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Politik

Khan: "Seid auf das Schlimmste vorbereitet"

27. September 2019

Es war ein emotionaler Auftritt des pakistanischen Ministerpräsidenten bei der UN-Generaldebatte. "Wenn ein Land mit Nuklearwaffen bis zum Ende kämpft, hat das Konsequenzen", sagte er. Der US-Präsident will vermitteln.

USA New York UN Generalversammlung | Imran Khan
Bild: Reuters/L. Jackson

Pakistans Ministerpräsident Imran Khan forderte die Vereinten Nationen bei seinem ersten Auftritt in der UN-Generaldebatte in New York erneut zu einem Eingreifen im Kaschmir-Konflikt auf. Andernfalls sei ein weiterer Krieg zwischen den Atommächten Pakistan und Indien wahrscheinlich. "Wenn das schlecht läuft, hofft man auf das Beste - aber seid auf das Schlimmste vorbereitet." 

Indischer Premier erwähnt Kaschmir mit keinem Wort 

Der Hausarrest in Kaschmir müsse aufgehoben und der Autonomiestatus wiederhergestellt werden. Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft im Jahr 1947 drei Kriege geführt, zwei davon um die geteilte Region Kaschmir. Beide Atommächte beherrschen jeweils einen Teil von Kaschmir, ein weiterer Teil gehört zu China. Anfang August hatte Indien der indisch kontrollierten Kaschmir-Region den Autonomiestatus entzogen und damit die Spannungen im Verhältnis zu Pakistan schlagartig erhöht.

Männer aus Kaschmir treffen sich nachts - sie haben Angst, dass die Polizei ihre Häuser stürmt (Archivbild)Bild: Reuters/D. Siddiqui

Den indischen Premierminister Narendra Modi, der bei der Generaldebatte kurz zuvor gesprochen, aber den Kaschmir-Konflikt mit keinem Wort erwähnt hatte, bezeichnete Khan als "grausam". Modi habe die Menschen in Kaschmir aus "bloßer Arroganz" unter Hausarrest gestellt. "Und was wird passieren, wenn der Hausarrest aufgehoben wird? Er hat das nicht zu Ende gedacht", sagte Khan und warnte für diesen Fall vor einem "Blutbad".

USA erhöhen Druck auf Indien

"Es wird eine Reaktion geben, dann wird Pakistan verantwortlich gemacht werden und dann werden sich zwei Atommächte gegenüberstehen." Bei einem Krieg zwischen Indien und Pakistan könne "alles passieren", sagte er. "Was wir machen werden? Diese Frage stelle ich mir und wir werden kämpfen. Wenn ein Land mit Nuklearwaffen bis zum Ende kämpft, hat das Konsequenzen, die weit über seine Grenzen hinausgehen."

Bereits am Donnerstag hatten die USA die indische Regierung dazu aufgerufen, die seit Wochen für die frühere Autonomieregion Kaschmir geltenden Restriktionen zu lockern. Eine Vertreterin des US-Außenministeriums sagte, die Regierung in Washington hoffe auf "promptes Handeln" Neu Delhis und auf die Freilassung Festgenommener in Kaschmir. Die Vertreterin bekräftigte zudem die Bereitschaft von US-Präsident Donald Trump, im Konflikt zwischen den benachbarten Atommächten Indien und Pakistan zu vermitteln, sofern dies von beiden Seiten gewünscht wird.

nob/jj (dpa, afp)

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