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Politik

Keine Kultur von Schwulen und Lesben

19. November 2017

Die türkische Regierung geht wieder einmal massiv gegen Homosexuelle, Transsexuelle und Intersexuelle vor. Nun stehen kulturelle Veranstaltungen auf dem Index. Die Begründung: Angst vor Provokationen und Reaktionen.

Türkei Kulturveranstaltungen von Schwulen-und Lesben in Ankara verboten | Deutsche Botschaft
Bild: Getty Images/AFP/A. Altan

Zuerst untersagte die türkische Regierung nur die von der deutschen Botschaft in Ankara mitorganisierten deutschen Schwulen-, Lesben- und Transgender-Filmtage. Jetzt dehnte Ankara das Verbot auf alle Kulturveranstaltungen der so genannten Gruppe der LGBTi (Lesben, Schwule (englisch: Gays), Bisexuelle, Transsexuelle und intersexuelle Menschen) in der Hauptstadt Ankara aus.

Theater- und Filmaufführungen, Ausstellungen oder ähnliche Veranstaltungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und intersexuellen Menschen seien bis auf weiteres in der gesamten Provinz nicht gestattet, erklärte das Gouverneursamt. Als Grund nannte die Behörde unter anderem die Sicherung der öffentlichen Ordnung.

Zudem könnten solche Veranstaltungen wegen "gesellschaftlicher Sensibilität" Provokationen und Reaktionen hervorrufen. Mit dieser Begründung hatte das Gouverneursamt schon die deutschen Filmtage der Homosexuellen verboten, die am vergangenen Donnerstag in der Hauptstadt stattfinden sollten.

"Rechte von Minderheiten sind unantastbar"

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), hatte daraufhin ein Foto der deutschen Botschaft in Ankara mit einer an der Fassade befestigten Regenbogenfahne getwittert. Dazu schrieb er: "Die Freiheit der Kunst und die Rechte von Minderheiten sind unantastbar! Das muss auch in der Türkei gelten!"

Homosexualität ist in der Türkei nicht verboten. Menschenrechtler kritisieren jedoch eine zunehmende Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Transgendern. Im Juni hatte der Istanbuler Gouverneur das dritte Jahr in Folge den traditionellen Schwulen- und Lesbenmarsch in Istanbul untersagt. Die Polizei setzte das Verbot mit Festnahmen und dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen durch.

cgn/mak (ap, dpa, rtr)

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