Annäherung: Israel und Libanon wollen weitere Gespräche
15. April 2026
Der israelische Botschafter in den USA, Jechiel Leiter, zeigte sich nach dem mehr als zweistündigen Treffen im Außenministerium in Washington zuversichtlich. Die libanesische Regierung habe deutlich gemacht, dass sie sich nicht länger von der Hisbollah "besetzen" lassen wolle, sagte er. Ob Israel im Gegenzug seine Angriffe auf das Nachbarland einstellen werde, ließ er offen.
Signale der Hoffnung vom libanesischen Präsidenten
Die libanesische Botschafterin Nada Hamadeh Moawad bezeichnete das Auftakttreffen als konstruktiv. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte Moawad, sie habe bei der Zusammenkunft eine Feuerpause, die Rückkehr der Vertriebenen sowie Maßnahmen zur Linderung der humanitären Krise im Libanon gefordert. Der libanesische Präsident Joseph Aoun äußerte auf der Kurznachrichtenplattform X die Hoffnung, das Treffen könne einen Wendepunkt markieren und das Leiden der libanesischen Bevölkerung beenden.
Die USA sicherten beiden Ländern Unterstützung für weitere Gespräche zu. Alle Seiten hätten sich darauf geeinigt, direkte Verhandlungen aufzunehmen. Ort und Zeit müssten noch vereinbart werden.
Trump hatte Druck gemacht
Das Treffen am späten Dienstag kam auf Wunsch und Bitte von US-Präsident Donald Trump zustande. Er hatte Israel dazu gedrängt, die Angriffe im Libanon zu reduzieren, um die erst eine Woche alte und fragile Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran nicht zu gefährden. Denn der Iran pocht darauf, dass der Libanon in die Feuerpause mit einbezogen wird.
Der Konflikt hatte am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran begonnen. Am 2. März hatte die Hisbollah zur Unterstützung Teherans das Feuer eröffnet. Die darauffolgende israelische Offensive hat nach libanesischen Angaben bislang mehr als 2000 Menschen das Leben gekostet und 1,2 Millionen in die Flucht gezwungen.
Die libanesische Regierung hatte den militärischen Arm der Hisbollah im vergangenen Monat verboten und sich trotz des Widerstands der Miliz für Verhandlungen mit Israel ausgesprochen. Die Hisbollah wird von zahlreichen Ländern als Terrororganisation eingestuft.
Zehn Staaten appellieren an beide Seiten
In einer gemeinsamen Mitteilung forderten unterdessen Kanada, Großbritannien, die Schweiz und sieben weitere Staaten "ein unverzügliches Ende der Kampfhandlungen im Libanon". Die Länder seien "zutiefst besorgt über die sich verschlechternde humanitäre Lage und die Vertreibungskrise im Libanon", heißt es in der von Kanada verbreiteten Stellungnahme. Vor allem Zivilisten und zivile Infrastruktur müssten vor den Auswirkungen der Feindseligkeiten geschützt werden.
Zu den weiteren Unterzeichnern zählen Australien, Brasilien, Kolumbien, Indonesien, Japan, Jordanien und Sierra Leone.
haz/pgr/ie (rtr, dpa, afp)
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