Iranischer Angriff: Mehr als 100 Verletzte in Israel
22. März 2026
Es waren zwei iranische Raketenangriffe auf den Süden Israels, ganz in der Nähe der Atomanlage Dimona, auch als Nuklearforschungszentrum Negev bekannt. Die Geschosse konnten nicht abgefangen werden. Insgesamt wurden mehr als 100 Menschen verletzt.
Die israelische Armee teilte mit, in der Stadt Dimona habe es einen "direkten Raketeneinschlag in ein Gebäude" gegeben. Der Rettungsdienst versorgte dort nach eigenen Angaben 33 Verletzte, darunter einen zehn Jahre alten Jungen mit schweren und eine Frau mit mittelschweren Verletzungen.
31 Menschen wurden demnach durch Splitter oder auf dem Weg in die Schutzräume leicht verletzt. 14 weitere Menschen wurden zudem wegen eines Schocks versorgt.
Auf Bildern von AFPTV sind ein großer Krater und ein Trümmerhaufen zu sehen. Die Fenster und Fassaden umliegender Gebäude waren stark beschädigt.
Weiterer Treffer in Arad
Am Abend meldete die israelische Armee einen weiteren "direkten Treffer" in der Stadt Arad, die nördlich von Dimona in der ansonsten dünn besiedelten Negev-Wüste liegt. Auch dort wurden Häuser getroffen. Drei Gebäude seien erheblich beschädigt worden, in einem Gebäude sei auch ein Brand ausgebrochen, meldet die Feuerwehr von Arad.
Der israelischen Armee zufolge waren die Luftabwehrsysteme in Betrieb, fingen die Rakete jedoch nicht ab. "Wir werden den Vorfall untersuchen und daraus lernen", so Armeesprecher Effie Defrin.
Der israelische Rettungsdienst teilte mit, in Arad seien 88 Menschen versorgt und mit Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht worden. Zehn Menschen erlitten demnach schwere und 19 Menschen mittelschwere Verletzungen. Bei 55 Menschen wurden leichte Verletzungen festgestellt, vier Menschen erlitten Panikattacken.
Israel startet neue Angriffswelle auf Teheran
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem "sehr schweren Abend in unserem Kampf um unsere Zukunft". Das Land sei aber entschlossen, seine "Feinde weiterhin an allen Fronten anzugreifen".
Die israelische Armee meldete daraufhin eine neue Angriffswelle auf Irans Hauptstadt. Die Angriffe richteten sich nach Angaben aus Israel gegen "Ziele des iranischen Terrorregimes im Herzen Teherans".
Die Atomanlage Dimona liegt außerhalb der gleichnamigen Stadt in der Negev-Wüste. Nach offizieller Darstellung handelt es sich um ein Kernforschungszentrum. Weithin wird aber angenommen, dass die Anlage auch der Herstellung von Atomwaffen dient.
Israel hat den Besitz von Atomwaffen nie offiziell bestätigt, aber auch nie dementiert. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte am Samstagabend mit, es lägen keine Hinweise auf Schäden am Nuklearforschungszentrum Negev vor. Informationen regionaler Staaten zufolge seien keine ungewöhnlich hohen Strahlungswerte festgestellt worden. Die IAEA rief nach den Angriffen zu "maximaler militärischer Zurückhaltung" auf.
Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, sie hätten "militärische Einrichtungen" ins Visier genommen. Laut Irans Staatsmedien waren die Angriffe im Süden Israels eine Vergeltung für eine Attacke auf die iranische Urananreicherungsanlage in Natans am selben Tag. Der Iran machte die USA und Israel dafür verantwortlich. Israels Armee teilte auf Anfrage mit, sie habe Natans nicht angegriffen.
AR/AN/fab (afp, dpa, rtr, ap)
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