Bericht: Bis zu 18.000 Tote bei Protesten im Iran
18. Januar 2026
Bei den Massenprotesten im Iran sollen nach Informationen der Zeitung "The Sunday Times" aus Großbritannien 16.500 bis 18.000 Menschen getötet worden sein. Mitarbeiter in acht großen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen im Iran hätten die Zahlen zusammengestellt. Demnach sollen weitere 330.000 bis 360.000 Menschen verletzt worden sein.
Regimevertreter: Mindestens 5000 Tote
Irans oberster Führer Ali Chamenei hatte am Samstag erstmals eingeräumt, dass es Tausende Tote während der Proteste gegeben habe. Ein Regierungsvertreter präzisierte jetzt die Angaben. Demnach sind mindestens 5000 Menschen getötet worden.
Darunter seien etwa 500 Angehörige der Sicherheitskräfte, sagte der Vertreter des Regimes der Nachrichtenagentur Reuters. Er machte "Terroristen und bewaffnete Randalierer" für die Tötung "unschuldiger Iraner" verantwortlich.
Der von Reuters befragte Regierungsvertreter möchte anonym bleiben. Nach seinen Angaben kam es zu den heftigsten Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Protestierenden in den kurdischen Gebieten im Nordwesten des Irans. Dort habe es auch die höchste Zahl an Todesopfern gegeben.
"Israel und bewaffnete Gruppen im Ausland" hätten die Demonstranten unterstützt und ausgerüstet, behauptet er. Die iranische Führung macht regelmäßig ausländische Gegner für Unruhen verantwortlich. Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Aktivisten rechnen mit weiteren Einzelheiten zu Opferzahlen
Die Berichterstattung über die Opfer nach dem gewaltsamen Vorgehen von Sicherheitskräften gegen Demonstrierende ist erschwert, weil die iranische Führung am 8. Januar eine Internetsperre verhängt hat. Auch wenn innerhalb des Landes wieder SMS verschickt werden können, gibt es weiterhin nur wenige Kommunikationskanäle ins Ausland. Aktivisten rechnen damit, dass es weitere Einzelheiten zu Opferzahlen geben wird, wenn mehr Informationen nach außen dringen.
Die Proteste hatten Ende Dezember wegen der dramatischen Wirtschaftskrise und der sehr hohen Inflation begonnen. Sie weiteten sich jedoch schnell zu politischen Demonstrationen gegen das autoritäre System der Islamischen Republik aus.
AR/se (dpa, rtr, The Sunday Times)
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