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Alles richtig gemacht, Herr Löw!

Raffler Jan Hendrik Kommentarbild App
Jan-Hendrik Raffler
21. Juni 2016

Beim Sieg gegen Nordirland überzeugen vor allem die beiden Neuen. Dass Deutschland nun als Gruppensieger ins Achtelfinale einzieht, ist in erster Linie dem Bundestrainer zu verdanken, meint Jan-Hendrik Raffler.

Bild: Getty Images/Bongarts/A. Hassenstein

Joachim Löw drehte an zwei kleinen Schräubchen in seiner Startelf und schickte genau die richtige Formation ins Rennen. An Stelle von Julian Draxler stellte er Mario Gomez vorne rein - der dankte es ihm mit einer kämpferischen Glanzleistung und dem 1:0-Siegtreffer. Durch Gomez ist auch Thomas Müller wiedererstarkt, dem sich dank Gomez immer wieder Räume auftaten.

Löws zweiter Coup: Der Startelf-Platz von Joshua Kimmich. Das Supertalent des FC Bayern rechtfertigte das Vertrauen des Bundestrainers mit einer grandiosen Vorstellung: Der 21-Jährige war von Anfang einer der auffälligsten Spieler im deutschen Team. Er belebte das Spiel auf der rechten Seite und war selbst immer wieder brandgefährlich. Mit diesen Leistungen haben sich sowohl Gomez als auch Kimmich einen Startplatz am Sonntag im Achtelfinale redlich verdient.

DW-Redakteur Jan-Hendrik Raffler

Irgendwas Neues muss her

Keine Frage, diese beiden Wechsel in der Startelf waren keine Entscheidungen gegen Höwedes oder gegen Draxler, die ihren Job in den ersten beiden EM-Spielen durchaus ordentlich machten. Es war eine Entscheidung für das deutsche Offensivspiel! In den Gruppenspielen zuvor hatte man zweimal das Gefühl, irgendwas muss sich ändern: ein Impuls von außen, eine frische Idee, irgendwas Neues halt. Doch der Bundestrainer beschränkte sich auf das Nötigste. Er verzichtete beide Male sogar darauf, sein Wechselkontingent voll auszuschöpfen.

So etwas ist entweder ein Zeichen dafür, dass es so gut läuft, dass man nichts ändern möchte. Oder, dass es an Alternativen fehlt. Beides falsch! Gegen die Ukraine lief es nicht prickelnd, da wackelte die Abwehr. Auch das Spiel gegen Polen war nicht überzeugend, da schwächelte der Sturm. Und fehlende Alternativen? Von wegen! Das hat Joshua Kimmich nun bewiesen.

"Jogi, wir ham's dir doch gesagt"

Löws Mut zu Veränderungen hat sich also ausgezahlt: Und die 80 Millionen Bundestrainer in Deutschland werden sich auf die Schulter klopfen und erklären: "Siehst du Jogi, wir ham's dir doch gesagt!" In den sozialen Netzwerken wurde in den vergangenen Tagen wie wild darüber diskutiert, wann der Bundestrainer endlich einem der jungen Talente die Chance gibt. Der Name Leroy Sané geisterte durch die sozialen Netzwerke. Sané blieb gegen Nordirland noch auf der Bank, aber Löws Experiment Kimmich ist voll aufgegangen.


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