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Entwurf für Reihenfolge der Corona-Impfungen

7. Dezember 2020

Nach Zulassung eines Corona-Impfstoffs sollen Bewohner von Pflegeheimen, Menschen über 80 und besonders gefährdete Mitarbeiter des Gesundheitswesens zuerst geimpft werden. Das schlägt die Ständige Impfkommission vor.

Symbolbild Corona-Impfstoff
Bild: picture-alliance/Sven Simon

Für die geplante Priorisierung von Impfungen gegen das Corona-Virus liegen nun konkretere Vorschläge vor. Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Instituts (RKI) verschickte dazu einen Entwurf an Bundesländer und medizinische Fachgesellschaften. Demnach empfiehlt sie, Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen sowie das Personal in Notaufnahmen, der Transplantationsmedizin und der Altenpflege zuerst gegen das Coronavirus zu impfen. Die prioritär zu impfenden Gruppen umfassen nach Angaben des RKI mehr als 8,6 Millionen Menschen.

In einer zweiten Prioritätengruppe sollen dann die 75- bis 80-Jährigen sowie etwa Bewohner von Demenzeinrichtungen geimpft werden. Zudem zählt zu dieser zweiten Gruppen auch Personal im stationären oder ambulanten Dienst in Einrichtungen für Demenzkranke oder geistig Behinderte. Auch bei ihnen gilt das Risiko als "hoch". Ihre Zahl wird auf mehr als 6,7 Millionen Personen geschätzt. In eine dritte Gruppe sortiert die Stiko mehr als 5,5 Millionen Menschen ein, die etwa zwischen 70 und 75 Jahre alt sind, Vorerkrankungen oder Kontakt mit Schwangeren haben.

Impftempo abhängig von Impfstoffmenge

Grund für die Festlegung von Prioritäten ist, dass zu Beginn von Impfungen noch nicht mit genug Impfstoff für alle Interessierten zu rechnen ist. Einen Rahmen dafür und zum Verfahren hatte der Bundestag in einem kürzlich beschlossenen Gesetz abgesteckt. Dieses ist die Basis für die Stiko-Empfehlungen, über die nun noch einmal beraten werden soll. Endgültig festgelegt werden sollen die Impf-Prioritäten dann in einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums. Wegen besonderer Eilbedürftigkeit werden Länder und Experten um Rückmeldungen zum Entwurf mit den Empfehlungen bis diesen Donnerstag gebeten.

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Die Kommission rechnet damit, dass ein Impfstoff Ende des Jahres oder Anfang 2021 zur Verfügung steht. Für eine vollständige Impfserie sind zwei Impfstoffdosen im Abstand von 21 Tagen notwendig.

Empfehlung nur vorläufig

Bislang handelt es sich laut Gesundheitsministerium um eine vorläufige Empfehlung, weil es zunächst eine Zulassung von Impfstoffen durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) geben müsse. Die Stiko konnte dem Entwurf zufolge die Daten zur Effektivität und Sicherheit möglicher Impfstoffe "noch nicht vollumfänglich bewerten", da solche Daten noch nicht publiziert seien.

Einem vor einem Monat vorgestellten Positionspapier von Stiko, Deutschem Ethikrat und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zufolge sollen neben den besonders gefährdeten Gruppen auch Personen bevorzugt werden, die in "Bereichen der Daseinsvorsorge" Schlüsselfunktionen innehaben. Dazu zählen Beschäftigte bei den Sicherheitsbehörden, in Gesundheitsämtern oder auch die Lehrerinnen und Lehrer.

kle/uh (rtr, dpa, afp)

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