1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Joshua Kimmich, der Unvollendete

Thomas Klein Winston-Salem
18. Juni 2026

Das DFB-Team steht vor dem zweiten Spiel bei der WM. Kapitän Joshua Kimmich ist positiv gestimmt, freut sich über den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft - und schwört dabei auf ein besonderes Getränk.

Joshua Kimmich (l.) und Deniz Undav (r.) bejubeln das 6:1 gegen Curacao. Kimmich ballt die Fäuste und Undav hebt bei Arme in die Höhe.
Joshua Kimmich (l.) geht in seine dritte WM - dieses Mal als Kapitän der DFB-ElfBild: Christian Charisius/dpa/picture alliance

Joshua Kimmich ist gut gelaunt. Und dass, obwohl der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft an seinem freien Tag in Winston-Salem schönere Dinge auf seinem Zettel gehabt haben dürfte, als an der offiziellen DFB-Pressekonferenz teilzunehmen.

Doch die letzten Wochen und vor allem der Auftaktsieg gegen Curaçao, stimmten den 31-Jährigen positiv. Denn vor allem neben dem Platz wächst das Team immer mehr zusammen.

"Man bewertet die Stimmung immer positiv, wenn man ein Spiel gewinnt", sagt der Nationalspieler. "Aber ich habe sie auch schon vor dem ersten Spiel positiv bewertet. Es ist nicht jeden Tag Friede, Freude, Eierkuchen, aber es ist wichtig, dass wir uns alle gut verstehen, um an dem Ziel zu arbeiten."

Zehn Spiele in Folge habe die Nationalmannschaft mittlerweile gewonnen, was Kimmich das Gefühl verleiht auf dem richtigen Weg zu sein. Auf dem vermeintlich richtigen Weg wähnte sich das DFB-Team auch bei den vergangenen Weltmeisterschaften in Russland (2018) und Katar (2022), doch bei beiden Turnieren bog die Nationalmannschaft früh falsch ab und schied bereits in der Vorrunde aus.

Kimmich steht vor seiner WM-Premiere

Bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada soll es nun endlich wieder anders laufen. Und durch den deutlichen 7:1-Sieg gegen Curaçao ist das Team um Kapitän Kimmich zuversichtlich, es dieses Mal besser hinzubekommen.

"Es war ein überzeugender Sieg", resümiert er. "Wir haben sehr wenig zugelassen und hätten auch noch mehr Tore machen können. Wir haben es bei den ersten Spielen anderer Teams gesehen, dass es nicht selbstverständlich ist, gegen schwächere Gegner zu gewinnen."

Durch den neuen Modus mit 48 Mannschaften ist Deutschland schon jetzt so gut wie sicher in der nächsten Runde - Kimmich hat also gute Chancen sein erstes K.o.-Spiel bei einer WM spielen zu können.

Joshua Kimmich (l.) ist auf dem Spielfeld der verlängerte Arm von Bundestrainer Julian NagelsmannBild: Alexander Hassenstein/Getty Images/AFP

Der 31-Jährige führt bei seiner dritten WM die Nationalmannschaft erstmals als Kapitän an. Für Sportdirektor Rudi Völler genau die richtige Wahl. "Jo Kimmich ist der Fahnenträger für uns alle." Er sei einer, der voranginge und ein "Vorbild" für die Kollegen.

Nationalteam ist "eine Familie"

Kimmich ist einer der erfolgreichsten Fußballer in Deutschland und hat mit dem FC Bayern München bereits alles gewonnen, doch seine Karriere in der Nationalelf ist mehr von Rückschlägen als von Erfolgen geprägt. Dementsprechend versucht er alles, um dieses Mal mehr zu erreichen. Und macht Abstriche.

Auf dem Spielfeld bearbeitet er die rechte Abwehrseite, obwohl er lieber im Mittelfeld spielen würde. Und neben dem Platz geht er als Kapitän voran und versucht alle Teamkollegen einzubinden und mitzunehmen. Der vierfache Familienvater betrachtet eben auch die Nationalelf als "eine Familie" - und die will gepflegt werden.

Kimmich glaubt an das aktuelle Mehrgenerationenteam, angefangen vom 40-jährigen Neuer bis hin zum halb so alten Neuling Assan Ouedraogo. "Wir haben eine neue Mannschaft, wir haben neue Voraussetzungen", weiß der "Familienvorstand". Er habe das Gefühl, dass nach Jahren der vielen Umbrüche und Rückschläge wieder eine echte "hungrige" Einheit zusammenwachse.

Kimmich: "Das gute Gefühl entsteht auf dem Platz"

Besonders die Mischung von unterschiedlichen Charakteren, die Bundestrainer Julian Nagelsmann für sein Projekt "WM-Titel" ausgewählt hat, scheint gut zusammen zu passen.

"Wir haben außer Manu [Manuel Neuer, Anm.d.R.] nur Spieler dabei, die mit der Nationalmannschaft noch nichts gewonnen haben", erklärt der Kapitän. Und "die haben diesen Hunger, diesen Antrieb, etwas Besonderes zu schaffen. Die Jungs haben Lust auf Fußball."

Gute Laune beim Training der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Winston-SalemBild: Alexander Hassenstein/Getty Images/AFP

Wenn die Trainingseinheiten vorbei sind, beschäftigen sich die Nationalspieler in kleinen Gruppen. "Manche spielen Karten, manche haben die NBA-Finals geguckt", sagt Kimmich und am Pool sei auch immer ein bisschen was los.

"Ich glaube, dass man eine Familie vor allem auf dem Platz wird, dass man da zusammenwächst. Natürlich kann man das Drumherum verstärken, in dem man Zeit miteinander verbringt", weiß Kimmich. "Aber das gute Gefühl entsteht auf dem Platz."

Stilles Wasser für den Teamgeist

Das Team ist in Takt, was auch auf dem Trainingsplatz sichtbar wird. Es wird viel gelacht, aber auch hart gearbeitet, denn es gibt trotz des guten WM-Starts noch viel zu verbessern.

"Ich glaube schon, dass wir sehr große Qualitäten haben und großen Mannschaften wehtun können", erklärt Kimmich. "Natürlich müssen wir an unserer Stabilität arbeiten. Wir bekommen zu viele Gegentore, gegen die großen Teams darf uns das nicht passieren."

Und so arbeitet das Team um Kapitän Kimmich weiter am großen Traum. Und damit es vor allem neben dem Platz weiterhin so gut läuft, schwört der Nationalspieler auf ein ganz simples Getränk: stilles Wasser.

"Viele Experten sagen, dass die früher mal zusammen einen saufen waren und dann war danach alles super", sagt er. "Daran glaube ich nicht. Ich glaube daran, dass wenn du auf dem Platz alles reinhaust, dann kannst du das [Teamgefühl, Anm.d.R.] schon verstärken, auch wenn du am Abend mal ein stilles Wasser trinkst."

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen
Den nächsten Abschnitt Top-Thema überspringen

Top-Thema

Den nächsten Abschnitt Weitere Themen überspringen