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PolitikGlobal

News kompakt: Westliche Länder um Libanon sehr besorgt

17. März 2026

Deutschland und vier weitere Staaten zeigen sich in einer Erklärung solidarisch mit Regierung und Bevölkerung im Libanon. US-Präsident Trump deutet eine Übernahme Kubas an. Das Wichtigste in Kürze.

Libanon Beirut 2026 | Blick auf Trümmer und zerstörte Hochhäuser
Zerstörte Wohngebäude im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut nach einem israelischen Luftangriff (16.03.2026) Bild: AFP

Deutschland und vier weitere Staaten haben Israel im Konflikt mit der pro-iranischen Terrormiliz Hisbollah vor einer großangelegten Bodenoffensive im Libanon gewarnt. Eine solche hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Dies gelte es abzuwenden.

Die humanitäre Lage im Libanon einschließlich der anhaltenden Massenvertreibung sei bereits äußerst alarmierend, so die Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Kanada. "Wir stehen solidarisch an der Seite der Regierung und der Bevölkerung Libanons, die gegen ihren Willen in den Konflikt hineingezogen wurden", heißt es weiter. Mehr als eine Million Menschen im Libanon sind bereits zu Flüchtlingen geworden. 

Eine provisorische Unterkunft auf einem Bürgersteig in Beirut - wie zahllose andere Familien musste auch diese ihr zerstörtes Haus verlassen Bild: Khalil Ashawi/REUTERS

Die Staats- und Regierungschefs verurteilen in ihrer Erklärung auch die Entscheidung der Hisbollah, sich den iranischen Angriffen auf Israel anzuschließen. Die Hisbollah müsse ihre Waffen niederlegen, fordern sie. Nach dem Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar hatte die vom Iran finanzierte Hisbollah den Norden Israels unter Beschuss genommen. Seither greift die israelische Armee Ziele im Libanon an - insbesondere in Gebieten, die als Hisbollah-Hochburgen gelten. 

Kuba meldet totalen Stromausfall 

In Kuba ist das landesweite Stromnetz zusammengebrochen. Rund zehn Millionen Menschen seien ohne Strom, teilte die Energiebehörde des kommunistisch regierten Inselstaates mit. Die Energieversorgung der Karibikinsel stützt sich hauptsächlich auf veraltete, ​ölbefeuerte Kraftwerke. Venezuela spielte lange eine zentrale Rolle bei ​der ‌Ölversorgung.

US-Präsident Trump denkt laut darüber nach, Kuba den Vereinigten Staaten einzuverleiben Bild: Alex Brandon/AP Photo/picture alliance

US-Präsident Donald Trump verhängte jedoch im Januar eine vollständige Blockade und drohte jedem Land mit Zöllen, das Öl an Kuba verkaufe. Jetzt deutete Trump vor Journalisten im Weißen Haus eine Übernahme Kubas an. Er könne mit dem Inselstaat "alles machen, was ich will", so der US-Präsident wörtlich. 

Chile verstärkt Grenze zu Peru und Bolivien

Chiles neuer rechtsgerichteter Präsident José Antonio Kast lässt die Grenzbefestigungen im Norden des Landes ausbauen. Er setzt damit ein Wahlversprechen um. Der Drogenhandel, das organisierte Verbrechen und die illegale Migration nähmen keine Rücksicht auf Grenzen, sagte Kast. Nahe der Grenze zu Peru begutachtete der deutschstämmige Staatschef erste Arbeiten zur Verbesserung des Grenzschutzes.

Chiles Präsident Kast im Norden des Landes, wo Arbeiten zur Verstärkung der Grenze aufgenommen wurdenBild: Esteban Felix/AP Photo/picture alliance

Mit Gräben, Zäunen und Mauern soll die illegale Einwanderung aus Peru und Bolivien eingedämmt werden. In Chile mit seinen knapp 20 Millionen Einwohnern leben schätzungsweise rund 330.000 Migranten ohne gültige Aufenthaltserlaubnis. Der 60-jährige Kast war in der vergangenen Woche als Präsident des südamerikanischen Landes vereidigt worden. 

Interpol warnt vor Finanzbetrug im Internet

Cyberkriminalität, die etwa Datenklau und betrügerische Investment-Plattformen umfasst, breitet sich immer weiter aus. Innerhalb eines Jahres sei die Zahl entsprechender Warnhinweise um mehr als 50 Prozent gestiegen, teilte die internationale Polizei-Organisation Interpol im französischen Lyon mit. Seit 2024 hat sie ihre Mitglieder nach eigenen Angaben bei mehr als 1500 Fällen von Online-Finanzbetrug unterstützt. Der Schaden habe insgesamt rund eine Milliarde Euro betragen.

Der Hauptsitz von Interpol in Lyon (Archivbild) Bild: Andrew Matthews/empics/picture alliance

Die Verbreitung von Künstlicher Intelligenz habe die Bedrohung noch weiter befördert, so Interpol. Mit Hilfe von KI-Instrumenten ließen sich sehr realistische Betrugsszenarien - sogenannte Deepfakes - entwickeln. Während die Täter anfangs vor allem in Südostasien zu finden waren, seien inzwischen neue Netzwerke in Nahost, Mittelamerika und Westafrika entstanden.

EU verhandelt über Zukunft von Verbrennungsmotoren

Die Umweltminister der EU-Staaten kommen an diesem Dienstag in Brüssel zusammen, um über eine Abkehr vom sogenannten Verbrenner-Aus zu beraten. Eigentlich war in der Europäischen Union vorgesehen, dass Neuwagen ab dem Jahr 2035 kein Kohlendioxid mehr ausstoßen dürfen. Die EU-Kommission hatte jedoch im Dezember vorgeschlagen, Autohersteller sollten die CO2-Emissionen ihrer Fahrzeugflotten bis dahin lediglich um 90 Prozent senken. So könnten beispielsweise "Plug-in-Hybride" oder "Range Extender" weiter zugelassen werden.

Der Automobilindustrie geht die geplante Lockerung nicht weit genug. Die deutsche Regierung hat sich bisher nicht auf eine konkrete Position festgelegt. Bis die Verhandlungen abgeschlossen sind, dürfte es aber noch Monate dauern.

Warnstreik wird Flughafen BER am Mittwoch lahmlegen

Wegen eines eintägigen Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi stellt der Berliner Flughafen den Passagier-Flugbetrieb am Mittwoch vollständig ein. Darüber habe man Airlines, Sicherheitsunternehmen und andere Dienstleister informiert, teilte der Betreiber des Hauptstadt-Flughafens BER mit. Betroffen seien insgesamt 445 Abflüge und Landungen. Hintergrund ist ein festgefahrener Tarifkonflikt um eine Lohnerhöhung für rund 2000 Beschäftigte. Die Arbeitgeberseite habe bisher kein "verhandlungsfähiges Angebot" vorgelegt, betonte Verdi. 

Blick in ein Terminal vom Flughafen BER - hier wird am Mittwoch alles ruhen Bild: Liesa Johannssen/REUTERS

Zum Arbeitskampf könnte es bald auch bei der Lufthansa-Tochtergesellschaft Eurowings kommen. Bei einer Urabstimmung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit sprach sich die große Mehrheit der Beschäftigten ⁠für diese ⁠Option aus. Gestritten wird hier vor allem um höhere Arbeitgeberbeiträge zur betrieblichen ​Altersvorsorge.

se/wa (dpa, afp, ap, rtr) 

Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.

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