Iran-Krieg: Flugverkehr aus den Golfstaaten läuft wieder an
3. März 2026
Nach Tagen massiver Einschränkungen aufgrund des Iran-Kriegs nimmt der Flugverkehr zwischen den Golfstaaten und Zentraleuropa schrittweise wieder Fahrt auf. Ein erstes Flugzeug der Airline Emirates aus Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist an diesem Dienstagmittag in Frankfurt am Main in Deutschland gelandet.
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben nach den zahlreichen Stornierungen der vergangenen Tage Sonderflüge für gestrandete Passagiere aufgelegt. Emirates kündigte an, zunächst Reisende mit bestehenden Buchungen zu berücksichtigen. Umgebuchte Kundinnen und Kunden würden direkt informiert.
Enormer organisatorischer Aufwand
Parallel dazu koordinieren deutsche Reiseveranstalter gemeinsam mit der Bundesregierung die Rückreise tausender Urlauber. Aus Sicht der Branche ist vor allem eine verlässliche Kommunikation entscheidend. "Es geht darum, die Gäste zu beruhigen, Sachlichkeit, transparente Kommunikation mit ihnen zu haben, damit eben keine Panik ausbricht", sagte Anke Budde, Präsidentin der Allianz Selbstständiger Reiseunternehmen, dem Radiosender RBB.
Der organisatorische Aufwand sei derzeit enorm. Neben der logistischen Herausforderung belaste die Unsicherheit die Branche auch wirtschaftlich, erklärte Budde. Mit Dubai und Doha seien zentrale internationale Drehkreuze betroffen. "Es herrscht eine große Unsicherheit."
Rückholaktion soll "einige Tage" dauern
Der Reisekonzern TUI rechnet damit, seine im Nahen Osten festsitzenden Kunden innerhalb weniger Tage zurückzuholen. Vorstandschef Sebastian Ebel kündigte im Fernsehsender ntv an, Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways nach Deutschland zu bringen. "Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können", sagte Ebel. Erste Verbindungen nach München seien geplant. Zudem stünden eigene TUI-Flugzeuge bereit, "sobald wir die Erlaubnis bekommen".
Nach Angaben Ebels steht der Konzern mit nahezu allen betroffenen Gästen in Kontakt. "Wir sind mit fast 100 Prozent der Gäste über die App in Kontakt", sagte er. Wie lange die Rückholung insgesamt dauern werde, hänge maßgeblich von der Sicherheitslage ab. "Das ist heute seriös nicht genau vorherzusagen." Er rechne jedoch mit "einigen Tagen".
Empfehlung: im Hotel bleiben
Auch der Deutscher Reiseverband (DRV) setzt auf enge Abstimmung mit Behörden und Partnern vor Ort. "Die Sicherheit der Reisenden und der Partner vor Ort hat stets oberste Priorität", sagte DRV-Sprecher Thorsten Schäfer im Deutschlandfunk. Solange Lufträume gesperrt seien, gebe es "keine Möglichkeit, Flüge anzubieten".
Man stehe "im ständigen Kontakt mit den lokalen Partnern, mit den Sicherheitsbehörden und mit dem Auswärtigen Amt". Pauschalreisende seien in ihren Hotels untergebracht, was laut Schäfer "der Vorteil der Pauschalreise" sei. Zugleich bekräftigte er die Empfehlung des Auswärtiges Amts, "im Hotel zu bleiben und sich nicht auf eigene Faust in ein anderes Land oder zum Flughafen zu begeben".
Bundeswehr als letztes Mittel
Das Auswärtige Amt bereitet nach Angaben von Außenminister Johann Wadephul die Rückholung besonders schutzbedürftiger Personen vor. An diesem Mittwoch soll eine Rückholaktion für Kinder, Kranke und Schwangere starten. Ein erster Flug sei von Maskat aus geplant, der Hauptstadt des Oman, kündigte Wadephul im Fernsehsender Welt TV an.
Geplant sind außerdem Charterflüge nach Deutschland aus der saudi-arabischen Hauptstadt Riad. Grundsätzlich sieht die Bundesregierung jedoch zunächst Reiseveranstalter und Fluggesellschaften in der Verantwortung, ihre Kunden zurückzubringen.
Das Bereitstellen staatlicher Flüge für besonders vulnerable Gruppen sei "das Mittel zweiter Wahl", sagte Wadephul. "An allererster Stelle müssen natürlich die Reiseverkehrsunternehmen hier eintreten. Und an dritter Stelle, wenn all das nicht reichen sollte, dann würden wir gegebenenfalls auf die Bundeswehr zurückgreifen." Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministerium hatte zuvor betont, die Bundeswehr sei "wirklich das letzte Mittel der Wahl".
Nach Angaben des DRV sind derzeit rund 30.000 Kunden deutscher Reiseveranstalter betroffen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts bezeichnete diese Zahl als "eine einigermaßen verlässliche Größe". Seit der jüngsten Eskalation in der Region sitzen Zehntausende Reisende fest, weil Lufträume geschlossen wurden und wichtige Flughäfen als internationale Drehkreuze zeitweise ausfielen.
pgr/jj (dpa, afp)
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