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Politik

Iran: Schwiergie Beziehungen zu seinen Nachbarn

Daniel Ameri
2. Juni 2026

Das Misstrauen zwischen dem Iran und den Ländern am Persischen Golf dürfte langfristig die regionale Stabilität, das Wachstum und die Zusammenarbeit beeinträchtigen.

Vereinigte Arabische Emirate Fudschaira 2026 | Brand in Ölanlage nach iranischem Drohnenangriff
Brand einer Ölanlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach einem iranischen Drohnenangriff am 14.03.2026Bild: AFP

Seit Beginn des Kriegs hatten die Nachbarländer vom Iran Tausende von Raketen und Drohnen abgefangen. Die Ziele waren offenbar US-Militärstützpunkte und zivile Energieinfrastruktur in der Region.

Erst am Montag (1.6.26) hat der Kuwait nach eigenen Angaben einen Raketen- und Drohnenangriff aus dem Iran abgewehrt. Zuvor hatten die US-Streitkräfte Ziele im Iran angegriffen und die Radar- und Drohnenstandorte zerstört haben wollen.

Aufgrund ihrer geografischen Nähe zum Iran und ihrer Ausrichtung auf Washington sind die Länder des Golf-Kooperationsrats (GCC) besonders gefährdet, wenn die Spannungen eskalieren. Die Mitglieder sind Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate (VAE). 

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Für den wahrscheinlichen Fall, dass der Krieg früher oder später durch Verhandlungen beendet wird und das Regime der Islamischen Republik weiterhin den Iran regiert, wird die Frage für die Region lauten, wie die GCC-Länder und Teheran auf lange Sicht miteinander auskommen können.

GCC-Länder fordern Abrüstung im Iran

Die arabischen Golfstaaten haben Washington gegenüber schon deutlich gemacht, dass ein bloßes Beenden des Krieges dafür nicht ausreicht. Sie bestehen darauf, dass die Fähigkeit des Iran, die Region mit Raketen und Drohnen zu bedrohen, drastisch heruntergeschraubt werden muss.

"Sollten der Iran und die Vereinigten Staaten eine Einigung erzielen und der Iran seine feindselige Haltung gegenüber dem Westen aufgeben, müsste er wichtige diplomatische und wirtschaftliche Schritte unternehmen, um seine regionalen Verhältnisse und seine Beziehungen zu seinen Nachbarn zu verbessern", sagte Babak Dorbeiki, ein in London ansässiger Politologe und ehemaliger Mitarbeiter des iranischen Zentrums für strategische Forschung.

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Dorbeiki erklärte gegenüber der DW, dass aus Teherans Sicht die GCC-Staaten, gegen die sich der aktuelle Krieg richte, keine „neutralen Akteure" seien, sondern eine gewisse Rolle bei den Druckkampagnen gegen den Iran gespielt hätten, sei es durch die Stationierung von US-Truppen, logistische Hilfe oder die indirekte Unterstützung militärischer Aktionen.

Kurzfristig, so Dorbeiki, würden Irans Nachbarn Teheran wahrscheinlich noch mit größerem Misstrauen und größerer Vorsicht begegnen. Das würde sich nicht nur auf die Diplomatie auswirken, sondern auch auf Handelswege, die regionale Infrastruktur sowie künftige Verkehrs- und Energiekorridore.

Golfstaaten streben regionale Stabilität an

Ende April trafen sich die Staats- und Regierungschefs der GCC-Länder erstmals in Saudi-Arabien, um über eine gemeinsame Reaktion auf die iranischen Angriffe zu beraten. Zwischen Kriegsbeginn am 28. Februar und der Verkündung eines Waffenstillstands am 8. April hat der Iran mehr als 4.000 Raketen und Drohnen auf Ziele im GCC abgefeuert, von denen die meisten abgefangen wurden.

Obwohl die Häufigkeit der iranischen Angriffe nachgelassen hat, befinden sich Wirtschaft und Infrastruktur der Golfstaaten angesichts der regionalen Instabilität weiterhin in einer prekären Lage. Während der GCC-Gespräche im April warnte das Außenministerium von Katar, dass ein „eingefrorener Konflikt" möglich sein, der sich „jedes Mal, wenn es einen politischen Grund gibt", wieder verschärfen könne.

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Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) forderten, dass der Iran die Angriffe auf Nachbarstaaten einstellen müsse, wenn die Diplomatie vorankommen soll. Saudi-Arabien warnte Teheran davor, das Königreich oder andere Golfstaaten weiterhin ins Visier zu nehmen.

Während des Konflikts mit den USA und Israel hat Teheran einige Länder vor den Kopf gestoßen, die ihm in der Vergangenheit zur Seite standen. Die VAE spielten zusammen mit den Nicht-GCC-Ländern Irak und Türkei eine wichtige Rolle in den Handels-, Finanz- und Re-Exportkanälen, die dem Iran inmitten internationaler Sanktionen Atempause verschafften.

Zwar gab es Rivalitäten, insbesondere auf den Öl- und Gasmärkten, doch hatte sich dennoch ein funktionierendes Gleichgewicht herausgebildet. Sollten sich die Golfstaaten aufgrund ihres Misstrauens gegenüber Teheran auf eine gemeinsame Haltung verständigen, könnten die Folgen über die Politik hinausreichen und sich auf Handel, Logistik und die langfristige regionale Entwicklung auswirken.

Macht der Lage

Reza Alijani, ein in Paris ansässiger Politologe, zeigte sich aber gegenüber der DW zuversichtlich, dass die räumliche Nähe des Iran zu seinen Nachbarn am Persischen Golf ein gewisses Maß an Annäherung erzwingen werde.

„Die Geografie wird immer mächtiger sein als die Politik. Diese Länder werden immer Nachbarn bleiben", sagte er.

Es gebe aber einen klaren Unterschied zwischen der Wiederherstellung der Beziehungen und der Wiederherstellung des Vertrauens, räumt Alijani ein. Das wahrscheinlichste Ergebnis werde daher keine echte Versöhnung, sondern eine taktische Verringerung der offenen Feindseligkeiten sein.

Gemeinsame Interessen, insbesondere in den Bereichen Energieexport, Handel und regionale Stabilität, könnten auf beide Seiten letztendlich zu einem begrenzten Modus Vivendi führen, glaubt der Experte.

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Das würde jedoch nicht unbedingt zu einem Ende der Feindschaft führen. Es könnte einfach eine kühlere, vorsichtiger gehandhabte Rivalität bedeuten.

Irans Machtprojektion im Nahen Osten

Ein Großteil ihres regionalen Einflusses der Islamische Republik fußt auf Raketen, Drohnen und Stellvertretermilizen. Dieses Modell sollte stärkere Gegner abschrecken und den Einfluss Irans ohne direkte konventionelle Konfrontation ausweiten.

Nach dem aktuellen Krieg und der allgemeinen Schwächung von Stellvertretern des Iran bei den Konflikten in der Region, wie die Hisbollah und schiitische Milizen im Irak, dürften arabische Staaten größeren Wert auf eine integrierte Verteidigung, wirtschaftliche Koordination sowie alternative Energie- und Handelskorridore legen, die die Anfälligkeit gegenüber iranischem Druck verringern.

Dorbeiki möchte nicht ausschließen, dass sich das Misstrauen gegenüber Teheran möglicherweise als Motor für eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den arabischen Staaten und ihren Partnern erweisen werde. Das könne dazu führen dazu führen, dass der Iran von entstehenden Handelskorridoren, Verkehrsverbindungen und der künftigen Energieinfrastruktur zunehmend isoliert wird.

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Allerdings könne sich die regionale Ordnung nicht vollständig stabilisieren, solange der Iran dauerhaft außerhalb dieser Ordnung bleibt.

Eine echte Normalisierung der Beziehungen setzt voraus, dass sich die Regionalpolitik Teherans grundsätzlich ändert. Das Verhältnis zum Westen müsse sich weniger konfrontativ gestalten. Es erfordere zudem nachhaltige Bemühungen, den Nachbarn zu versichern, dass der Iran bereit ist, Stabilität anzustreben, anstatt Macht durch Angst auszuüben. Derzeit dauern die Feindseligkeiten noch an. Das iranische Regime bleibt an der Macht und setzt seine gegenwärtige Politik weiter fort.

Aus dem Englischen adaptiert von Dang Yuan

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