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KonflikteDeutschland

Bericht: Drohne von Leipzig prallte gegen Flugzeugtragfläche

10. August 2026

Der Drohnen-Zwischenfall am Flughafen Leipzig/Halle war folgenschwerer als bekannt. Überwachungsvideos zeigen laut der Zeitung "Die Zeit", wie eine Drohne direkt die Tragfläche einer ukrainischen Frachtmaschine traf.

Eine ukrainische Frachtmaschine vom Typ Antonow AN-124 steht auf dem Flughafen Leipzig/Halle (05.08.2026)
Der Flughafen Leipzig/Halle ist Umschlagplatz für Militärgüter für die UkraineBild: Hendrik Schmidt/dpa/picture alliance

Die am vergangenen Mittwoch auf dem Flughafen Leipzig/Halle sichergestellte Sprengstoff-Drohne ist einem Medienbericht zufolge gezielt gegen ein ukrainisches Frachtflugzeug geflogen und gegen dessen Tragfläche geprallt. Wie die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet, zeigen Aufnahmen einer Überwachungskamera, dass die Drohne am Dienstagabend gegen 19.30 Uhr auf einer Tragfläche des Flugzeugs des Typs Antonow einschlug. Der mit dem Sprengstoff Semtex bestückte Flugkörper sei aber nicht explodiert.

Warum explodierte der Sprengsatz nicht?     

In den Tragflächen befinden sich in der Regel Treibstofftanks. Auf den Aufnahmen sei zu sehen, dass das Gerät von der Tragfläche abprallte und zu Boden fiel, schreibt "Die Zeit". Spuren an einem Flügel der Antonow bestätigen diesen mutmaßlichen Ablauf.     

Auch ein Sprengroboter war nach Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle im Einsatz Bild: Hendrik Schmidt/dpa/picture alliance

Warum der Sprengsatz nicht explodierte, sei noch unklar, hieß es. Er sei später nicht an der Drohne selbst vorgefunden worden, sondern in einiger Entfernung davon. Möglicherweise habe er sich beim Aufprall abgelöst. Damit ist der Flughafen Leipzig/Halle womöglich wesentlich knapper einer Katastrophe entgangen als bisher bekannt. 

Die Drohne sei ​erst rund vier Stunden nach dem Vorfall entdeckt worden. Wie die Videoaufnahmen dem Bericht zufolge nun zeigen, lag sie ‌bereits auf dem Boden, als ein Busfahrer darauf aufmerksam wurde, seinen Fuß darauf stellte und das Sicherheitspersonal ​verständigte.

Verdacht gegen Russland     

Damit würden bisherige ⁠Darstellungen korrigiert, wonach der Busfahrer das über dem Boden schwebende Fluggerät mit einem ⁠Fußtritt aus ​der Luft geholt habe. Später kollidierte eine anfliegende Frachtmaschine über dem Flughafen mit einem weiteren Objekt, das aber noch nicht gefunden wurde.     

Die Herkunft der Drohne ist bislang unklar, der Verdacht richtet sich vor allem gegen Russland. Mehrere Details deuten auf hochprofessionelle Täter hin. Die Drohne wurde nicht im Handel gekauft, sondern eigens hergestellt. Und das auf eine Weise, zu der Gelegenheitskriminelle oder Hobbybastler nicht imstande wären, schreibt "Die Zeit". 

Der Semtex-Sprengstoff, mit dem sie bestückt war, hat eine so große Kraft, dass er wohl imstande gewesen wäre, das Flugzeug zur Explosion zu bringen. Er ist zwar bisweilen auf dem Schwarzmarkt erhältlich, wird aber normalerweise vom Militär genutzt.

Der Leipziger Flughafen im Bundesland Sachsen ist auch ein Umschlagplatz für Militärgüter für die von Russland angegriffene Ukraine.

Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei soll größer werden

Der Vorfall löste in Deutschland eine Debatte über die Drohnenabwehr an kritischer ​Infrastruktur aus. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt werde noch im Laufe des Montags eine Weisung an die Bundespolizei geben, wonach die Einheit auf 300 Kräfte anwachsen soll, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Statt vier Standorten seien nunmehr acht Standorte geplant, "um schnell und flexibel bei Bedarf vor Ort zu sein". Zuerst hatte die Zeitung "Bild" über die geplante Erweiterung berichtet.

pg/se (afp, rtr, zeit.de)

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