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GesellschaftTürkei

Türkei: Phosphin-Gas im Zimmer der Urlauber aus Hamburg

26. November 2025

Zwei Wochen nach dem Tod einer aus Deutschland angereisten Familie in der Türkei liegt ein Obduktionsbericht vor. Eine Rolle spielt dabei das toxische Gas Phosphin.

Mehrere Männer stehen kurz hinter dem Eingang des Hotels
Ermittler suchen nach dem Tod der Urlauber in dem Hotel im Istanbuler Stadtteil Fatih nach weiteren Spuren Bild: DHA

Im Hotelzimmer in der türkischen Metropole Istanbul, in dem die Familie aus Hamburg übernachtet hatte, ist das toxische Gas Phosphin entdeckt worden. Der Stoff sei etwa in Wischproben festgestellt worden, die man aus dem Zimmer entnommen habe, heißt es in einem Bericht der Rechtsmedizin der Türkei. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu zitiert daraus. Auch in Handtüchern des Hotels habe man Phosphin entdeckt. Die finale Klärung der Todesursache stehe aber noch aus, so die Rechtsmediziner.

"Stichhaltige Beweise" für Phosphin-Vergiftung

Die türkische Online-Nachrichtenseite T24 und der Sender Halk TV melden unter Berufung auf den Obduktionsbericht, für eine Phosphin-Vergiftung seien "stichhaltige Beweise" entdeckt worden. Im Blut der verstorbenen Eltern und ihrer beiden Kinder im Alter von sechs und drei Jahren seien jedoch keine Giftspuren gefunden worden.

Bei der Bekämpfung von Schädlingen wird häufig der Stoff Aluminiumphosphid eingesetzt. In Verbindung mit Wasser - Luftfeuchtigkeit genügt - entsteht das toxische Gas Phosphin. Das Gas schädigt die Körperzellen von Säugetieren und verhindert in größeren Konzentrationen den Sauerstoff-Transport im Blut. Phosphin kann bei Menschen unter anderem zu Reizhusten, Erbrechen, Leber- und Nierenfunktionsstörungen führen und beim Einatmen lebensbedrohlich sein.

Lebensmittelvergiftung weitgehend ausgeschlossen

Die in der Millionenmetropole Hamburg im Norden Deutschlands lebende türkische Familie hatte Mitte November Urlaub in Istanbul gemacht, als alle vier Personen erkrankten. Zuvor sollen sie an einem Imbiss im touristisch geprägten Stadtviertel Ortaköy am Bosporus gegessen haben. Deshalb war zunächst eine Lebensmittelvergiftung vermutet worden. Tests in Lokalen, in denen die Familie Essen verzehrt hatte, zeigten jedoch keine Auffälligkeiten, so die Nachrichtenagentur Anadolu.

Wenige Tage nach dem Tod der Kinder und der Mutter war auch der Vater im Krankenhaus verstorben.      

Das Hotel in Istanbul wurde geschlossen. Im Zusammenhang mit dem tragischen Tod der Urlauber wurden elf Menschen festgenommen.

se/AR (dpa, afp, ndr)

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