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PolitikIran

Iran mobilisiert Anhänger zum Jahrestag der Revolution

11. Februar 2026

Das Mullah-Regime feiert das 47-jährige Bestehen der Islamischen Republik. Irans Staatschef Peseschkian hat in seiner Rede auch eine Botschaft für die USA.

Iran 2026 | Menschenmenge am Azadi-Turm in Teheran, einige schwenken Flaggen
Freiwillig oder unfreiwillig: Tausende Menschen zeigen sich in Teheran auf der Straße Bild: Majid Asgaripour/WANA/REUTERS

Hunderttausende Menschen sind zum Jahrestag der Revolution von 1979 durch Irans Hauptstadt Teheran gezogen, wie das Staatsfernsehen zeigte. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA nahmen "Millionen Iraner in mehr als 1400 Städten und rund 40.000 Dörfern" an entsprechenden Feierlichkeiten teil.

Wie auch in den vergangenen Jahren ließ das Mullah-Regime militärisches Gerät zur Schau stellen. Regierungsnahe Medien veröffentlichten Bilder, auf denen mobile Lkw-Abschussrampen mit Attrappen ballistischer Raketen zu sehen waren. 

Solche Aufnahmen verbreiteten die Staatsmedien - auch Kinder müssen Regierungstreue zeigenBild: Majid Asgaripour/WANA/REUTERS

Präsident Massud Peseschkian rief in einer Rede die Nation zum Zusammenhalt auf. "Heute brauchen wir mehr als je zuvor Einheit gegenüber Bedrohungen, gegenüber Verschwörungen, gegenüber Fehlentwicklungen oder Irreführungen, die manchmal unsere Jugendlichen täuschen", sagte er.

"Iran wird ihren überzogenen Forderungen nicht nachgeben"

Zugleich versicherte Peseschkian, sein Land strebe keine Atomwaffen an. "Wir haben dies wiederholt betont und sind zu jeder Überprüfung bereit." Mit Blick auf die indirekten Gespräche mit den USA - am vergangenen Freitag im Oman - bekräftigte der Staatschef, Teheran werde auf seinem Standpunkt beharren. "Unser Land, der Iran, wird ihren überzogenen Forderungen nicht nachgeben."

Staatschef Peseschkian (vorne in weißem Hemd) versichert: Der Iran will den Dialog mit den Nachbarländern fortsetzenBild: Iranian Presidency/ZUMA/picture alliance

Die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington folgen auf die Massenproteste Anfang Januar in der Islamischen Republik, die Irans Sicherheitsapparat auf brutalste Weise niederschlug. Tausende Menschen wurden getötet, wie Nachforschungen des Menschenrechtsnetzwerks HRANA mit Sitz in den USA ergaben. Mehr als 50.000 Menschen wurden demnach festgenommen.

"Tod dem Diktator" schallt es über die Dächer von Teheran

Am Dienstagabend, im Vorfeld der offiziellen Feierlichkeiten, protestierten deshalb Tausende Gegner des Regimes auf ihre Weise in Teheran. "Tod dem Diktator", skandierten sie aus ihren Häusern heraus in Anspielung auf das politische und religiöse Oberhaupt Irans, Ajatollah Ali Chamenei.

US-Präsident Donald Trump drohte Teheran im Januar nach dem Vorgehen gegen die Protestierenden mit einem militärischen Eingreifen. Er verstärkte die US-Militärpräsenz in der Region massiv und beorderte auch den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" dorthin.

Der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" (Archivbild) Bild: Zachary Pearson/US Navy/AFP

Am Dienstag sagte Trump dem amerikanischen Nachrichtenportal "Axios", er erwäge, einen weiteren Flugzeugträger in die Region zu schicken. Weiter sagte er, entweder werde es mit dem Iran einen Deal geben oder die USA würden "wie beim letzten Mal zu sehr harten Maßnahmen greifen müssen". Im Juni 2025 hatten US-Streitkräfte zusammen mit dem israelischen Militär iranische Atomanlagen bombardiert.

Trump empfängt Netanjahu im Weißen Haus

Israel sieht in dem Atom-und Raketenprogramm des Erzfeindes Iran seine größte existenzielle Bedrohung. Regierungschef Benjamin Netanjahu will deshalb bei seinem Treffen mit Trump an diesem Mittwoch im Weißen Haus in Washington sicherstellen, dass Israels Interessen bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran berücksichtigt werden. Eine der Hauptbotschaften, die Netanjahu Trump überbringen werde, sei, dass Verhandlungen mit Teheran wertlos seien, zitiert die US-Zeitung "Wall Street Journal" den israelischen Energieminister Eli Cohen. 

Laut der israelischen Zeitung "Jediot Achronot" will Netanjahu mit Trump unter anderem aktuelle Geheimdienstinformationen über Irans Raketenprogramm teilen. Netanjahu werde Trump zudem warnen, dass Teheran Langstreckenraketen entwickele, die die Vereinigten Staaten treffen könnten. 

US-Präsident Donald Trump strebt ein Abkommen mit dem Iran über dessen Atom- und Raketenprogramm an Bild: Evan Vucci/AP Photo/dpa/picture alliance

Nach Informationen des israelischen TV-Senders Kan soll es nach dem Gespräch im Weißen Haus keine Pressekonferenz geben. Dies könne darauf hindeuten, dass Trump im Falle von Meinungsverschiedenheiten zwischen den engen Verbündeten vermeiden wolle, dass diese öffentlich würden. Es ist bereits das siebte Treffen Netanjahus mit dem US-Präsidenten seit Trumps zweitem Amtsantritt vor gut einem Jahr.

se/wa (dpa, ap, rtr, afp)

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