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Politik

Machtkampf in Gambia spitzt sich zu

5. Januar 2017

Im westafrikanischen Gambia eskaliert der Streit um das Präsidentenamt. Armeechef Ousman Bajie erklärte seine Loyalität zum abgewählten Machthaber Jammeh. Kommt es jetzt zum blutigen Machtkampf?

Gambia Präsident Yahya Jammeh
Klebt an der Macht: Der abgewählte Präsident JammehBild: Reuters/T. Gouegnon

In Gambia mehren sich die Anzeichen, dass das Land auf einen gewaltsamen Machtkampf zusteuert. Armeechef Ousman Bajie habe in einer Neujahrsbotschaft seine Loyalität zum abgewählten Machthaber Yahya Jammeh erklärt, meldet die regierungstreue Zeitung "Daily Observer". Die Streitkräfte stünden treu zu Jammeh, zitierte das Blatt den Armeechef.

Jammeh war am 1. Dezember nach mehr als zwei Jahrzehnten überraschend abgewählt worden. Zunächst hatte er seine Niederlage auch eingeräumt, doch später ließ der 51-Jährige das Wahlergebnis anfechten und verlangt Neuwahlen.

Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas will den durch demokratische Wahlen legitimierten Machtwechsel in Gambia erzwingen. Truppen des Nachbarstaats Senegal sollen die Amtsübergabe an Wahlsieger Adama Barrow am 19. Januar sichern.

Jammeh sagte in seiner Neujahrsansprache, ein solcher Militäreinsatz käme einer Kriegserklärung gleich. US-Medien berichten, Jammeh suche unter liberianischen Flüchtlingen in Gambia nach Söldnern. Unabhängige Bestätigungen dafür gab es allerdings nicht.

Chef der Wahlkommission flieht ins Ausland

Der Chef der gambischen Wahlkommission, Alieu Momar Njai, floh am Dienstag nach Angaben seiner Familie in den benachbarten Senegal. Sein Neffe sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe Todesdrohungen erhalten. Njai hatte Barrow zum Wahlsieger erklärt.

Barrow selbst trat derweil Gerüchten in den sozialen Medien entgegen, wonach er ermordet worden sei. Die britische Botschaft in Gambia verbreitete im Internet ein Foto Barrows mit dem britischen Landesvertreter und dessen US-Kollegin. In den vergangenen Wochen gab es mehrere Demonstrationen zur Unterstützung Barrows.

Proteste gegen die Nicht-Anerkennung des Wahlergebnis in GambiaBild: Getty images/AFP/Seyllou

Jammeh ist wegen seines autoritären Herrschaftsstils auch international umstritten.So hatte er angekündigt, Gambia werde den Internationalen Strafgerichtshof verlassen und Homosexuellen mit Enthauptungen gedroht. Gambia ist eines der ärmsten Länder der Welt und lebt vor allem vom Erdnussexport und vom Tourismus.

mm/SC (afp, dpa, ape)