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IWF warnt vor überzogenem Sparkurs

8. Mai 2012

Der Machtwechsel in Frankreich geht möglicherweise mit einem Politikwechsel in Europa einher. Nun ist plötzlich mehr von der Ankurbelung der Konjunktur die Rede, sogar der Währungsfonds IWF warnt vor überzogenem Sparen.

IWF-Chefin Christine Lagarde Foto: REUTERS/Jonathan Ernst
IWF-Chefin Christine LagardeBild: Reuters

Vor einem zu strikten Sparkurs in überschuldeten Ländern müsse man sich vor allem dann hüten, wenn sich die Konjunktur abschwäche, sagte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde. "Wenn das Wachstum schlechter ist als erwartet, sollten sie lieber an den angekündigten Fiskal-Maßnahmen festhalten statt sich zu sehr auf die angekündigten Fiskal-Ziele zu konzentrieren", meinte die IWF-Chefin in einer Rede vor Studenten der Universität Zürich.           

Eine Kehrtwende des IWF?

Mit diesen Äußerungen deutete die IWF-Chefin erstmals mehr Flexibilität im Umgang mit hoch verschuldeten Staaten wie Griechenland an, die im Gegenzug für Milliardenhilfen des IWF und der EU einen strikten Sparkurs einschlagen mussten, der aber das Wachstum zusätzlich bremst. Solche Staaten sollten ihre Haushaltsdefizite lediglich schrittweise reduzieren, denn zu harte Einschnitte würden in vielen Fällen die Wirtschaft bremsen. Solche Töne haben zum Beispiel die Griechen von den internationalen Geldgebern länger nicht mehr gehört.

In Griechenland und Frankreich haben bei den Wahlen am Sonntag Politiker und Parteien große Erfolge erzielt, die gegen den bisherigen Sparkurs Front gemacht haben. In Athen könnte nun sogar eine Neuverhandlung des 130 Milliarden Euro schweren zweiten Rettungspakets auf die Agenda kommen.

Weiter in Schieflage: der griechische StaatshaushaltBild: dapd

In dem auf internationale Hilfen angewiesenen Staat stehen ohnehin rasche Entscheidungen zu Spar- und Reformschritten an. Bis Juni verlangt die Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) weitere Konsolidierungsmaßnahmen über 11,5 Milliarden Euro im Gegenzug für frisches Geld. Die Euro-Staaten hatten im Februar ein zweites Rettungspaket für Griechenland geschnürt.

ml/gmf (rtr, dapd)

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