Iran droht Golfstaaten - Eskalation um Straße von Hormus
13. April 2026
Der Iran hat mit Angriffen auf Häfen in den Golfstaaten gedroht, sollte die US-Marine iranische Schiffe an der Fahrt durch die Straße von Hormus hindern. Das zuständige US-Regionalkommando (CENTCOM) hatte zuvor mitgeteilt, die Blockade der wichtigen Wasserstraße beginne an diesem Montag um 16.00 Uhr (MESZ). Sie richte sich unparteiisch gegen Schiffe aller Nationen, die iranische Häfen und Küstengebiete am Persischen Golf und am Golf von Oman anliefen oder verließen.
Am Wochenende waren erste Gespräche zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Krieges vorläufig gescheitert. Die Ölpreise legten infolge an diesem Montag wieder deutlich zu, da eine rasche Wiedereröffnung der Straße von Hormus nicht in Sicht ist.
Der Iran hat die Meerenge seit Kriegsbeginn Ende Februar für alle Schiffe außer den eigenen faktisch gesperrt. Iranische Regierungsvertreter erklärten, sie wollten die Durchfahrt ausschließlich unter ihrer Kontrolle und gegen eine Gebühr gestatten. US-Präsident Donald Trump kündigte seinerseits am Sonntag nun an, iranische Schiffe sowie alle Frachter, die dem Iran eine Maut zahlten, würden von der US-Marine blockiert.
Zwei mit dem Iran in Verbindung stehende Tanker, die "Aurora" und die "New Future", verließen die Meerenge kurz vor Inkrafttreten der US-Blockade. Sie hatten Ölprodukte und Diesel geladen, wie aus Daten des globalen Anbieters LSEG hervorgeht.
Iran spricht von "Piraterie"
Die iranischen Streitkräfte bezeichneten die von Trump angekündigte Teilblockade staatlichen Medien zufolge als illegal und "Piraterie". Sollten iranische Häfen bedroht werden, werde kein Hafen am Persischen Golf oder am Golf von Oman sicher bleiben, teilte das Militär mit. Die einflussreichen iranischen Revolutionsgarden erklärten, die Annäherung von Militärschiffen an die Meerenge werde als Verletzung der Waffenruhe gewertet. Die am vergangenen Dienstag vereinbarte Feuerpause soll zunächst zwei Wochen anhalten.
Macron will sich für freie Schifffahrt an der Straße von Hormus einsetzen
Frankreich kündigte unterdessen eine Konferenz zur Sicherung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus an. Diese Konferenz werde sein Land gemeinsam mit Großbritannien in den kommenden Tagen organisieren, teilte Präsident Emmanuel Macron auf der Online-Plattform X mit. Dabei gehe es um einen multinationalen und klar defensiven Marineeinsatz, der getrennt von den Kriegsparteien agieren solle. "Diese strikt defensive und von den Konfliktparteien getrennte Mission soll eingesetzt werden, sobald es die Lage zulässt", betonte Macron.
Der britische Premierminister Keir Starmer betonte seinerseits, Großbritannien unterstütze nicht die von US-Präsident Trump angekündigte Teil-Blockade an der Straße von Hormus. Man wolle sich nicht "in den Krieg ziehen lassen", sagte er dem Sender BBC.
Macron wirbt bereits seit Anfang März für einen internationalen Einsatz an der Straße von Hormus nach dem Ende der Kampfhandlungen. "Frankreich ist bereit, seinen Beitrag dazu zu leisten", sagte Macron. Es dürfe kein Aufwand gescheut werden, um "so schnell wie möglich auf diplomatischem Wege zu einer dauerhaften Lösung des Konflikts im Nahen Osten zu gelangen".
Deutsche Beteiligung offen
Ob Deutschland daran teilnimmt, ließ Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin offen. Er bekräftigte zugleich die Position der Bundesregierung, man sei bereit, Verantwortung für eine Stabilisierung eines Friedens zu übernehmen. Dafür seinen ein völkerrechtlich belastbares Mandat, ein Bundestagsmandat sowie ein Zielprozess Voraussetzung. Dem diene auch die Vorbereitung einer solchen Mission unter Führung Frankreichs, so Kornelius weiter.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte angekündigt, dass Deutschland etwa einen Minenräumverband zur Verfügung stellen könnte - aber erst nach Ende des Iran-Kriegs. Oberstes Ziel sei derzeit, "auf diplomatischem Weg ein dauerhaftes Ende dieses Krieges auszuhandeln", betonte der Regierungssprecher.
as/se (rtr, afp, dpa)
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