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PolitikKosovo

Regierungspartei im Kosovo erzielt deutlichen Wahlsieg

29. Dezember 2025

Die Partei VV von Ministerpräsident Albin Kurti bekommt bei den Parlamentswahlen im Kosovo noch einmal deutlich mehr Stimmen als im Februar 2025. Nun sind die Chancen für eine Regierungsbildung deutlich besser.

Albin Kurti winkt Anhängern nach Wahlsieg seiner Partei Vetevendosje
Wahlsieger Albin Kurti (Mitte) könnte eine Regierungsbildung dieses Mal gelingenBild: Valdrin Xhemaj/REUTERS

Im Kosovo hat die Regierungspartei Vetevendosje VV - zu Deutsch "Selbstbestimmung" - von Ministerpräsident Albin Kurti mit deutlichem Vorsprung die Parlamentswahl am Sonntag gewonnen.

Wie die staatliche Wahlbehörde in der Nacht zu Montag bekanntgab, holte die Partei nach vorläufigem Ergebnis mehr als 49 Prozent der Stimmen. Damit wird VV im neuen Parlament fast die Hälfte der Sitze erhalten und könnte zusammen mit einigen Parteien der ethnischen Minderheiten über die Regierungsmehrheit verfügen, schrieb das Portal "koha.net". Die Hoffnung wächst somit, dass das Land der politischen Pattsituation entkommt, in der es seit fast einem Jahr festhängt.

Nach Auszählung von über 90 Prozent der Stimmen landete die rechtsgerichtete Demokratische Partei des Kosovo (PDK) mit etwas mehr als 21 Prozent auf Platz zwei. Dahinter folgt laut Wahlkommission die Mitte-rechts-Partei Demokratische Liga des Kosovo (LDK) mit fast 14 Prozent und die konservative Allianz für die Zukunft (AAK) erhielt 5,7 Prozent der Stimmen.

Im kosovarischen Wahlsystem stehen der serbischen Minderheit zehn, den anderen Volksgruppen - unter ihnen Bosniaken, Türken und Roma - weitere zehn Mandate im 120-sitzigen Parlament zu. Die Wahlbeteiligung lag bei 45 Prozent.

Kurtis VV käme damit zwar nicht auf eine absolute Mehrheit, könnte aber 56 von 120 Parlamentsabgeordneten stellen und ihre Macht damit ausbauen.

Auf den Straßen in Pristina wurde das Wahlergebnis gefeiertBild: Visar Kryeziu/AP Photo/picture alliance

Pattsituation seit Februar 2025

Bereits im Februar waren an die zwei Millionen Kosovaren aufgerufen, eine neue Regierung zu wählen. Zwar hatte Kurtis Partei damals mit 42 Prozent der Stimmen ebenfalls gesiegt, war jedoch in den Monaten danach mit der Bildung einer Koalition mit den Oppositionsparteien gescheitert. Mit sieben Prozentpunkten mehr als im ersten Urnengang könnte die VV laut Beobachtern nun mithilfe ethnischer Minderheiten ihre Regierungsarbeit fortsetzen.

Seit der letzten Wahl war das Parlament in der Hauptstadt Pristina blockiert, allein für die Wahl eines Parlamentspräsidenten wurden 50 Sitzungen benötigt. Versuche einer Regierungsbildung scheiterten.

Seit Februar 2024 konnte wegen fehlender Mehrheiten keine Regierung gebildet werden - hier das Parlament in PristinaBild: Agim Sulaj/Anadolu/picture alliance

Sobald das Wahlergebnis feststehe, "werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, um so schnell wie möglich das Parlament zu bilden und mit der Bildung einer neuen Regierung fortzufahren", hatte Kurti am Sonntag nach seiner Stimmabgabe angekündigt.

Der 50-Jährige versucht, den serbischen Einfluss im Kosovo zurückzudrängen, was bei vielen Kosovo-Albanern auf Zustimmung stößt, zugleich aber die Spannungen mit Belgrad verschärft.

Spannungen mit Serbien bleiben zentrales Problem

Der Kosovo, der 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärte, gilt als eines der ärmsten Länder und ist gleichzeitig das jüngste Land Europas. Serbien erkennt die Unabhängigkeit bis heute nicht an. Zuletzt war die Sorge gewachsen, dass die politische Blockade nicht nur den Dialog mit Serbien ausbremst, sondern dem Land dadurch auch wichtige Entwicklungsgelder entgehen. Dazu zählen 880 Millionen Euro aus dem EU-Wachstumsplan für den Westbalkan und 120 Millionen Euro von der Weltbank. Kurti betonte in dem Zusammenhang: "Vor uns liegt viel Arbeit. Wir müssen ohne Verzögerung voranschreiten."

Der neu gewählte Ministerpräsident Albin Kurti muss sich auch künftig mit Serbien auseinandersetzenBild: Armend Nimani/AFP/Getty Images

Für die Europäische Union gilt das Kosovo nur als potenzieller Beitrittskandidat. Der Grund dafür ist, dass fünf EU-Länder - Spanien, Griechenland, Zypern, Rumänien und die Slowakei - die Unabhängigkeit des Landes bislang nicht anerkannt haben.

Das offizielle Endergebnis steht noch aus, da die Stimmen der Exil-Kosovaren noch nicht ausgezählt sind.

as/pgr (dpa, afp, rtr, KNA)

Redaktionsschluss: 18:00 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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