Sanierungsplan für Opel steht
28. Februar 2013Auf seinem Kurs zurück in die schwarzen Zahlen will der Autobauer Opel auf einen radikalen Kahlschlag verzichten. Nach monatelangen Verhandlungen haben sich Unternehmen und Arbeitnehmervertreter darauf geeinigt, betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2016 auszuschließen.
Im Werk Bochum fallen dennoch Stellen weg, weil Opel rund 700 Mitarbeitern Abfindungen und Programme zur Teilzeitarbeit im Alter anbietet. Nach 2016 werden dort keine kompletten Autos mehr gebaut, stattdessen sollen in dem Werk Komponenten gefertigt werden. Den Angaben zufolge werden dann noch 1200 Arbeitsplätze in Bochum benötigt.
Kritik am Sanierungsplan
Rainer Einenkel, der Vorsitzende des Bochumer Opel-Betriebsrats, kritisierte den Sanierungsplan. Die Vereinbarung für das Bochumer Werk enthalte nichts außer Absichtserklärungen. Es bestehe die Gefahr, dass 2016 mehr als 2000 Menschen in Bochum vor der Kündigung stünden, so Einenkel.
Die Beschäftigten in der Zentrale in Rüsselsheim und in den Werken Eisenach und Kaiserslautern können dagegen aufatmen. Opel hat Produktionszusagen für die Zeit nach 2015 gemacht.
Verzögerte Lohnerhöhung
Für die Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Ende 2016 müssen die Beschäftigten in allen deutschen Werken auf Geld verzichten. So stunden sie Tariferhöhungen bis 2015 jeweils so lange, bis die nächste Tariferhöhung in Kraft tritt, teilte der Betriebsrat mit. Zudem entfallen übertarifliche Gehaltsanteile, wie der übertarifliche Anteil des Weihnachtsgeldes.
Opel leidet unter der Absatzkrise in Europa und macht hohe Verluste. Die US-Mutter General Motors (GM) will daher die Kosten drücken und erwartet, dass Opel bis Mitte des Jahrzehnts wieder schwarze Zahlen schreibt.
bea/gmf (dpa, afp, rtr)