1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
MusikGlobal

K-Pop-Comeback des Jahres: BTS sind zurück

19. März 2026

Nach vier Jahren Pause und abgeschlossenem Militärdienst kehren BTS in kompletter Besetzung zurück. Mit neuem Album, globalem Livestream und großer Welttour beginnt ein neues Kapitel für die K‑Pop‑Ikonen.

Sieben junge Männer in bunten Anzügen posieren für die Kamera.
Am 20. März startet das Comeback von BTS mit einem neuen AlbumBild: YNA/picture alliance

BTS zählen seit Jahren zu den einflussreichsten Popacts weltweit. Die Boyband aus Südkorea prägte die globale K-Pop-Welle - auch "Hallyu" genannt - stellte Streaming‑ und Chartrekorde auf und baute eine der stärksten Fangemeinden der Musikgeschichte auf. Nach einer langen Phase individueller Projekte und der gesetzlichen Militärpflicht stehen nun alle Zeichen wieder auf Comeback - und zwar als vollständige Siebenergruppe.

Die zentralen Fakten zur Rückkehr sind inzwischen offiziell bestätigt: Das neue Album "ARIRANG" erscheint am 20. März 2026, gefolgt von einem kostenlosen Comeback-Livekonzert am 21. März 2026 in Seoul - allein dort werden 500.000 Fans erwartet, Netflix streamt das Konzert für den Rest der Welt.

Der Weg in die Pause: Soloprojekte und Militärdienst

BTS steht für Bangtan Sonyeondan (koreanisch) und auch für Bangtan Boys (koreanisch und englisch). Am 13. Juni 2013 kam die erste Single der Band auf den Markt - und damit schossen die sieben Jungs den K-Pop in den internationalen Pophimmel.

BTS vor zehn Jahren bei einer K-Pop-Awards-Verleihung in SeoulBild: Kim Hee-Chul/dpa/picture-alliance

Den 13. Juni feiert die Band jedes Jahr bis heute über mehrere Tage in Seoul, markiert dieser Tag doch den Beginn einer wahnwitzigen Karriere. Ein beliebter Programmpunkt ist das FESTA-Dinner - dabei sitzt die Band zusammen, alle essen gemeinsam, lesen Fanpost und reden über das vergangene Jahr. Über ihren offiziellen YouTube-Kanal BangtanTV (82,5 Mio. Follower) wird das Dinner gestreamt. Ein besonderer Einschnitt war das FESTA Dinner 2022: An dem Tag kündigten die Jungs ihre Pause an - um Raum für Soloentwicklungen und kreative Neuorientierung zu schaffen. Die Mitglieder sprachen offen über Erschöpfung, Identitätssuche und den Wunsch, als Individuen zu wachsen.

Parallel stand der verpflichtende Militärdienst an, den alle südkoreanischen Männer absolvieren müssen - auch Popstars. Die Zeiten beim Militär machten es den Musikern unmöglich, weiter an der Karriere als Popgruppe zu arbeiten. Soloprojekte allerdings waren machbar - so veröffentlichte jedes Mitglied mindestens ein Soloalbum oder gab - wie Jin mit Coldplay - Konzerte mit eigenen Songs - ein kreativer Reifungsprozess, der von Medien und Fans intensiv verfolgt wurde. Bis Juni 2025 hatten alle sieben Mitglieder ihren Dienst vollständig beendet.

Jung Kook und Jimin beim MilitärBild: Lee Jin-man/AP Photo/picture alliance

Als alle aus dem Militärdienst entlassen waren, verdichteten sich die Hinweise auf eine mögliche Wiedervereinigung der Band - und schließlich wurde die Rückkehr bestätigt: Neues Album, Comeback-Konzert und eine große Welttournee mit über 80 Shows ab dem 9. April 2026. Netflix, das sich die Rechte am Comeback-Konzert gesichert hat, schiebt am 27. März eine Dokumentation nach: "BTS - Die Rückkehr" verspricht exklusives Filmmaterial aus der Militärzeit und von den Vorbereitungen des Comebacks. 

Warum dieses Comeback ein globales Ereignis ist

Die Fans - auch "ARMY" genannt - warteten seit dem letzten gemeinsamen Album "Proof" (2022) auf die Wiedervereinigung. Das Comeback verspricht nicht nur neue Musik, sondern auch die Rückkehr eines Gemeinschaftsgefühls, das BTS und ihre ARMY gemeinsam aufgebaut haben. Die Bezeichnung "ARMY" steht für "Adorable Representative M.C. for Youth", was auf Deutsch sinngemäß "liebenswerte repräsentative Stimme der Jugend" bedeutet. Der Name beschreibt die Fans als eine unterstützende, hörbare und engagierte Gemeinschaft, die wie eine Armee hinter BTS steht und deren Botschaften weiterträgt.

Hype um die Bangtan Boys in Berlin

01:54

This browser does not support the video element.

Das Verhältnis der Band zu ihren Fans ist, obwohl sie Superstars sind, eng. Noch bevor das Label BigHit das Comeback offiziell angekündigt hatte, erhielten ARMY Gold Members einen besonderen Gruß: handgeschriebene Briefe von allen sieben BTS-Mitgliedern. Auf jedem Brief stand das Datum "2026.3.20" - der Tag des Comebacks. Alle BTS-Mitglieder zeigten sich darin höchst emotional, so schreibt Jung Kook: "Ich vermisse euch. Bitte kümmert euch auch dieses Jahr gut um uns." RM freut sich: "Wir haben sehnsüchtiger als jeder andere gewartet. BTS is coming!" Und Jimin schreibt: "Das Jahr, auf das wir gewartet haben, ist endlich da."

BTS-Fans gibt es auf der ganzen Welt - hier eine Delegation der italienischen "ARMY"Bild: Lee Jin-man/AP Photo/picture alliance

Was das Comeback künstlerisch bedeutet

"ARIRANG" kommt mit 14‑Tracks, die die Verbindung von Tradition und moderner Popästhetik aufgreifen. Der Titel verweist auf ein koreanisches Volkslied, das für Wiedervereinigung, Sehnsucht und Hoffnung steht - ein bewusst gewähltes Symbol nach Jahren der Trennung. Dem "Rolling Stone" sagten sie, dass das neue Album die Ideen aller Mitglieder widerspiegele - dass es ein bewusstes Gruppenprojekt sei, das an die Anfangsenergie der Band anknüpfen soll. Nach Jahren der Solokarrieren soll das Comeback gewachsene künstlerische Identitäten zusammenbringen - BTS betonen immer wieder in Interviews, dass es bei ihrer Rückkehr vor allem darum geht, wieder als Einheit aufzutreten. RM formulierte es im "Rolling Stone" so: Das Wichtigste sei, "dass wir wieder zusammen hier sind".

2026 markiert den Beginn eines neuen Kapitels für BTS: vollständig, gereift und bereit, die K-Pop-Welt erneut zu prägen. Mit einem Album, das bewusst kulturelle Wurzeln aufgreift, und einer gigantischen Welt­tournee setzen BTS erneut Maßstäbe - und wollen zeigen, dass sie auch nach einer langen Pause nichts von ihrer Relevanz verloren haben.

Silke Wünsch Redakteurin, Autorin und Reporterin bei Culture Online
Den nächsten Abschnitt Top-Thema überspringen

Top-Thema

Den nächsten Abschnitt Weitere Themen überspringen