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KonflikteIran

Iran öffnet Straße von Hormus für "nicht-feindliche" Schiffe

25. März 2026

Im Iran-Krieg sendet Teheran ein kleines Zeichen der Entspannung. Berichte über Gespräche mit den USA über eine mögliche Waffenruhe weist die Islamische Republik mit Spott zurück.

Frachtschiffe vor den VAE im Persischen Golf nahe der Straße von Hormus
Frachtschiffe nahe der Straße von Hormus Bild: REUTERS

Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs sind für die Welt gravierend. Ein Dreh- und Angelpunkt ist hierbei die Straße von Hormus, über die in Friedenszeiten pro Tag etwa zwanzig Prozent der weltweiten Erdöl- und Flüssigerdgastransporte erfolgen. Auch Düngemittel und andere Güter werden über diese wichtige Wasserstraße verschifft. Hunderte Frachtschiffe sitzen derzeit im Persischen Golf fest, da iranisches Militär die Meerenge de facto gesperrt hat.

Nun hat Teheran nach Angaben der UN-Schifffahrtsorganisation (International Maritime Organization, IMO) die Straße von Hormus für "nicht-feindliche" Schiffe wieder freigegeben. Diejenigen, die "weder an Aggressionshandlungen gegen den Iran teilnehmen, noch diese unterstützen" und gewisse Sicherheitsvorschriften einhielten, dürften "in Abstimmung mit den zuständigen Behörden" die wichtige Meerenge wieder passieren, heißt es in einer von der IMO veröffentlichten Erklärung Teherans.

Nach Angaben der UN-Organisation wurde die Erklärung am Sonntag vom iranischen Außenministerium publik gemacht. Die IMO sei damit beauftragt worden, diese zu verbreiten. Der Iran ist Mitglied der IMO, aber nicht im Rat der Sonderorganisation der Vereinten Nationen vertreten.

Ein thailändischer Öltanker passierte bereits die Straße von Hormus. Eine Zahlung für die Durchfahrt sei nicht nötig gewesen, teilten ein Regierungsvertreter Thailands und ‌der ⁠Ölkonzern ⁠Bangchak Corporation, dem das Schiff gehört, mit. 

Der chinesische Reederei-Konzern Cosco kündigte an, man nehme "mit sofortiger Wirkung" wieder Fracht-Buchungen für Transporte in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Saudi-Arabien, Bahrain, Katar, Kuwait und in den Irak an. 

Teheran: USA verhandeln "mit sich selbst"

Das Mullah-Regime in Teheran dementierte zugleich Berichte über Gespräche mit den USA über eine Waffenruhe und teilte gegen Washington aus. "Eure (eigenen) Konflikte haben die Stufe erreicht, dass ihr mit euch selbst verhandelt", sagte Ebrahim Solfakari, Sprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija, das im Kriegsfall die operative Führung der iranischen Streitkräfte bündelt.

US-Präsident Donald Trump: Es gibt Gespräche mit dem Iran, die "gut" verlaufen Bild: Mark Schiefelbein/AP Photo/dpa/picture alliance

15-Punkte-Plan zurückgewiesen

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump unterbreitete der Führung in Teheran Medienberichten zufolge einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs. Das US-Nachrichtenportal Axios und die US-Zeitung "New York Times" berichteten übereinstimmend, Pakistan habe als Vermittler den Vorschlag an den Iran weitergereicht. 

Ein Eingang der iranischen Atomanlage Natans (Archivbild) Bild: Atomic Energy Organization of Iran/AP/picture alliance

Die USA sollen laut den Berichten unter anderem die Zerstörung wichtiger Anlagen des iranischen Atomprogramms, einen Stopp der Urananreicherung und der Herstellung ballistischer Raketen sowie die Wiedereröffnung der Straße von Hormus gefordert haben. Zudem sollte der Iran seinen Bestand an bereits angereichertem Uran abgeben, um Befürchtungen entgegenzutreten, dass Teheran Atomwaffen entwickele. Im Gegenzug wollten die USA die harten Sanktionen gegen den Iran lockern.

Der Iran wies den Plan inzwischen zurück. Ein Regierungsvertreter wurde im staatlichen Fernsehen mit den Worten zitiert, dass "der Krieg endet, wenn der Iran beschließt, ihn zu beenden - und nicht, wenn Trump es will".

Pakistan ist bereit, ein Treffen auszurichten

In Pakistan bestätigte Regierungschef Shebaz Sharif ein Angebot für ein Treffen in der Hauptstadt Islamabad. Es könnte dem Vernehmen nach noch Ende dieser Woche stattfinden.

Premierminister Shehbaz Sharif: Pakistan ist bereit, Gespräche zur Beendigung des Iran-Kriegs auszurichtenBild: Aamir Qureshi/AFP

Der Staat in Südasien verfügt über direkte Kontakte sowohl nach Washington als auch nach Teheran. Pakistan genieße als Vermittler eine "ungewöhnliche Glaubwürdigkeit", sagte Adam Weinstein vom Quincy Institute, einem außenpolitischen Think Tank in Washington, D.C., der Nachrichtenagentur Reuters. Im Gegensatz zu Golfstaaten wie Katar beherberge Pakistan keine US-Militärstützpunkte und sei selbst eine Militärmacht, so der Experte weiter.

Trump spricht von Verhandlungen und lässt Soldaten in die Krisenregion verlegen

Unterdessen wiederholte Trump seine Äußerungen, wonach die USA mit dem Iran über ein Ende der Feindseligkeiten verhandelten. Man spreche "mit den richtigen Leuten", sagte er am Dienstag vor Journalisten im Weißen Haus. Es gebe nun eine neue Führung in der Islamischen Republik, sagte Trump ohne konkreter zu werden.

Gleichzeitig ordnete das US-Verteidigungsministerium nach einem Bericht der Zeitung "Washington Post" die Verlegung von rund 3000 Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten an. Die "New York Times" spricht von rund 2000 Soldaten. Die US-Spezialkräfte sind unter anderem darauf trainiert, aus Flugzeugen über feindlichem Gebiet abzuspringen.

se/fab/gri (dpa, rtr, ap, afp)

Redaktionsschluss: 17.45 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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