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Welt-Lepra-Tag: Krankheit ist längst nicht bezwungen

25. Januar 2026

Lepra gilt als Krankheit der Armut. In Afrika, Asien und Lateinamerika ist sie noch immer grausame Realität - mit hunderten Neuinfektionen pro Tag.

Hand eines Lepra-Patienten (links)
Lepra-Erkrankte leiden oft ihr Leben lang unter den sichtbaren FolgenBild: Nyein Chan Naing/dpa/picture alliance

Anlässlich des Welt-Lepra-Tages an diesem Sonntag (25. Januar) fordert die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe DAHW mehr Aufmerksamkeit für die Infektionskrankheit. Es mangele im Kampf gegen Lepra an finanziellen Ressourcen und politischem Willen, kritisierte Anil Fastenau, Arzt und DAHW-Berater für Globale Gesundheit und Forschung.

Zwar werde mit LepVax an einem Impfstoff gearbeitet. "Aber die Entwicklung dauert einfach viel zu lange und wird auch nicht sonderlich schnell vorangetrieben wie bei anderen Erkrankungen", so Fastenau.

Lepra-Kranke ohne Lobby

Als Gegenbeispiel nannte der Mediziner die zügige Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs während der Corona-Pandemie. Von dieser war insbesondere der vergleichsweise wohlhabende Globale Norden betroffen. Lepra betrifft hingegen Entwicklungs- und Schwellenländer im Globalen Süden - und dort die ärmsten Menschen.

Laut jüngster offizieller Zahlen gab es im Jahr 2024 weltweit mehr als 172.000 Neuinfektionen. Das waren durchschnittich fast 500 pro Tag. Wird die Krankheit nicht erkannt und behandelt, wird einerseits die Infektionskette nicht durchbrochen, andererseits kommt es bei den Infizierten zu Entzündungen und den typischen Verstümmelungen. Unter lebenslangen Behinderungen nach einer Infektion leiden weltweit rund drei Millionen Menschen.

Diese Bakterien (Mycobacterium leprae) verursachen die Krankheit LepraBild: public domain

Dass sich die eigentlich heilbare Lepra noch immer verbreitet, schreibt die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe mit Sitz in Würzburg vor allem mangelndem Wissen zu - gepaart mit Vorurteilen. Lepra sei extrem stigmatisiert, erläuterte Bildungsreferentin Saanika Amembal. "Viele trauen sich nicht, zum Arzt zu gehen, weil sie befürchten, ausgegrenzt zu werden." Das führe auch zu einer vermutlich hohen Dunkelziffer.

Allerdings wurden in den vergangenen Jahrzehnten laut DAHW auch Erfolge verzeichnet. So konnten in Pakistan, wo die Organisation seit Jahrzehnten arbeitet, innerhalb von 20 Jahren die Fallzahlen um 84 Prozent verringert werden.

Ansteckung durch Tröpfcheninfektion

Das Lepra-Bakterium wurde 1873 vom Norweger Gerhard Armauer Hansen entdeckt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Lepra - auch Hansen-Krankheit genannt - mittlerweile als Tröpfcheninfektion klassifiziert. Eine einfache Berührung reicht für eine Ansteckung nicht aus. Der Kontakt zu einem erkrankten Menschen muss dafür eng und längerfristig sein.

Um auf die Not der Erkrankten aufmerksam zu machen, wurde 1954 der Welt-Lepra-Tag eingeführt. Er fällt alljährlich auf den letzten Sonntag im Januar. Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe trug früher den Namen "Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk", aus dem sich nach wie vor die verwendete Abkürzung DAHW ableitet.

wa/haz (kna, epd)

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