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Iran: Mindestens 15 Tote nach US-Attacken

2. September 2026

Der Ölpreis reagiert heftig auf die jüngste Eskalationsspirale zwischen den Konfliktparteien. US-Präsident Trump gibt sich demonstrativ gelassen und fordert die iranische Bevölkerung erneut zum Umsturz auf.

Iran Kuhistik 2026 | Zerstörte Häuser
Nach iranischen Angaben zeigt dieses Bild Spuren eines US-Angriffs, bei dem im Raum Sirik eine Hochzeitsgesellschaft getroffen wurdeBild: Iranian Red Crescent Society/Handout/REUTERS

Die USA und der Iran haben sich erneut gegenseitig attackiert und damit die Ölpreise weiter nach oben getrieben. Ein Barrel Rohöl der Referenzsorte Brent mit Lieferung im November kostete zwischenzeitlich 97,04 US-Dollar (83,82 Euro) - das war der höchste Stand seit mehr als einem Monat.

Das US-Militär beschoss nach eigenen Angaben in der Nacht zu Mittwoch Luftabwehrstellungen und Radarsysteme der iranischen Revolutionsgarden sowie Gerät zum Verlegen von Seeminen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Angriffe als Vergeltung für den gescheiterten Versuch der Iraner, Seeminen in der Straße von Hormus zu verlegen. Die Meerenge ist von zentraler Bedeutung für den globalen Öl- und Gashandel.

Iran: Hochzeitsfeier angegriffen

In einer Erklärung der iranischen Revolutionsgarden heißt es, die USA hätten mehrere Orte bombardiert, darunter auch zivile Gebiete. So sei eine Hochzeitsfeier im Raum Sirik angegriffen worden. Laut Staatsmedien wurden hierbei vier Menschen getötet, unter ihnen ein kleines Kind.

Noch am Dienstag hatte Irans weitgehend machtloser Präsident Massud Peseschkian seine Bereitschaft zur Deeskalation erklärt (Archivbild)Bild: Iranian Presidency/UPI Photo/IMAGO

Aus der Industrieprovinz Chusestan werden sieben Todesopfer gemeldet. In der Provinz Kermanschah wurden nach offiziellen Angaben vier Soldaten der Luftwaffe getötet. Explosionen gab es auch auf der Insel Gheschm und in der Großstadt Bandar Abbas an der Straße von Hormus, auf der im Persischen Golf liegenden Insel Lavan sowie weiter östlich im Raum Konarak und in der Hafenstadt Tschabahar.

Bericht: USA verfolgen "Tanker-für-Tanker"-Politik

Das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtet unter Berufung auf US-Beamte, das Militär habe zwei Tanker der iranischen Regierung angegriffen. Das sei erstmals als Vergeltung für iranische Angriffe auf Frachter in der Straße von Hormus geschehen - und nicht, um Schiffe daran zu hindern, die gegen iranische Häfen verhängte US-Seeblockade zu durchbrechen.

Das Vorgehen des US-Militärs sei Teil einer neuen "Tanker-für-Tanker"-Politik, die von Trump gebilligt worden sei, wurde ein US-Beamter zitiert. Damit wolle man den Iran von Angriffen auf Tanker abhalten, die die Meerenge durchqueren. Bislang weigert sich die Islamische Republik allerdings, nachzugeben; sie beansprucht die Kontrolle über die wichtige Meerenge für sich.

Der Iran attackierte als Vergeltungsmaßnahme Länder wie Bahrain, in denen die USA Militärstützpunkte habenBild: UGC/AFP

Die Revolutionsgarden holten in Reaktion auf die US-Angriffe umgehend zu Vergeltungsschlägen aus. Sie griffen in Jordanien, Kuwait und Bahrain Ziele mit Drohnen und Raketen an. Diese Staaten sind mit Washington verbündet und beherbergen US-Militärbasen. In einer Erklärung der iranischen Revolutionsgarden heißt es zudem, man habe US-Stützpunkte in Erbil in der autonomen Kurdenregion im Norden des Iraks attackiert.

In der Nacht zu Montag hatte es erstmals seit Ende Juli wieder wechselseitige Angriffe zwischen dem Iran und den USA gegeben. Dass der Beschuss nun weitergeht, unterstreicht, dass ein dauerhaftes Ende des Krieges auch mehr als ein halbes Jahr nach dessen Beginn nicht absehbar ist.

Trump: Wann steht das iranische Volk endlich auf?

Trump warnte Teheran: "Sollte die gescheiterte Nation Iran auf diesen völlig gerechtfertigten Angriff reagieren, wird sie erneut noch viel härter und in größerem Umfang getroffen werden." Er hatte der Islamischen Republik im Laufe des Konflikts bereits mehrfach mit Vernichtung gedroht, ohne dies umzusetzen.

"Völlig egal, ob der Iran ein Abkommen unterzeichnet": US-Präsident Donald Trump (Archivbild)Bild: CNP/AdMedia/picture alliance

In sozialen Medien erklärte der US-Präsident, er versuche nicht, "den Iran an den Verhandlungstisch zu zwingen". Es sei ihm "völlig egal", ob Irans Führung ein Abkommen unterzeichne. "Mir gefällt unsere derzeitige Position viel besser: Wir haben fast die vollständige Kontrolle über die Straße von Hormus, und ihre Wirtschaft bricht völlig zusammen." Er fügte hinzu: "Wann wird das iranische Volk endlich aufstehen und kämpfen?"

Dreh- und Angelpunkt des Krieges

Die Straße von Hormus hat sich im Verlauf des Krieges zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt: Mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe blockiert der Iran den Verkehr durch die Meerenge noch immer weitgehend. Laut US-Medienberichten eskortiert das US-Militär jedoch immer wieder erfolgreich Schiffe entlang der omanischen Küste durch die Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman.

Die US-Zeitung "Wall Street Journal" schreibt, die Attacken könnten den USA zwar helfen, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran aufrechtzuerhalten und dessen Führung daran zu hindern, die Meerenge zu kontrollieren. Der gegenseitige Beschuss drohe das US-Militär jedoch in einen langwierigen Konflikt zu verstricken. Ein im Juni zwischen den USA und dem Iran vereinbartes Rahmenabkommen sollte auf eine Öffnung der Meerenge hinwirken - angesichts fortdauernder Spannungen war es allerdings rasch Makulatur.

jj/se (dpa, afp, rtr)

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