Lebt Papa noch?
In Warschau beginnt jeder Tag für viele belarussische Familien mit derselben Frage: Gibt es ein Lebenszeichen aus den Gefängnissen des Lukaschenko‑Regimes? Tausende Oppositionelle sind nach Polen geflohen. Viele Familien wurden zerrissen. Kinder politischer Gefangener warten in Warschau auf Väter oder Mütter, die in Belarus in Haft sitzen – oft ohne Kontakt. Unterstützungszentren helfen Geflüchteten, ihr Leben im Exil aufzubauen, doch die permanente Angst bleibt. Aktivisten und ehemalige Häftlinge berichten von systematischer Gewalt, Einschüchterung und Menschenrechtsverletzungen im Land – und von brutalen Bedingungen in Gefängnissen und Straflagern.
Belarussische Familien im Exil
Oppositionsführerin Sviatlana Tsikhanouskaya gibt den Menschen im Exil Rückhalt. Sie reist, verhandelt, wirbt um internationale Unterstützung und fordert die Freilassung aller politischen Gefangenen. Jeden Sonntag demonstrieren außerdem Exil‑Belarussen in Warschau, rufen die Namen der Gefangenen und halten Porträts in den Wind. Es ist ihr Versuch, jene sichtbar zu machen, die das Regime verschwinden lassen wollte – und daran zu erinnern, dass ihr Kampf für ein freies Belarus weitergeht.
