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Lebenslange Haft für "Sewol"-Kapitän

28. April 2015

Die Empörung der Angehörigen der Opfer war groß nach dem ersten Urteil gegen den Kapitän der gesunkenen südkoreanischen Fähre. Ein Berufungsgericht erhöhte nun das Strafmaß.

Kapitän Lee Jun Seok während des Verfahrens (rtr)
Kapitän Lee Jun Seok während des VerfahrensBild: Reuters/Korea Pool/Yonhap

Ein Jahr nach dem Untergang der südkoreanischen Fähre "Sewol" ist Kapitän Lee Jun Seok nun wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in der südlichen Stadt Gwangju machte ihn für den Tod von 304 Menschen verantwortlich. In erster Instanz war Lee im November zunächst wegen grober Fahrlässigkeit zu 36 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Todesstrafe gefordert

Das erste Urteil hatte bei den Angehörigen der Opfer für Entrüstung und Empörung gesorgt. Sie forderten - wie auch die Anklage - die Todesstrafe für den Kapitän. Die Wut auf Lee war durch Aufnahmen gesteigert worden, die ihn und seine Besatzung zeigten, wie sie die Fähre verließen, während hunderte Passagiere noch an Bord blieben. Lee hatte die Passagiere angewiesen, ihre Kabinen nicht zu verlassen. Während des Verfahrens wies der Kapitän den Vorwurf zurück, er habe das Leben der Passagiere absichtlich geopfert. Gleichwohl gestand er ein, ein Verbrechen begangen zu haben, für das er den Tod verdiene.

14 Besatzungsmitglieder wurden zu Gefängnisstrafen zwischen fünf und 30 Jahren verurteilt. Ihre Strafen wurden in einem Berufungsprozess auf eine Dauer zwischen 18 Monaten und zwölf Jahren abgemildert. Die Seeleute argumentierten, nie eine Schulung für die Evakuierung des Schiffes und die Rettung der Passagiere erhalten zu haben.

Landesweites Gedenken am 16. April, dem ersten Jahrestag des Untergangs der FähreBild: AFP/Getty Images/Jung Yeon-Je

Die überladene Fähre "Sewol" war am 16. April 2014 vor der Insel Jindo gekentert. Von den 476 Menschen an Bord kamen offiziell 295 Menschen ums Leben. Neun gelten als vermisst. Die meisten Opfer waren Schüler auf einem Ausflug. Das Unglück löste auch harsche Kritik am Krisenmanagement der Regierung aus.

se/ml (rtr, afp, dpa)

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