Krim: Ukrainische Attacken verschärfen Versorgungskrise
21. Juni 2026
Das Militär der Ukraine hat erneut russische Ziele auf der Krim ins Visier genommen. Laut Berichten in sozialen Netzwerken gab es mehrere Explosionen und Brände in verschiedenen Regionen der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel. Dabei seien mindestens vier Menschen getötet und etwa 30 verletzt worden, teilte der von Russland eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow mit.
Im Kraftstoffterminal der Hafenstadt Kertsch sei ein Feuer ausgebrochen, eine große Rauchwolke liege über der Region, berichtete das Telegram-Portal "Krymski Weter" am Sonntagmorgen.
Auch der Hafen Kawkas auf der russischen Seite der Straße von Kertsch soll bei dem Angriff getroffen worden sein. Dort liegen ebenfalls ein Kraftstoffterminal und ein Öldepot. Die Straße von Kertsch ist eine Meerenge, die die Krim von der russischen Region Krasnodar trennt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte seiner Armee "für ihre Genauigkeit und ihren Professionalismus. Russland versteht nur Stärke", betonte Selenskyj.
Große Brücke zur Krim gesperrt
Die Krim-Brücke zwischen Kertsch und dem russischen Festland wurde für den Autoverkehr geschlossen, wie die örtlichen Behörden bekanntgaben. Auch der Fährbetrieb auf der Straße von Kertsch sei vorübergehend eingestellt worden, hieß es.
Bereits am Samstag hatte das ukrainische Militär nach eigenen Angaben Eisenbahnbrücken in den Krim-Gebieten Rosdolne und Wladyslawiwka attackiert. Die Brücken würden von den russischen Truppen für Militärtransporte und Nachschub genutzt, erklärte der Generalstab in Kyjiw.
Benzin-Mangel hat Konsequenzen
Die Ukraine versucht seit Wochen, die Krim mit zunehmenden Angriffen von der Versorgung abzuschneiden - was offensichtlich auch gelingt: Auf der Halbinsel gibt es einen großen Mangel an Benzin.
An diesem Sonntag wurde der Verkauf von Treibstoff an Privatpersonen und private Unternehmen eingestellt. "Kraftstoff wird ausschließlich an öffentliche Einrichtungen abgegeben, die für die kritische Infrastruktur und die Sicherheit der Republik Krim zuständig sind", sagte Gouverneur Aksjonow.
Die Tourismusindustrie erwartet, dass in diesem Sommer wegen der ukrainischen Angriffe und der Versorgungskrise Millionen von Urlaubern der Krim fernbleiben werden.
Russland hat die völkerrechtlich zur Ukraine gehörende Halbinsel bereits 2014 annektiert. Der Kreml nutzt sie auch als Brückenkopf in seinem seit 2022 laufenden Angriffskrieg gegen die Ukraine.
wa/haz (dpa, afp, rtr)
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