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KI-Gipfel in Indien: Wie umgehen mit Künstlicher Intelligenz

20. Februar 2026

Der Gipfel in Delhi über eine verantwortungsvolle Nutzung der Künstlichen Intelligenz zeigt, dass Indien neue Gesetze für die Technologie der Zukunft dringend braucht.

Indien Neu-Delhi 2026 | Narendra Modi mit Sundar Pichai, Sam Altman und Dario Amodei
Teilnehmer des AI-Gipfels um Indiens Premier Modi (m.)Bild: Press Information Bureau/REUTERS

Zehntausende von Delegierten aus über hundert Ländern waren diese Woche zu einem Gipfel über Künstliche Intelligenz nach Indien gekommen. Die Gästeliste war mit zentralen Figuren der KI-Zunft prominent besetzt - so mit Sam Altman (OpenAI), Sundar Pichai (Google), Dario Amodei (Anthropic) und Demis Hassabis (DeepMind). Auch Staats- und Regierungschefs, darunter Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Brasiliens Lula da Silva sowie UN-Generalsekretär António Guterres, waren zu dem Treffen angereist.

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Indien wollte den Gipfel nutzen, um sich als wichtigen Akteur im globalen KI-Wettlauf zu präsentieren. Dafür hob Neu-Delhi zum Beispiel einheimische KI-Start-ups auf die Bühne. Indiens tatsächliche Bedeutung in diesem Bereich ist aber bescheidener, als die Außendarstellung vermuten lässt.

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Doch auch wenn Indien keine Spitzenmodelle der KI entwickelt, zeigte der Gipfel, dass Neu-Delhi seine Stimme in den Entwicklungsländern erheben möchte, zu welchen Bedingungen KI entwickelt und eingesetzt wird. Indiens Premierminister Narendra Modi gab in seiner Eröffnungsrede dazu die Richtung vor. "Die KI ist eine transformative Kraft. Wenn sie ohne Orientierung ist, wird sie zur Störung; wenn sie die richtige Richtung findet, wird sie zur Lösung". Die Menschen müssten die KI von maschinenzentriert zu menschenzentriert machen.

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Indien ist das erste Entwicklungsland, das einen internationalen KI-Gipfel ausrichtet. Das ist ein weiterer Schritt Delhis, sich als Stimme des Globalen Südens bei relevanten Zukunftsthemen zu positionieren. Die erste derartige Zusammenkunft, der "AI Safety Summit", fand im November 2023 im britischen Bletchley Park statt und fokussierte sich auf grundsätzliche Risiken. Südkorea richtete den Gipfel 2024 mit ähnlichem Fokus aus. 2025 folgte in Paris der "AI Action Summit", bei dem Governance und Koordination fortgeschrittener Volkswirtschaften im Mittelpunkt standen.

Indien wählte den Namen "AI Impact Summit" und konzentrierte sich auf "inklusive Entwicklung und eine nachhaltige Zukunft".

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Indiens Vorgehen gegen KI-Deepfakes

Der Fokus auf verantwortungsvollen Umgang mit KI fällt in eine Phase, in der Indien noch in einem Klärungsprozess steckt, bei dem es auslotet, wie eben diese Verantwortung im Inland durchgesetzt werden soll. Nur wenige Tage vor Ankunft der Delegierten in Delhi hatte das indische IT-Ministerium alle Social-Media-Plattformen angewiesen, als problematisch eingestufte KI-generierte Inhalte innerhalb von drei Stunden zu entfernen.

Die am Freitag in Kraft getretenen Regeln zeigen die wachsende Sorge über die KI, der das Potenzial zugeschrieben wird, den öffentlichen Diskurs zu verzerren und demokratische Prozesse zu beeinflussen. Experten bezweifeln jedoch, dass diese Regeln eine reale Wirkung haben werden. Die KI-Inhalte können innerhalb von Minuten erstellt und verbreitet werden, oft lange bevor eine Löschung erfolgt. Der Gipfel sei ein Spektakel, "greifbare Ergebnisse ließen sich erst langfristig beurteilen", sagt Prateek Prateek Waghre, ein Forscher am indischen Tech Global Institute.

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Indiens KI-Sektor entwickle sich rasant, das Rechtssystem könne da jedoch noch nicht mithalten, meint auch Pawan Duggal, ein Cybersicherheits- und KI-Rechtsexperte, im DW-Interview. "Die KI wird nach wie vor im Wesentlichen durch das IT-Gesetz von 2000 geregelt. Das ist ein Gesetz aus der Ära, wo es noch keine KI gab. Es enthält keine klaren Regeln zu Haftung von KI-generierten Inhalten, Sicherheit oder Verantwortlichkeit. Gerichte müssen alte Gesetze interpretieren, was Unsicherheit für Bürger, Unternehmen und Behörden schafft."

Regeln für Tech-Giganten

Duggal meint, dass das Fehlen spezifischer KI-Cybersicherheitsgesetze dazu führe, dass Indien auf Regeln angewiesen sei, die moderne Risiken nicht berücksichtigen. Die neuen Kennzeichnungsregeln seien zwar ein Fortschritt, deckten aber nur einen kleinen Teil des Problems ab. Plattformen wie Instagram, TikTok, Facebook und YouTube müssen künftig klar kennzeichnen, was die Regierung als "künstlich erzeugte Informationen" bezeichnet. Die Kennzeichnungen müssen dauerhaft und nicht entfernbar sein.

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Mit diesen Regeln reiht sich Indien in eine Gruppe von Ländern ein, die KI-generierte Inhalte regulieren, darunter die EU, die USA, China und Australien. "Andere Regionen, etwa die EU mit ihrem AI-Act, haben spezielle KI-Gesetze eingeführt. Indien braucht dringend einen umfassenden Rahmen, um mit seinen globalen Ambitionen Schritt zu halten", fordert der Rechtsexperte. Der Beschwerde- und Durchsetzungsprozess bleibe aber komplex und sei für gewöhnliche Nutzer kaum zu bewältigen. Die Regeln treffen dennoch auf Zustimmung. Manche sehen in den Kennzeichnungspflichten ein Mittel, das Urheberrechtsschutz stärkt und Missbrauch eindämmt.

Doch Künstler und Werbetreibende sind davon weniger überzeugt. "Jedes KI-generierte Werk von mir zu kennzeichnen, fühlt sich an wie ein Korsett", klagt Prateek Mehta, ein digitaler Künstler aus Mumbai. "Es verlangsamt den kreativen Prozess und lässt mich zweimal darüber nachdenken, was ich poste", sagt er im Gespräch mit der DW. "Ich verstehe die Notwendigkeit von Transparenz, aber die Regeln könnten entmutigend wirken und die Art und Weise einschränken, wie Künstler neue Werkzeuge nutzen."

Aus dem Englischen adaptiert von Florian Weigand

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