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Politik

IS-Anführer bei US-Einsatz in Syrien getötet

3. Februar 2022

Bei einem Einsatz der USA in Syrien ist der Anführer der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" getötet worden. "Wir haben Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraschi vom Schlachtfeld genommen", so US-Präsident Joe Biden.

US-Militärangriff in Syrien
Bei dem Angriff starben auch Zivilisten, hier der Blick in eines der zerstörten WohnhäuserBild: Ghaith Alsayed/AP/picture alliance

"Gestern Nacht haben US-Einheiten auf meinen Befehl hin im Nordwesten Syriens erfolgreich einen Anti-Terror-Einsatz ausgeführt, um die amerikanische Bevölkerung und unsere Verbündeten zu schützen und die Welt zu einem sichereren Ort zu machen", erklärte Biden. Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraschi sei "dank des Geschicks und des Muts unserer Streitkräfte" ausgeschaltet worden. Das Verteidigungsministerium erklärte, seine Leiche sei vor Ort mit Fingerabdrücken und später noch mit Hilfe von DNA-Proben eindeutig identifiziert worden.

Selbst getötet

Ein US-Regierungsvertreter sagte, al-Kuraschi habe sich zu Beginn des US-Einsatzes selbst in die Luft gesprengt und dabei auch Teile seiner Familie getötet, "darunter Frauen und Kinder". Zuvor hatte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärt, bei einem Einsatz von Spezialkräften im Nordwesten des Landes seien 13 Menschen getötet worden.

Zerstörtes Haus in Atma in Syrien, unklar ist, ob der IS-Führer in dem Gebäude zu Tode gekommen istBild: Aaref Watad/AFP

Al-Hashimi war nach dem Tod von IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi bei einem US-Militäreinsatz im Oktober 2019 zum neuen Anführer der Miliz ernannt worden. Der IS-Chef wurde verdächtigt, Drahtzieher des schweren Anschlages auf ein Gefängnis im Nordosten Syriens zu sein.

Ende Januar hatten IS-Kämpfer ein Gefängnis in al-Hassaka angegriffen, Hunderte starbenBild: AFP

Dabei wurden in der Stadt Al-Hassaka Ende Januar mehr als 300 Menschen getötet. Der Angriff galt als der schwerste seit vielen Jahren. Beobachter befürchteten ein Wiedererstarken der
Dschihadisten.

Der US-Regierung zufolge war al-Kuraschi 2014 einer der Hauptverantwortlichen für den Völkermord an der religiösen Minderheit der Jesiden im Nordwesten des Iraks und für die Versklavung Tausender jesidischer Mädchen als Kriegswaffe. 

Über den nun getöteten IS-Anführer al-Kuraschi war in der Öffentlichkeit nur wenig Privates bekannt. Der Mann soll ursprünglich aus der syrischen Stadt Aleppo stammen.

haz/qu (afp, rtr)