Iran: Waren die Proteste umsonst?
5. August 2009
Begleitet von Massenprotesten ist der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Mittwoch (05.08.2009) für eine zweite Amtszeit vereidigt worden. In der Nähe des Parlaments in Teheran gingen Sicherheitskräfte mit dem Schlagstock gegen hunderte Demonstranten vor, wie Augenzeugen berichteten. Mindestens zehn Menschen seien festgenommen worden. In den vergangenen Wochen hatten sich hunderttausende Iraner an den Protesten gegen die Wahl vom 12. Juni beteiligt, nach Medienberichten sollen allein seitdem zwischen 1000 und 2000 Menschen verhaftet worden sein. Was wurde aus ihnen, und unter welchen Bedingungen werden sie festgehalten?
Die sonst üblichen Glückwunschschreiben gab es für Ahmadinedschad am Tag seiner Einführung nicht: Sowohl US-Präsident Barack Obama, als auch seine Amtskollegen aus Frankreich und Großbritannien, Nicolas Sarkozy und Gordon Brown hatten angekündigt, Irans neuem Präsidenten nicht zu gratulieren. Und auch aus dem Kanzleramt hieß es, angesichts der Begleitumstände der umstrittenen Wahl am 12. Juni könne sich Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht vorstellen, zu gratulieren. Lediglich ein deutscher und ein EU-Vertreter waren bei der Zeremonie dabei. Für Schweden, das derzeit den EU-Ratsvorsitz führt, nahm der dortige Botschafter teil. Deutschland wurde nach Angaben der Bundesregierung durch einen "niederrangigen Vertreter" repräsentiert.
Doch wie geht es jetzt nach der Vereidigung weiter? Kehrt der Iran unter seinem neuen alten Präsidenten wieder zur Tagesordnung zurück? Und waren die wochenlangen Proteste letztlich umsonst? DW-WORLD sprach darüber mit Reza Hadji, Mitglied der iranischen Oppositionspartei "Freedom Movement of Iran".
Redaktion: Ina Rottscheidt