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PolitikIran

Irans Führer Chamenei warnt "Unruhestifter"

3. Januar 2026

Das geistliche Oberhaupt des Iran reagiert erstmals auf die jüngste Welle der Proteste im Land. Für Kritik an der Wirtschaftslage zeigt der Ajatollah Ali Chamenei grundsätzlich Verständnis, nicht aber für "Aufrührer".

Irans Oberster Führer Ali Chamenei spricht in Teheran (03.01.2026)
Höchste geistliche Instanz im Iran seit 1989: Ali Chamenei Bild: IRANIAN LEADER PRESS OFFICE/Anadolu/picture alliance

Es sei "vollkommen berechtigt", dass "Händler im Basar" über den Wertverlust der nationalen Währung und instabile Devisenkurse protestierten, erklärte Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei. "Der Präsident und hochrangige Verantwortliche arbeiten daran, das Problem zu lösen", versicherte er in einer Rede im Staatsfernsehen.

Während die Behörden mit den Demonstranten im Gespräch stünden, sei aber ein "Dialog mit Aufrührern sinnlos", betonte Chamenei. Sie müssten "in die Schranken verwiesen werden". Es sei inakzeptabel, zivile Proteste auszunutzen, um politische Unruhen zu schüren.

Das geistliche Oberhaupt des Landes sieht in diesem Zusammenhang auch eine "Verschwörung der in- und ausländischen Feinde" Irans. Diese müsse konsequent unterbunden werden.

Protestbewegung wird breiter

Die neuen Proteste gegen die iranische Staatsführung dauern inzwischen schon sieben Tage an. Die Demonstranten werfen ihr vor, das Land mit kompromissloser Politik in die internationale Isolation und damit in die schwerste Wirtschaftskrise seiner Geschichte geführt zu haben. Finanzielle Ressourcen würden eher dem Kampf gegen Israel als der eigenen Bevölkerung zur Verfügung gestellt.

Protestierende griffen in dieser Woche auch Regierungsgebäude an, wie hier in Fasa (am Mittwoch)Bild: AFP

Zunächst hatten vor allem Händler in Teheran protestiert. Rasch schlossen sich auch meist jüngere Iraner in etlichen anderen Städten der Bewegung an. Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten sollen inzwischen bereits mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen sein.

Polizei will hart durchgreifen

Die Polizei sprach zuletzt von drohenden "bewaffneten Aufständen" - und deutete damit eine härtere Gangart gegen Demonstranten an. "Wir werden nicht zulassen, dass die Feinde dieses Landes zivile Proteste in Unruhen und bewaffnete Aufstände verwandeln", sagte ein Polizeisprecher. Man werde "bis zum letzten Atemzug Land und Volk schützen". 

wa/AR (dpa, afp)

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