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Katar kauft Valentino

12. Juli 2012

Das einkaufsfreudige Emirat landet einen weiteren Coup: Eine Investmentgruppe des Golfstaates Katar kauft das Modehaus Valentino. Wie es heißt, war der Herrscherfamilie an dem Deal sehr gelegen.

Models auf dem Laufsteg (Foto: dapd)
Emirat Katar kauft italienisches Modelabel ValentinoBild: dapd

Man habe sich mit der Investmentgruppe Mayhoola aus dem Emirat Katar auf einen Verkauf der Valentino Fashion Group geeinigt, teilte der Valentino-Besitzer, der Finanzinvestor Permira, am Donnerstag in Mailand mit. Der Vertrag sei bereits am Mittwoch unterschrieben worden. Presseberichten zufolge können Permira und der kleinere Miteigner, die Familie Marzotto, auf einen Erlös von mindestens 600 Millionen bis über 700 Millionen Euro hoffen. Marktkenner werteten dies als gutes Geschäft für die Eigner.

Das an Mode und Luxusgütern interessierte Herrscherhaus des Emirats soll sich besonders für den Valentino-Ankauf stark gemacht haben. Die Liste der Prominenten, die Kleider des Modezars Valentino geschätzt haben, ist lang. Dazu gehörte neben anderen Filmstar Sophia Loren.

"Wir glauben, dass Valentino eine ideale Ausgangsbasis ist, um eine noch breitere Präsenz im Luxuswarengeschäft zu schaffen", sagte ein Vertreter der Katar-Investmentgruppe. "Wir sind mit der Operation sehr zufrieden", meinte Valentino-Vorstandssprecher Stefano Sassi.

Permira hält fest an Hugo Boss

Permira hatte das 1960 von dem Modeschöpfer Valentino Garavani gegründete Unternehmen im Jahr 2007 übernommen. Durch den Kauf des italienischen Hauses kam Permira auch in den Besitz der früheren Valentino-Tochter Hugo Boss. An dem Edelschneider aus Metzingen will das Unternehmen eigenen Angaben zufolge allerdings auch weiterhin festhalten. Die Anteile hat der Investor in der Holding Red & Black gelagert. Einen Teil der Boss-Aktien hatte Permira im vergangenen Jahr losgeschlagen. Aktuell liegt der Anteil des Finanzinvestors bei 66 Prozent.

Die Mailänder Valentino-Gruppe hatte nach verlustreichen Vorjahren 2011 einen Umsatzsprung auf 322 Millionen Euro gemacht und dabei einen Gewinn von 22 Millionen Euro erzielt. Das bedeutet, dass Katar bei einem angenommenen Kaufpreis für das renommierte Haus von mehr als 600 Millionen Euro mindestens das 27-fache dieses Gewinns bezahlt.

ul/wen (dpa,rtr, afp)