatten beide Seiten am Wochenende Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Zugleich sandten sie erneute Drohungen aus. Nun soll offenbar tatsächlich die Diplomatie das Wort haben.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (r.) und der US-Sondergesandte Steve Witkoff
Treffen sich aller Voraussicht nach in den kommenden Tagen: Irans Außenminister Abbas Araghtschi (r.) und der US-Sondergesandte Steve Witkoff (Archivfoto)Bild: ERIC TSCHAEN/SISPA/picture alliance / SIPA | Vahid Salemi/AP/dpa/picture alliance

Regierungsvertreter der USA und des Irans wollen einem iranischen Bericht zufolge neue Verhandlungen aufnehmen. In den kommenden Tagen sei ein Treffen, voraussichtlich zwischen Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff, geplant, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Sie steht den mächtigen Revolutionsgarden im Iran nahe. Eine Bestätigung aus den USA stand zunächst aus.

Der genaue Ort und Zeitpunkt des Treffens sind noch nicht bekannt. Nach Medieninformationen könnte es in der Türkei stattfinden. 

Teherans rote Linie

Die Sorgen vor einem neuen Krieg waren zuletzt wieder gewachsen. US-Präsident Donald Trump hat der Staatsführung in Teheran mehrfach mit Militärschlägen gedroht, auch wegen des brutalen Vorgehens staatlicher Repressionskräfte gegen Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten. Dabei sollen Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Menschen getötet worden sein. Das US-Militär hat seine Präsenz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, etwa mit dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und dessen Begleitschiffen.

Der US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" (Archivfoto)Bild: Eric S. Powell/ABACA/picture alliance

Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über das umstrittene iranische Atomprogramm verhandelt, die Gespräche waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass die Führung in Teheran ihre Urananreicherung vollständig einstellt. Der Iran ist zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet die Maximalforderung jedoch als rote Linie.

Teheran wollte bisher nur über das Atomprogramm verhandeln

Nur einen Tag vor Beginn der geplanten sechsten Verhandlungsrunde im Juni 2025 griff Israel den Iran an. Die Streitkräfte der Islamischen Republik reagierten mit Raketenbeschuss. Knapp eine Woche später schloss sich das US-Militär dem Krieg an und bombardierte zentrale Atomanlagen. Trump sagte damals, die iranischen Nukleareinrichtungen seien komplett vernichtet worden.

Nach einem israelischen Angriff auf Nuklearanlage und Zentrifugen-Produktionsstätten im Iran (Archivfoto)Bild: IDF/GPO/SIPA/picture alliance

Weitere Streitpunkte zwischen beiden Ländern sind das iranische Raketenprogramm, die Unterstützung militanter Gruppen in Nahost sowie der Verbleib von 400 Kilogramm hochangereichertem Uran. Teheran hatte zuletzt betont, zunächst nur über das Atomprogramm verhandeln zu wollen.

Trumps Deal sehen viele Iraner kritisch

Die iranische Regierung erhofft sich von Verhandlungen eine Aufhebung der harten internationalen Sanktionen und wirtschaftlichen Aufschwung. Ausgelöst wurden die jüngsten Demonstrationen Ende Dezember durch die schwere Wirtschaftskrise, ehe sich die Proteste zu einem politischen Aufstand ausweiteten.

Demonstrierende in Teheran blockieren eine Straße bei Protesten gegen die Wirtschaftspolitik (9.1.26)Bild: Khoshiran/MEI/SIPA/picture alliance

Trump hatte den Demonstranten auf dem Höhepunkt der Proteste seine Unterstützung zugesagt. Mitte Januar sprach sich der Republikaner für einen Machtwechsel in der Islamischen Republik aus. Dass er nun einen Deal mit der Staatsführung erwägt, sehen viele Iranerinnen und Iraner kritisch.

pg/gri (dpa, afp)

Redaktionsschluss 17.30 Uhr (MEZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert!

Den nächsten Abschnitt Top-Thema überspringen

Top-Thema

Den nächsten Abschnitt Weitere Themen überspringen