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Politik

Moon will Präsident aller Südkoreaner sein

9. Mai 2017

Der linksliberale politiker Moon Jae-In hat sich zum Sieger der Präsidentenwahl in Südkorea erklärt. Er werde als Staatschef "eine neue Nation aufbauen", kündigte er vor Anhängern in Seoul an.

Südkorea Präsidentschaftswahlen Moon Jae-in
Bild: Reuters/Kim Hong-Ji

Nach Auszählung eines Drittels der abgegebenen Stimmen kam der Kandidat der Demokratischen Partei Moon Jae-In laut Hochrechnungen auf eine Zustimmung von knapp 40 Prozent. Danach folgten seine wichtigsten Konkurrenten mit weitem Abstand: 

Der Konservative Hong Joon Pyo von der Regierungspartei der von ihrem Amt enthobenen Staatschefin Park Geun Hye erhielt 26,8 Prozent der Wählerstimmen, der Zentrumspolitiker Ahn Cheol Soo 21,8 Prozent. Vor Anhängern in Seoul erklärte Moon sich zum Sieger der Abstimmung, während seine beiden Konkurrenten ihre Niederlage einräumten.

Warten auf die Stimmabgabe: die Wahlbeteiligung war vergleichsweise hochBild: Reuters/K. Hongji

Wahl unter dem Eindruck des Korruptionsskandals

Der 64 Jahre alte frühere Menschenrechtsanwalt Moon hatte die Wahl Ende 2012 gegen seine langjährige konservative Rivalin Park Geun Hye verloren. Die vorgezogene Präsidentenwahl in Südkorea war notwendig geworden, nachdem Staatschefin Park wegen eines Korruptionsskandals ihres Amtes enthoben worden war. Deswegen hatten Beobachter mit einer Abstrafung der konservativen Regierungspartei bei der Wahl gerechnet.

Im März war Präsidentin Park Geun-hye wegen Korruption ihres Amtes enthoben wordenBild: Getty Images/J. Heon-Kyun

Der Korruptionsskandal hatte die Menschen monatelang aufgewühlt und dem liberalen Lager eine höhere Zustimmung eingebracht. Park muss sich in den nächsten Monaten wegen Bestechlichkeit, Machtmissbrauchs und anderer Vorwürfe vor Gericht verantworten. Im Zentrum des Skandals steht ihre Freundin Choi Soon Sil. Diese soll ihre Beziehungen zu Park genutzt haben, um Sponsorengelder von Unternehmen für ihre Organisationen einzutreiben.

Kursänderung gegenüber dem Norden?

Der Sieg Moons könnte nun eine Kursänderung Seouls sowohl gegenüber Nordkorea als auch den USA zur Folge haben. Moon befürwortet einen Dialog mit Pjöngjang und strebt eine größere Unabhängigkeit von den USA an, die mit zehntausenden in Südkorea stationierten Soldaten zu den engsten Verbündeten des Landes gehören. Kritiker werfen Moon indes vor, sein Kurs gegenüber dem kommunistischen Regime in Pjöngjang sei viel zu zögerlich.

uh/ww (dpa, afp, rtr)