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Politik

IWF stockt Argentinienhilfe auf

27. Oktober 2018

Argentinien steht unter Druck: Der Schuldenberg ist immens, der Peso verliert an Wert. Weil das südamerikanische Land nun aber einen strikten Sparkurs fährt, kommt Unterstützung vom Internationalen Währungsfonds.

Argentinien Buenos Aires Wechselkurse
Bild: Getty Images/AFP/E. Abramovich

Der Internationale Währungsfonds in Washington greift dem finanziell angeschlagenen Argentinien erneut unter die Arme. Die bereits im Juni in Aussicht gestellte Hilfe wird aufgestockt: Im Rahmen seines Rettungsprogrammes hat der IWF eine weitere Tranche von 5,7 Milliarden Dollar freigegeben. Insgesamt erhöht sich die Finanzhilfe auf knapp 57 Milliarden Dollar - Geld, das Argentinien dringend benötigt.

Harte Sparmaßnahmen

Im Gegenzug für die Hilfe vom IWF hat sich die Regierung von Präsident Mauricio Macri  zu drastischen Einsparungen verpflichtet. Die erste Hürde ist dabei genommen: Am Donnerstag hat das argentinische Abgeordnetenhaus dem Haushalt 2019 zugestimmt und damit die harten Sparmaßnahmen der Regierung abgesegnet.

Präsident Macri: Tiefe EinschnitteBild: Reuters/M. Brindicci

Als nächstes muss der Senat in Buenos Aires über die Maßnahmen befinden. Mit seiner Zustimmung wird gerechnet. Vorgesehen sind neben Steuererhöhungen tiefe Einschnitte im Gesundheits-, Bildungs- und Verkehrswesen, bei öffentlichen Arbeiten sowie im Wissenschafts- und Kulturbereich.

Die Marathondebatte im Parlament wurde von heftigen Protesten auf der Straße begleitet. Die Polizei ging mit Gummigeschossen und Tränengas gegen die Demonstranten vor, aus deren Menge Steine geworfen wurden.

Armut und Protest

Argentiniens Haushaltsdefizit betrug im vergangenen Jahr 3,9 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Regierung will es dieses Jahr auf 2,7 Prozent und bis Ende 2019 auf Null senken. Der argentinische Peso büßte seit Jahresbeginn 50 Prozent an Wert gegenüber dem Dollar ein.

Gratisessen für Kinder bei einer Demonstration in Buenos Aires (im September)Bild: picture-alliance/AP Photo/N. Pisarenko

Grund ist vor allem die beunruhigende Entwicklung der Inflation. Im Juli betrug sie fast 20 Prozent, bis zum Jahresende könnten es 40 Prozent sein. Der IWF rechnet damit, dass die Wirtschaft dieses Jahr um 2,6 Prozent schrumpft.

In den vergangenen Monaten nahmen Streiks und Demonstrationen zu. Mehr als 27 Prozent der Bevölkerung leben nach amtlichen Angaben unter der Armutsgrenze, die Arbeitslosenrate liegt bei 9,6 Prozent.

AR/kle (afp, dpa)

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