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Israel schließt seine Botschaft in Minsk

25. Juli 2002

– Was steckt dahinter?

Minsk, 24.7.2002, BELARUS TODAY, russ., Roman Jakowlewskij

(...) Am letzten Montag, dem 22. Juli, hat der israelische Außenminister Schimon Peres hochrangige Mitglieder des Kabinetts über die Liste der Botschaften und Konsulate informiert, die wegen der Reduzierung der Ausgaben des Ministeriums geschlossen werden. (...) Auf dieser Liste steht auch die Botschaft in der Stadt Minsk. (...)

Bemerkenswert ist, dass sich die sogenannten russischen Parteien – "Yisrael Ba’Aliya" und "Unser Haus – Israel" besonders gegen die Schließung der Botschaft in Minsk aussprachen. Sie erklärten, dies würde sich negativ auf den Repatriierungsprozess auswirken. Nach Meinung der Vorsitzenden sollte Israel die Beziehungen zu Osteuropa nicht einschränken, sondern erweitern. Weißrussland sei "ein sehr wichtiger Staat mit einer reichen jüdischen Geschichte". Hinzufügen könnte man noch die Worte des Außenministers Weißrusslands, Michail Chwostow, der betont, dass sich die weißrussischen Machtorgane auch Sorgen um die 140 000 Landsleute in Israel machen. Nicht ganz klar ist allerdings, ob diese Landsleute für das offizielle Minsk ehemalige oder gegenwärtige Landsleute sind.

Die Aktivitäten des jetzigen Botschafters Weißrusslands in Israel, des KGB-Generals a.D. Gennadij Lawizkij, dem es in sieben Jahren Arbeit gelungen ist, gute Beziehungen zu den Landsleuten, Bürgern Israels, besonders Kriegsveteranen herzustellen, zeugt anscheinend davon, dass diese nicht vergessen werden. Viele gehen jedoch davon aus, dass alle Bemühungen des Botschafters zur Herstellung normaler bilateraler Beziehungen durch den merkwürdigen Hang des weißrussischen Herrschers zur Freundschaft mit solchen, Israel "freundlich gesinnten" Regimen wie Syrien, Iran, Libyen und Irak zunichte gemacht werden. Die Zusammenarbeit Weißrusslands mit diesen Ländern bleibt weiterhin ein beunruhigendes Thema auf internationaler Ebene. Auch in der israelischen Gesellschaft und in ihrem Establishment kann man sich dieser Freundschaft gegenüber nicht ruhig verhalten. In der letzten Zeit sind zum Beispiel in den israelischen Medien Berichte darüber aufgetaucht, dass Weißrussland den Irak mit Waffen und Ersatzteilen für Militärtechnik über Syrien versorge, gegen das keine UN-Sanktionen verhängt wurden. (...) In Jerusalem und einigen anderen Hauptstädten ist man natürlich auch auf einige Umstände des letzten Minsk-Besuchs einer irakischen Delegation mit dem Vizepremier an der Spitze aufmerksam geworden. In den weißrussischen staatlichen Medien hat man aus irgendeinem Grund verschwiegen, dass dieser Vizepremier gleichzeitig auch Minister für Militärindustrie ist. Daran haben einige ausländische Medien erinnert. Anscheinend hatte die weißrussische außenpolitische Behörde, die gründlich über diesen Besuch berichtete, bestimmte Gründe, den Ministerposten des Gastes aus Bagdad zu verschweigen. Vielleicht hat auch das dazu beigetragen, dass Weißrussland auf die "Liste von Peres" gelangte.

Spricht man vom Zustand der weißrussisch-israelischen Beziehungen, muss gerechtigkeitshalber nicht nur das Verhalten von Minsk hervorgehoben werden. Seit der jetzige Botschafter an der Spitze der israelischen Botschaft steht, ist der Kontakt zu weißrussischen Journalisten, besonders von nicht staatlichen Medien, der für die Tätigkeit beider Seiten so wichtig ist, praktisch zum Erliegen gekommen. Kaum jemand kann sich überhaupt daran erinnern, wann der Herr Botschafter persönlich eine Pressekonferenz ähnlich den Pressekonferenzen abhielt, die seine in Minsk akkreditierten Kollegen vom diplomatischen Korps durchführen. Solche Treffen des israelischen Botschafters mit Journalisten könnten zu einer wichtigen und interessanten Informationsquelle werden. Besonders im Lichte des Krieges in seinem Land. Seine Vorgänger, die übrigens Russisch beherrschten und bestrebt waren, Belarussisch zu lernen, kamen des Öfteren mit Journalisten zusammen, mit Vertretern der nicht staatlichen gesellschaftlichen Organisationen unterschiedlicher Art. Leider ist beim jetzigen Chef der diplomatischen Mission Israels solch ein Hang zur Kommunikation nicht zu beobachten. Dessen Abwesenheit wird, sollte die Botschaft tatsächlich geschlossen werden, kaum jemandem auffallen. (lr)

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