Atom- und Raketenprogramm: Iran will Ende von Sanktionen
Veröffentlicht 15. Februar 2026Zuletzt aktualisiert 15. Februar 2026
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mehrfach mit einem militärischen Angriff gedroht - ungeachtet dessen soll es am Dienstag in Genf eine weitere Verhandlungsrunde zwischen beiden Seiten unter Vermittlung des Omans geben. Washington und die Regierungen weiterer westlicher Staaten werfen dem Iran vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms nach Atomwaffen zu streben.
Irans Vize-Außenminister Majid Takht-Ravanchi sagte jetzt dem britischen Sender BBC, man sei unter bestimmten Bedingungen zu Kompromissen bereit, um ein Atomabkommen mit den USA zu erreichen. Voraussetzung sei, dass die US-Regierung Entgegenkommen zeige, auch über eine Aufhebung ihrer Sanktionen gegen den Iran zu verhandeln. "Wenn sie es ernst meinen, dann bin ich sicher, dass wir auf dem Weg zu einem Abkommen sind", so der Vize-Außenminister.
US-Außenminister Marco Rubio hatte am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) erklärt, Präsident Trump bevorzuge zwar eine Einigung. Es sei jedoch "sehr schwer", eine mit dem Iran zu erzielen. Ähnlich äußerte sich Trump am Freitag.
Eine Viertelmillion Menschen demonstriert in München gegen Mullah-Regime
Am Rande der MSC-Konferenz in Bayerns Landeshauptstadt zeigten am Samstag bis zu 250.000 Menschen ihre Solidarität mit der Bevölkerung im Iran. Das waren mehr als doppelt so viele Demonstranten wie der Veranstalter, der Verein The Munich Circle, erwartet hatte. Unter den Teilnehmern waren viele Exil-Iraner aus Deutschland und anderen Nationen.
Mit großem Jubel empfingen sie Reza Pahlavi, den Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien. Der 65-Jährige, der im Exil in den USA lebt, ist die bekannteste Stimme der Revolutionsbewegung im Iran. "Wir kämpfen für Freiheit, für Gerechtigkeit und für Gleichheit", sagte er vor der Menge auf der Münchner Theresienwiese. "Ich bin hier, um den Übergang zu einer säkularen, demokratischen Zukunft zu gewährleisten."
Pahlavi sprach von einer "Stunde tiefer Gefahr". Die Welt müsse sich entscheiden, ob sie sich mit dem iranischen Volk solidarisiere oder erneut von einer iranischen Führung beschwichtigen lasse, die mehr als 40.000 ihrer eigenen Bürger massakriert habe. Wie viele Menschen bei der Niederschlagung der jüngsten Massenproteste im Iran getötet wurden, ist offiziell nicht bekannt. Aktivisten sprechen von mindestens 7000 Opfern.
Ein Wechsel des politischen Systems im Iran würde "Frieden und Stabilität" mit sich bringen und sei "im besten wirtschaftlichen Interesse" der westlichen Welt, so Pahlavi weiter.
Friedman: Die Welt schaut seit 47 Jahren zu
Unter den Rednern war auch der Publizist Michel Friedman. Er warf der iranischen Führung in Teheran vor, "den Islam, den Koran zu missbrauchen". Seit 47 Jahren würden im Iran im Namen Gottes Millionen Menschen unterdrückt. "Die Welt schaut seit 47 Jahren zu."
Friedman forderte, die Machthaber im Iran zu isolieren und ein Ende der Handelsbeziehungen. "Ein Regime, das für Terrorismus steht, gehört abgesetzt", rief er.
Der in außenpolitischen Fragen einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham sprach ebenfalls zu der Menschenmenge in München. Er sicherte dem iranischen Volk die Solidarität der USA zu. Graham wiederholte die Aussage Trumps, dass Hilfe "unterwegs" sei. "Das ist ein Moment des Wandels", betonte der Republikaner.
se/pgr (rtr, dpa, afp, ap)
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