Köln will seine 2000-jährige Geschichte mit einem neuen Museumskomplex noch stärker herausstellen. Direkt neben dem Kölner Dom soll gebaut werden. Über das Projekt "Historische Mitte" wird im Mai entschieden.
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Im Mai soll der Stadtrat über den Neubau direkt neben dem Dom entscheiden. Sechs Millionen Besucher haben laut der parteilosen Oberbürgermeisterin Reker vergangenes Jahr in Köln übernachtet und vermutlich alle den Dom angesehen. Die Stadt plant den Neubau für das Kölnische Stadtmuseum, das die Geschichte der Stadt seit dem Mittelalter zeigt. Es soll das Römisch-Germanische Museum ergänzen, das die Geschichte der Stadt in der Antike abbildet. Der Name des Projekts lautet "Historische Mitte".
Entwurf Vorplatz neuer Museumskomplex in KölnBild: Staab Architekten GmbH
Die Kosten werden laut Reker auf 116 Millionen Euro veranschlagt. Das Römisch-Germanische Museum und das derzeitige Kölnische Stadtmuseum müssen der Bürgermeisterin zufolge aber ohnehin saniert werden - dies würde 125 Millionen Euro kosten. Daher würde die Sanierung "mehr Geld fressen" als der Neubau. Fertig würde das Projekt wohl erst in zehn Jahren.
Entwurf Foyer neuer Museumskomplex in KölnBild: Staab Architekten GmbH
Damit soll in Köln eine Kulturmeile entstehen. In unmittelbarer Nähe zueinander befänden sich dann neben dem neuen Museumskomplex der Statthalterpalast aus der Römerzeit, das Jüdische Museum (derzeit im Bau), das Kunstmuseum Wallraf-Richartz, das mittelalterliche Tanzhaus Gürzenich und die Basilika St. Maria im Kapitol, eine der ältesten deutschen Kirchen.
is/ch (dpa, dlf)
Deutschland von A bis Z: Köln
Wir machen eine Reise durch Deutschland und stellen Ihnen jede Woche eine Stadt dem Alphabet nach vor. Diesmal führt uns K nach Köln, eine Stadt voller Kunst, Kultur und Karneval.
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Dom - ein wahrhaft großes Wahrzeichen
Er ist eines der beliebtesten Reiseziele Deutschlands: vor der Corona-Pandemie besuchten ihn etwa 20.000 Menschen - pro Tag. Der Dom ist über 700 Jahre alt, genauso lange wurde an ihm gebaut. Als Meisterwerk gotischer Architektur ist er seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe.
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Altstadt - historische Mitte und Moderne
Die Altstadt Kölns wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Viele der historischen Fassaden wie hier am Fischmarkt wurden wieder aufgebaut und mischen sich nun mit funktionalen Bauten der 1960er Jahre. In den Gassen der Altstadt gibt es viele urige Kneipen, Restaurants und Brauhäuser.
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Brauhaus - Traditionsbier Kölsch
In den Brauhäusern offenbart sich ein Stück Kölner Lebensart: Gäste genießen hier ihr Kölsch. Es darf nur in Köln und Umgebung hergestellt werden. Serviert wird das helle Bier in der Kölschstange, einem schmalen 0,2-Liter-Glas. Dazu passen deftige Kölner Spezialitäten wie "Himmel und Äad", ein Gericht mit Kartoffelbrei, Apfelmus und Blutwurst.
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Museen - von Altertum bis Gegenwart
Kunst- und Kulturinteressierte haben in Köln einiges abzuklappern: Es gibt jede Menge Galerien und Ausstellungshäuser. Das Museum Ludwig etwa präsentiert neben zeitgenössischer Kunst auch Werke des Expressionismus und der Pop Art. In Köln findet jeder "sein" Museum: die Themen reichen von der Römerzeit über das Mittelalter bis zu Technik oder Schokolade.
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Kirchen - Zeugnisse früher Pracht
Im Mittelalter war Köln die größte Stadt des deutschsprachigen Raumes und ein wichtiges kirchliches Zentrum. Zahlreiche Sakralbauten zeugen bis heute von dieser Bedeutung, darunter allein zwölf Romanische Kirchen. St. Maria im Kapitol ist die größte von ihnen. In ihrem heutigen Aussehen entstand sie im 11. Jahrhundert. Vorher stand hier eine römische Tempelanlage.
Bild: Jens Korte/KölnTourismus GmbH
Rheinpark - eine riesige Spielwiese
Gegenüber vom Dom, direkt am Rhein gelegen, erstreckt sich der 40 Hektar große Rheinpark. 1912 wurde er angelegt, 2007 zum schönsten Park Deutschlands gekürt. Ausgedehnte Rasenflächen sind im Sommer Spielwiese für Fußballturniere und Grillabende. Mit der Rhein-Seilbahn kann man von hier aus über den Fluss schweben bis zum Kölner Zoo.
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Karneval - Kölns fünfte Jahreszeit
Eine Woche im Jahr ist Köln im Ausnahmezustand: Der Kölner Karneval gilt als eines der größten und bekanntesten Karnevalsfeste der Welt. Wichtige Vokabeln für Neulinge: "Alaaf" - Karnevalsgruß, der immer und überall gerufen wird, und "Kamelle" - Süßigkeiten, die unters Volk geworfen werden. Köln will trotz der Corona-Epidemie 2021 Karneval feiern, aber wohl auf "Bützje" - Küsschen verzichten.
Bild: picture-alliance/dpa/O. Berg
Messen - von Gamescom bis Art Cologne
Köln ist weltbekannt als Messestadt: Auf der Gamescom, der Messe für Computerspiele, präsentieren Hersteller aus aller Welt jedes Jahr neue Hard- und Software. Kunstwerke aller Preissegmente wechseln auf Art Cologne, der ältesten Kunstmesse der Welt, ihre Besitzer. Alle zwei Jahre findet in Köln die Photokina statt, die weltweit bedeutendste Messe für Fotografie.
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Vielfalt - Jede/r, wie sie/er mag
Weltoffenheit und Toleranz - dafür steht Köln. Die Rheinmetropole gilt auch als Hochburg der Schwulen und Lesben. Einmal im Jahr findet der ColognePride statt, eine zweiwöchige Veranstaltung für die Rechte von Homosexuellen und Transgendern - die größte ihrer Art in Europa. Party-Höhepunkt ist der Christopher Street Day - der dieses Jahr wegen der Coronakrise in den Herbst verschoben wurde.
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Rhein - Handelsweg mit Erholungswert
Einer der unschlagbaren Vorzüge Kölns ist die Lage am Fluss - und an was für einem! Der Rhein ist der längste Fluss Deutschlands. Schon die Römer wussten den Standort zu schätzen und gründeten hier im Jahr 19 v. Chr. eine Siedlung. Bei einer Fahrt mit dem Ausflugsschiff kann man das Altstadt-Panorama mit dem Dom auf sich wirken lassen - oder man greift selbst zum Paddel.