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Heimpleite für Leverkusen

21. Februar 2017

Bayer Leverkusen kassiert gegen Atletico Madrid eine verdiente Niederlage und vier Gegentore. Madrid nutzt die Abwehrschwäche eiskalt aus. Das Erreichen des Viertelfinales der Champions League wird damit sehr schwer.

Fußball Champions-League Bayer Leverkusen - Atletico Madrid
Bild: Getty Images/Bongarts/M. Hitij

Für Aleksandar Dragovic war es ein rabenschwarzer Abend: Fehlpass vor dem zweiten Gegentor, Elfmeter und damit das 1:3 verschuldet - aber er war es nicht allein, der für das 2:4 (0:2) von Bayer Leverkusen gegen Atletico Madrid verantwortlich war. Der Bundesligist präsentierte sich nach vorn bärenstark, doch die Defensivarbeit vernachlässigte er sträflich. Und so muss Bayer im Rückspiel auf ein mittleres Fußballwunder hoffen und mindestens drei Tore erzielen.

"In der ersten Halbzeit haben wir kein gutes Spiel gemacht", resümierte Ömer Toprak beim TV-Sender Sky. "Leider ist das überhaupt kein gutes Ergebnis." Kollege Julian Brandt ärgerte sich über das Spiel: "In der Höhe der Gegentore war es sehr unnötig. Chancenlos waren wir heute nicht und wir haben nicht aufgegeben. Aber natürlich ist es jetzt eine sehr schwierige Nummer."

Beide Teams starteten schwungvoll in die Partie. Nach zwölf Minuten prüfte Antoine Griezmann erstmals Leverkusen-Schlussmann Bernd Leno, nur Sekunden später klärte Wendell eine scharfe Hereingabe mit dem Schienenbein an die Latte. Im direkten Gegenzug erarbeitete sich auch Bayer eine Doppel-Chance: erst Brand, dann Kevin Kampl. Gewöhnungsbedürftig schon zu diesem Zeitpunkt war das ständige Rassel-Geräusch der Dreh-"Krachmacher", die von Bayer auf den Rängen verteilt worden waren.  

Zwei Gegentore schocken Leverkusen

In der 17. Minute verstummten die Rasseln kurzzeitig und es waren ausschließlich die rund 700 Gäste aus Madrid zu hören: Saul Niguez zog vom rechten Strafraumeck ab und sein Schlenzer schlug oben links zum 1:0 ein. Nur acht Minuten Zeit hatte Bayer, den Schock zu verdauen, da schlug der Ball zum zweiten Mal ein. Durch einen Blackout von Dragovic gelangte der Ball an der Mittellinie zum schnellen Kevin Gameiro. Der beschäftigte kurzerhand die zwei verbliebenden Leverkusener Verteidiger und passte dann auf den völlig freistehenden Griezmann, welcher Leno aus elf Metern mit einem Schuss unter die Latte keine Chance ließ (25. Minute).

Leverkusen steckte jedoch nicht auf, spielte weiter nach vorn, hatte mehr Ballbesitz und wurde auch fast belohnt. Ein abgefälschter Brandt-Schuss geriet fast zum Eigentor, Kampls Schlenzer fischte Keeper Miguel Moya aus dem Winkel. Dennoch hätte die 34. Minute bereits die Entscheidung bringen können. Wieder ein Konter, wieder eine riesige Lücke im Mittelfeld, wieder tauchte Griezmann allein vor Leno auf, der dieses Mal aber seine Hände dazwischen bekam und sich seine Vorderleute anschließend wortgewaltig zur Brust nahm. Kurios: Nach vorn lief es eigentlich ziemlich gut für die Werkself, doch die Konter und vor allem Griezmann und Gameiro bekamen sie einfach nicht in den Griff.  

Blitzstart nach dem Seitenwechsel

Bellarabi (2.v.r.) machte das Spiel nochmal spannend - er traf zum 1:2Bild: Reuters/W. Rattay

Wer gedacht hatte, die Partie sei schon entschieden, sah sich getäuscht: Nur wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff belohnte sich Leverkusen endlich: Nach einem feinen Spielzug vollendete Karim Bellarabi mit einem satten Schuss ins lange Eck und verkürzte auf 1:2 (48.). Die Rojiblancos antworteten umgehend mit einem Lattenknaller von Gameiro. Der war es dann auch, der in der 58. Minute einen Elfmeter zugesprochen bekam: Der völlig überforderte Dragovic bekam ihn nicht in den Griff und zupfte so lange am Trikot, bis Schiedsrichter William Collum auf Strafstoß entschied. Gameiro verwandelte sicher (59.).

Doch der Abend blieb grotesk: In der 68. Minute lenkte Torwart Moya eine Hereingabe unglücklich an das Knie seines Verteidigers Stefan Savic, von wo aus der Ball zum 2:3 ins eigene Tor trudelte. Und Bayer hatte plötzlich wieder die Chance auf das Unentschieden. Das Spiel wurde hitziger, es gab einige rüde Fouls - und Leverkusen rannte an. In der 81. Minute klärte Madrid einen Chicharito-Schuss noch auf der Linie. Trainer Diego Simeone hüpfte und winkte an der Seitenlinie, er konnte es nicht fassen, wie man so ein Spiel noch so spannend machen konnte. Erst in der 86. Minute entspannte sich der Atletico-Trainer wieder: Da erzielte der eingewechselte Fernando Torres nach einer Ecke das 4:2, wieder ohne besondere Gegenwehr der Bayer-Elf, die eine tolle Moral zeigte, am Ende aber verdient verlor.

Torfestival in Manchester

Im Parallelspiel fielen noch mehr Tore. Mit 5:3 (1:2) setzte sich Manchester City vor heimischen Publikum gegen den AS Monaco durch und drehte die Partie. Raheem Sterling brachte zunächst den Favoriten in Führung (26.), doch der siebenmalige französische Meister schlug noch vor der Pause durch Torjäger Radamel Falcao (32.) und Kylian Mbappe (40.) zurück. Sergio Agüero glich nach dem Seitenwechsel aus (58.), Falcao antwortete für Monaco mit einem Traumtor (61.). Aber dann drehten die Gastgeber richtig auf und trafen durch Agüero (71.), John Stones (77.) und Sane (82.).

Damit könnte City-Trainer Pep Guardiola seine stolze Serie fortsetzen: Bei seinen bisherigen sieben Champions-League-Teilnahmen mit dem FC Barcelona und Bayern München hatte der Spanier immer mindestens das Halbfinale erreicht. Dabei hätte die Partie zwischenzeitlich auch kippen können: Falcao scheiterte per Foulelfmeter an Manchester-Torhüter Willy Caballero (50.).

Lesen Sie die Höhepunkte des Leverkusener Spiels in unserem Liveticker nach:

 

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