UN: Vatikan fordert globales Verbot von Leihmutterschaft
15. März 2026
Leihmutterschaft sollte weltweit verboten werden - das jedenfalls fordert der Vatikan. Technologie und Praxis hätten Ethik und Recht überholt, heißt es in einer Stellungnahme, die die Ständige Vertretung des Kirchenstaates bei den Vereinten Nationen in New York veröffentlichte. Kinder würden zu "Produkten" herabgewürdigt, Frauen zu "Dienstleistern".
Der Vatikan kritisiert einen "perversen Wettbewerb", der entstehe, wenn Frauen um Auftraggeber konkurrieren. Selbst dort, wo kommerzielle Leihmutterschaft verboten sei, würden Zahlungen oft als "Geschenke" oder "Aufwandsentschädigungen" getarnt.
Die Praxis der Leihmutterschaft werde oft als "mitfühlende Lösung" für unerfüllte Kinderwünsche dargestellt. Jedoch müsse der gesamte Kontext betrachtet werden, um die Würde von Frauen und Kindern zu wahren, so der Heilige Stuhl.
Armut ermöglicht "Leihmutterschaftsindustrie"
Hauptgrund für Frauen, Leihmütter zu werden, sei ökonomische Not. "Es ist kein Zufall, dass Berichte über reiche und berühmte Auftraggeber üblich sind, während Berichte über wohlhabende Frauen, die als Leihmütter dienen, selten sind." Man müsse sich fragen, ob die "Leihmutterschaftsindustrie" überleben könnte, wenn die Armut ausgerottet wäre.
Besorgniserregend sei auch die soziale Isolation von Leihmüttern, wird in der Stellungnahme festgestellt. Es gebe Fälle, in denen Auftraggeber Diät, Aktivität und Gesundheit der Frauen lückenlos überwachen wollten.
Drastisch schildern die Vatikan-Vertreter insbesondere die Situation bei pränatalen Diagnosen von Behinderungen. In solchen Fällen werde das Kind oft als "fehlerhaftes Produkt" oder als zu lösendes Problem betrachtet, statt als Geschenk willkommen geheißen.
"Ein Kind ist immer ein Geschenk und niemals die Grundlage eines Handelsvertrags", zitiert die Vertretung des Heiligen Stuhls denn auch Worte des 2025 verstorbenen Papstes Franziskus.
wa/HF (kna, vaticannews.va)