News kompakt: Trump will Teile der US-Ölreserven freigeben
12. März 2026
Nach Deutschland geben auch die USA aufgrund des Iran-Kriegs ihre strategischen Ölreserven teilweise frei. Präsident Donald Trump will damit den rasant gestiegenen Ölpreis stabilisieren. Die USA, Deutschland und die anderen Mitgliedsländer der Internationalen Energie-Agentur (IEA) hatten zuvor die bislang größte Freigabe ihrer Notfallreserven beschlossen. Nach IEA-Angaben soll dadurch eine Rekordmenge von insgesamt 400 Millionen Fass Rohöl zur Verfügung stehen.
Doch auch nach dieser Ankündigung zeichnet sich noch keine Entspannung auf den internationalen Ölmärkten ab. Nach Berichten über Angriffe auf Tanker in der Golfregion und die Schließung von Ölterminals schossen die Rohölpreise sogar um neun Prozent nach oben - auf über 100 Dollar je Fass, was einer Menge von 159 Litern entspricht.
UN-Sicherheitsrat verurteilt Irans Attacken auf Nachbarstaaten
Das höchste Gremium der Vereinten Nationen hat das sofortige Ende der iranischen Angriffe auf die umliegenden Golfstaaten gefordert. 13 der 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrates stimmten in New York für eine entsprechende Resolution. Die Veto-Mächte Russland und China enthielten sich. Die Resolution baut auch auf die Unterstützung von zahlreichen weiteren Staaten, die dem Sicherheitsrat derzeit nicht angehören.
Seit Beginn des Krieges Ende Februar sehen sich die Golfstaaten Raketen- und Drohnenattacken aus dem Iran ausgesetzt. Diese Angriffe seien völkerrechtswidrig und stellten eine "ernste Bedrohung für den weltweiten Frieden und die Sicherheit" dar, heißt es in der Resolution.
Wadephul hat keine Hinweise auf eine Verminung am Persischen Golf
Deutschlands Außenminister Johann Wadephul hat sich zurückhaltend zu einem möglichen Einsatz deutscher Minenräumschiffe in der Straße von Hormus geäußert. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine Hinweise darauf, dass das Seegebiet vermint sei, sagte er nach einem Besuch im Golfstaat Katar. Wadephul betonte aber, die Meerenge sei derzeit faktisch blockiert und dies habe erhebliche Auswirkungen auf die weltweite Energieversorgung. Wichtig sei eine diplomatische Lösung der aktuellen, durch den Iran-Krieg ausgelösten Krise, so der Bundesaußenminister.
Die Straße von Hormus ist eine der Engstellen im weltweiten Energiehandel. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert normalerweise täglich diesen Seeweg.
G7 will Schifffahrt durch Straße von Hormus absichern
Die Gruppe der sieben großen demokratischen Industrienationen will den Seeweg zum Persischen Golf wieder befahrbar machen. Die G7-Staaten prüfen einen Geleitschutz für Handelsschiffe in der Straße von Hormus.
Um solche Eskorten durch Kriegsschiffe zu gewährleisten, sei eine mehrwöchige Vorarbeit nötig, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Er äußerte sich nach einer Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der G7 zu den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs. Ziel sei die Wiederherstellung der freien Schifffahrt, sobald die Sicherheitslage dies zulasse, so Macron.
Lufthansa will trotz Streik 60 Prozent aller Langstreckenflüge durchführen
Piloten der Lufthansa haben ihre Arbeit niedergelegt. Von dem zweitägigen Streik betroffen ist auch die Tochtergesellschaft Cityline.
Trotzdem will Deutschlands größte Fluggesellschaft an diesem Donnerstag und Freitag mehr als die Hälfte ihres Flugprogramms aufrechterhalten. Bei Langstreckenverbindungen liege der Anteil "bei 60 Prozent", teilte die Airline in Frankfurt am Main mit. Die Frachtsparte Lufthansa Cargo muss demnach 20 Prozent ihrer geplanten Flüge an den beiden Streiktagen absagen. Den Piloten geht es in ihrem Arbeitskampf unter anderem um eine bessere Altersvorsorge.
Merz reist nach Oslo - Raumfahrtprojekte sind ein Thema
Bundeskanzler Friedrich Merz bricht an diesem Donnerstag zu einer zweitägigen Reise nach Norwegen auf. Geplant ist zunächst ein Treffen von Deutschlands Regierungschef mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Störe. Neben Merz reisen auch Verteidigungsminister Boris Pistorius und Forschungsministerin Dorothee Bär in das skandinavische Land. Alle drei werden laut Bundesregierung an einem Runden Tisch zur Weltraumkooperation teilnehmen.
Am Freitag besuchen Merz und Pistorius die Übung der NATO, "Cold Response", an der in diesem Jahr 11.800 Soldaten von Heer, Marine und Luftwaffe teilnehmen - darunter 1600 Soldaten der Bundeswehr. Neben der gemeinsamen NATO-Mitgliedschaft verbindet Norwegen und Deutschland eine enge Energiepartnerschaft: Norwegen ist mit rund 33 Prozent Anteil Deutschlands mit Abstand wichtigster Erdgas-Lieferant - und aus norwegischer Sicht der wichtigste Abnehmer.
AR/haz/pgr (afp, dpa, rtr)
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