Teheran erneut unter Feuer - Raketenbeschuss auf Israel
5. März 2026
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle in Teheran gestartet. Das Militär spricht von großangelegten Angriffen auf die Infrastruktur der iranischen Führung in der Hauptstadt. Außerdem griff Israels Luftwaffe eigenen Angaben zufolge mehrere Kommandozentren der proiranischen Hisbollah-Miliz in der libanesischen Hauptstadt Beirut an. Im Verlauf der Nacht hatte es in Israel immer wieder Raketenalarm gegeben. Es gab Raketenangriffe aus dem Iran und vom Libanon aus auf den jüdischen Staat. Die Hisbollah wird von vielen westlichen und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.
Der Krieg ging damit in den sechsten Tag. Die Ölpreise zogen weiter an, da die Schifffahrt durch die für Öl- und Gaslieferungen wichtige Straße von Hormus lahmliegt. Der Krieg zwischen dem Iran und dem von den USA unterstützten Israel stelle die "globale wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit" auf die Probe, sagte die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa.
Die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean verbindet, gilt als Nadelöhr für den globalen Container- und Tankerverkehr. Rund ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion wird täglich über diese Handelsroute transportiert.
US-Demokraten scheitern im Senat
In den USA blockierten die Republikaner von US-Präsident Donald Trump im US-Senat einen Vorstoß, den Luftkrieg zu beenden. Mit 53 zu 47 Stimmen lehnte der Senat den Antrag ab, der eine Autorisierung des Militäreinsatzes durch den Kongress verlangt hätte. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth forderte Israel auf, "bis zum Ende" durchzuhalten. Die USA stünden an der Seite Israels, habe Hegseth Verteidigungsminister Israel Katz in einem Telefonat in der Nacht gesagt, heißt es aus Jerusalem und Tel Aviv. Katz seinerseits habe Hegseth für die Unterstützung der USA gedankt.
Unterdessen heizt die Versenkung eines iranischen Kriegsschiffs den Konflikt an. Irans Außenminister Abbas Araghtschi drohte den USA nach dem tödlichen Angriff auf die Fregatte "IRIS Dena" im Indischen Ozean mit Konsequenzen. Araghtschi warf den USA vor, 2000 Meilen von der iranischen Küste entfernt eine "Gräueltat auf See" begangen zu haben. Die "IRIS Dena" mit 130 Besatzungsmitgliedern sei als Gast der indischen Marine in internationalen Gewässern unterwegs gewesen und ohne Vorwarnung angegriffen worden. Laut Medienberichten wurde das Schiff von einem US‑U‑Boot mit einem Torpedo versenkt.
Irans Marine soll ausgeschaltet werden
Verteidigungsminister Hegseth und Generalstabschef Dan Caine erklärten, Ziel sei es, die iranische Marine vollständig auszuschalten, um deren Fähigkeit zur Blockade internationaler Schifffahrtswege oder für Angriffe im Ausland zu unterbinden. Sri Lanka bestätigte nach dem Angriff den Tod von mindestens 80 Besatzungsmitgliedern. Dutzende Crewmitglieder würden noch vermisst. Die sri-lankische Regierung hatte zuvor von mindestens 180 Personen an Bord der "IRIS Dena" gesprochen.
Die iranischen Revolutionsgarden behaupteten am Donnerstag, im Persischen Golf sei ein US-Öltanker von einer Rakete getroffen worden. Der Tanker sei "im Norden des Persischen Golfs" Ziel der Rakete geworden und stehe "in Flammen", hieß es im staatlichen iranischen Fernsehen.
Der Vorfall konnte bislang nicht unabhängig bestätigt werden. Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran reagiert mit Gegenangriffen auf Israel und auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Nahostregion. Die Trauerfeierlichkeiten für den getöteten Ajatollah Chamenei wurden im Iran derweil um unbestimmte Zeit verschoben, was Spekulationen über die Nachfolgeregelung und die Sicherheitslage im Inneren anheizte.
Lufthansa bringt Deutsche zurück
In Frankfurt am Main landete am Donnerstagmorgen der erste von Deutschlands Bundesregierung organisierte Evakuierungsflug aus der Golfregion. An Bord des von der Lufthansa ausgeführten Fluges waren nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin mehr als 250 Menschen.
Weitere Flüge sind dem Außenamt zufolge geplant. Zunächst sollen nach den Worten von Bundesaußenminister Johann Wadephul "Alte, Kranke, Schwache, Schwangere, Kinder" nach Deutschland ausgeflogen werden.
haz/pg (dpa, rtr, afp)
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