News kompakt: Asyl für iranische Sportlerinnen in Australien
10. März 2026
Fünf Spielerinnen von Irans Fußball-Nationalteam, denen in ihrer Heimat Verfolgung droht, werden in Australien Asyl erhalten. Dies teilte der australische Innenminister Tony Burke mit. Er habe die Anträge der Sportlerinnen auf humanitäre Visa unterzeichnet. Sie seien an einem sicheren Ort, so Burke.
Die Iranerinnen hatten an der Asienmeisterschaft teilgenommen. Es wird befürchtet, dass ihr Team nach seiner Rückkehr in die Heimat mit Repressalien rechnen muss, weil Spielerinnen vor einer Partie nicht bei der Nationalhymne mitgesungen hatten. Dies war in Teheran als offener Protest gegen die iranische Führung gewertet worden. In Irans Staatsfernsehen bezeichnete ein Kommentator die Spielerinnen als Kriegsverräterinnen und forderte Konsequenzen.
Trump stellt baldiges Kriegsende in Nahost in Aussicht
Die weltweiten Ölpreise sind nach einer Äußerung von US-Präsident Donald Trump zur Nahostkrise wieder deutlich gefallen. Auch erste Börsenwerte haben sich infolgedessen erholt. Trump hatte in einem Interview ein baldiges Ende des Kriegs mit dem Iran in Aussicht gestellt. Man sei "weit vor dem Zeitplan", sagte der US-Präsident dem Sender CBS.
Das Regime in Teheran wies Trumps Äußerungen scharf zurück. Der Iran werde seine Raketenangriffe "so lange wie nötig" fortsetzen, sagte Außenminister Abbas Araghtschi dem US-Sender PBS. Ähnlich äußerten sich die iranischen Revolutionsgarden. "Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden", heißt es in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Mitteilung der Revolutionsgarden. Ein Ende der Kampfhandlungen ist bislang nicht in Sicht. Nach einer weiteren Angriffswelle des Iran beschoss Israels Armee nach eigenen Angaben eine iranische Raketenabschussvorrichtung. Mehrere Golfstaaten melden ebenfalls weitere Attacken mit Raketen und Drohnen aus dem Iran.
EU startet Hilfsflüge für die libanesische Zivilbevölkerung
Die Europäische Union will ab diesem Dienstag Notfallvorräte für rund 130.000 Menschen in den Libanon schicken. Die EU-Kommission organisiert Hilfsflüge für die unter dem neuen Nahost-Krieg leidende Zivilbevölkerung in dem Land an der Ostküste des Mittelmeers. Dies hatte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag in einer Videokonferenz mit Staats- und Regierungschefs aus Ländern des Nahen Ostens angekündigt.
Im Libanon sind nach UN-Angaben fast 700.000 Menschen durch die laufenden Angriffe des israelischen Militärs vertrieben worden. Israel geht in dem Nachbarland nach eigenen Angaben gegen Stellungen der Hisbollah-Miliz vor, die mit dem Iran verbündet ist. Die von Deutschland und weiteren Staaten als Terrororganisation gelistete Hisbollah hat nach Beginn des US-israelischen Militäreinsatzes gegen den Iran ihrerseits Ziele in Israel beschossen.
Copernicus meldet Rekord-Temperaturen für Februar
Der vergangene Monat war nach Angaben des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus global der fünftwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Die weltweiten Temperaturen lagen demnach im Februar 1,49 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Das hatte unter anderem Auswirkungen auf die Eisflächen in der Arktis. Ihre Ausdehnung erreichte den drittniedrigsten Wert für einen Februar.
Zugleich kam es laut Copernicus in Teilen Westeuropas und Nordafrikas zu außergewöhnlich starken Niederschlägen und schweren Überschwemmungen. Betroffen waren vor allem Frankreich, Spanien, Portugal und Marokko. Auch in Australien, Mosambik und Botsuana kam es im vergangenen Monat zu Regenfluten.
Macron will Atomkraft global vorantreiben
Vertreter von etwa 30 Staaten werden an diesem Dienstag zu einem internationalen Treffen zur Zukunft der Kernenergie in der Nähe von Paris erwartet. Der französische Präsident Emmanuel Macron will den globalen Aufschwung der Atomkraft weiter fördern, wovon auch die Industrie im eigenen Land profitieren dürfte. Aus Deutschland wird kein Regierungsvertreter bei dem Treffen erwartet. Beobachter gehen davon aus, dass sich EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen zu sogenannten Mini-Meilern äußern wird. Damit gemeint sind kleine Kernkraftwerke, die derzeit in mehreren Ländern entwickelt werden.
Frankreich fordert, die bei Klimagasen emissionsarme Atomkraft in der Europäischen Union mit erneuerbaren Energien gleichzustellen - auch mit Blick auf finanzielle Unterstützung. Die französische Regierung plant derzeit den Bau von sechs weiteren Reaktoren.
Merz empfängt Babis
An diesem Dienstag ist Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis zu Gast in Deutschlands Hauptstadt Berlin. Nach einem Empfang mit militärischen Ehren ist ein Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz geplant. Dabei wird es um die Zusammenarbeit beider EU-Mitgliedsstaaten gehen. Außerdem wollen Merz und Babis über außen- und europapolitische Fragen sprechen.
Der Rechtspopulist Babis ist seit Dezember erneut Regierungschef von Tschechien. Der Milliardär hatte bereits von 2017 bis 2021 das Amt des Ministerpräsidenten inne. Babis regiert jetzt in Prag mit einer EU-skeptischen Koalition. Ihr gehören neben seiner eigenen zwei weitere rechtsgerichtete Parteien an.
AR/gri/ust/jj (dpa, afp, rtr, sid)
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