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KatastropheLateinamerika

Erdbeben in Kolumbien: Helfer suchen nach Überlebenden

11. August 2026

Nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,4 in Kolumbien gilt der nationale Notstand. Hunderte Menschen werden in den Trümmern vermisst, mindestens 130 Tote sind bestätigt. Einsatzkräfte suchen nach Überlebenden.

Kolumbien Cali 2026 | Viele Männer auf dem Trümmerberg eines eingestürzten Gebäudes
Anwohner durchsuchen die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes in der Millionenstadt Cali Bild: Juan Pablo Arbelaez/REUTERS

Die Behörden in Kolumbien sprechen vom stärksten Erdbeben seit einem Jahrzehnt. Lokale Medien melden derzeit mehr als 130 Todesopfer und Hunderte Verletzte. Etwa 2000 Menschen gelten als vermisst.

Der erst seit einigen Tagen amtierende Präsident Abelardo de la Espriella sprach von Tausenden beschädigten oder zerstörten Häusern und rief den Katastrophenfall aus.

Rettungskräfte suchen in Manizales nach Überlebenden Bild: Giovanny Galvez/AFP

Das Beben der Stärke 7,4 ereignete sich am Montag um 07.34 Uhr (Ortszeit, 14.34 Uhr MESZ). Das Epizentrum lag nahe der westkolumbianischen Gemeinde San José del Palmar im Departamento Chocó, einer relativ armen Region an der Pazifikküste. In den darauffolgenden Stunden wurden fast 50 Nachbeben registriert.

Augenzeugen schilderten, Anwohner seien fast unbekleidet in Panik auf die Straße gelaufen. Andere seien aus Fenstern ihrer Häuser gesprungen.

Viele Todesopfer in Pereira und Cali 

Besonders betroffen von den Erdstößen war das für den Kaffee-Anbau bekannte Departamento Risaralda mit der Regionalhauptstadt Pereira im Westen des Landes. Die Region ist auch bei Touristen beliebt. Dort gibt es den Behörden zufolge zahlreiche Todesopfer wie auch in der benachbarten Stadt Manizales. In Manizales wurde zudem einer der Türme der bekannten Kathedrale beschädigt.

Große Sachschäden in der Stadt Manizales Bild: Giovanny Galvez/AFP

Viele Tote meldet auch das Departamento Valle del Cauca mit der Regionalhauptstadt Cali, der drittgrößten Stadt des südamerikanischen Landes. Cali selbst ist für viele Salsa-Schulen bekannt und ein beliebtes Reiseziel auch für Urlauber aus Europa.

Regierung schickt Soldaten, Flughäfen außer Betrieb

Anwohner und zahllose Freiwillige suchen in Trümmern teils mit bloßen Händen nach Überlebenden. Die Regierung entsandte Hunderte von Soldaten in die Region. Sie unterstützen die Rettungstrupps bei ihren Such- und Bergungsarbeiten.

Die Stromversorgung in den Bebengebieten sowie Telefon- und andere Kommunikationsverbindungen sind teilweise unterbrochen. Sechs Flughäfen wurden laut dem Präsidialamt wegen Schäden an ihrer Infrastruktur für den kommerziellen Flugverkehr gesperrt.

USA geben Soforthilfe, EU bietet auch Unterstützung an

Zahlreiche Länder boten Kolumbien Unterstützung an. Die USA gaben nach Angaben des Außenministeriums in Washington eine Soforthilfe von 15,5 Millionen Dollar (13,4 Millionen Euro) frei.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, auch die Europäische Union wolle helfen. "Wir haben bereits unseren Satellitendienst Copernicus mobilisiert, um bei den Rettungseinsätzen zu helfen", ließ sie im Onlinedienst X verlauten.

Krankenhäuser mussten evakuiert werden - hier werden Patienten in Cali verlegt Bild: Santiago Saldarriaga/AP Photo/dpa/picture alliance

Emotionale Unterstützung kam von Kolumbiens Superstar Shakira. Die Sängerin sandte per Social-Media-Post "meine ganze Kraft und meine ganze Liebe an meine Heimat".

Die Erdstöße machten sich in weiten Teilen des Landes bemerkbar, so auch in der Hauptstadt Bogotá. Im südlichen Nachbarland Ecuador sowie in Panama und Venezuela war das Beben ebenfalls zu spüren. "Wir haben es bemerkt, weil die Lampen hin und her schwankten", sagte eine Anwohnerin in der venezolanischen Stadt Maracaibo.

Kein Zusammenhang mit Erdbeben in Venezuela 

Das Beben in Kolumbien erinnert an die schweren Erdstöße im Juni im Nachbarland Venezuela. Dort kamen nach offiziellen Angaben mehr als 6100 Menschen ums Leben.

Einen Zusammenhang sieht der Kolumbianische Geologische Dienst (SGC) indes nicht. Die beiden Beben wurden demnach durch Bewegungen unterschiedlicher Erdplatten ausgelöst: In Venezuela war die Karibische Platte beteiligt, in Kolumbien die vor der Pazifikküste liegende Nazca-Platte.

se/AR (afp, dpa, rtr, epd, kna)

Redaktionsschluss 17.30 Uhr (MESZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert!

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